Montag, 4. Juli 2005

guss.

die töpfe wackelten unternehmungslustig auf ihren wohnplätzen, die ameisen bildeten hektisch versorgungsketten, die amsel vom baum nebenan zog noch flugs den 8 cm wurm aus der versandeten ecke des gartens. ich mitten drin, zerrte am basilikum und an herrn kowalz, unserem tannenbaum. der zweite donner, merklich lauter als der erste, und mit genuss produziert, da oben. die sat-schüssel der nachbarn ist von polen wieder weggeruckelt, der wind macht sturm, und statt polen empfängt maria nun vielleicht die russen, wer weiß.
es blitzt grell und mir tut keine narbe weh. ich lasse die schuhe aus, hole mein rad aus dem hof, und kann mich am himmel nicht satt sehen.
den ganzen tag schon dieser urlaubshimmel. heute morgen tiefblau mit verhuschten wolken, wind und hitze. auf unserer immobilien-tour versagte einem makler das deo, er ersoff in seinem steifen hemd. überhaupt immobilien und menschen. wenn man wie wir seit monaten dem einen gebäude hinterhersucht, dann lernt man seine stadt von einer ganz neuen seite kennen. nämlich von innen. man bekommt geschichten von badsanierungen erzählt. von dingen, die da ans tageslicht traten, tief unten in der welt der kanalisation. man hört von bruchlandungen, bauchlandungen und mitarbeitern, die gar nicht schnell genug rauskommen konnten, aus den insolvenzgebäuden, später. man sieht katzenphotos an den wänden hängen, die seiten eingerollt. der ficcus, mit dem schild "bitte nicht gießen" ist mittlerweile wirklich nicht mehr übergossen worden und steht tot im raum, anklagend seine blätter um sich herum verstreut. und ganz unter uns ... die härtesten geschichten erfährt man von den hausmeistern. ich hab einen draht zu hausmeistern, und am ende immer eine information mehr als nötig. hausmeister haben auch so vokabular wie "fiese jeck" und "voll vor die wand, mitte firma". und wenn man glück hat, und er zeit, dann erzählt er noch die geschichte von '86, als das alles anfing, mit dem cheff und seiner sekretärin da, da fing dat an und dat war der anfang vommen ende, wie imma, wenn man inn eigene firma nich die finga bei sich läßt, wissense froillein ?
nee, weiß ich nicht. meine liebe oma sagte immer "kind, scheiß nicht da wo du isst". und das ist quasi das selbe.
aber wie kam ich jetzt von gewitter und basilikum auf firmen, insolvenz und hausmeister ? ach ja, der himmel-
der verbindet ja eh den menschen mit der hölle, oder eben dem paradies. wenn ich mir mal vorstelle, wie viel der himmel mit seinen hochformatigen sonnenuntergängen zu weiteren knutschereien geführt hat ? schwache momente inklusive "klar ruf ich dich an" schwüren, die so in bottrop unter novemberhimmel bestimmt nie geschworen würden.
oder nachthimmel mit seinen listig funkelnden sternen. wie viele schlüpfer wären um hitzige hüften geblieben, wäre nicht die nacht so lau und vor allem der sternenhimmel so schön gewesen ? noch heute sitzen bestimmt hunderte von frauen nachts ratlos auf ihrem heimischen balkon und fragen sich zu recht, wie sie das letztes jahr so ungemein beeindrucken konnte, das mit dem großen wagen, und das er genau zeigen konnte, wo der große wagen denn da oben sei. und was hatte das mit ihrem höschen zu tun gehabt ? und mit seinem ? eben.
aber ich war ja bei meinem mittagshimmel, der da gewittrig in vorbereitungen war, die wettermänner unkten heute morgen nach sieben ja schon von unwettern der superlative, hagel, frösche, sünde und massenweise wasser, das alles soll es regnen. und ich finds herrlich. draussen prasselt der regen, mir klingeln die knochen und es ziehen die gelenke, es blitzt, die fellchen liegen seit dem dritten donner wie ein einziges fellsandwich unter der couch und es flirrt nur so vor energie in der luft. der schwefelkerl rutscht jauchzend durch die pfützen, das propellerweib sieht sich die sache mit nassem leibchen von drinnen an, und ich ? ich habe eine süße halbe stunde pause, bevor ich da durch muss. darf. sollte. wenn die arbeit ruft.


Sonntag, 3. Juli 2005

momente.

in denen man langsam in einen trog voll schwarzen kaffee gleiten möchte.
mit einem kleinen klecks sahne. mitten auf dem kopf.

rückenwind | © Lu um 20:12h | keine meldung | meldung machen?

polen liegt rechts, und schwalben auf hab acht.

die fellchen erheben sich gemeinsam vom balkonkissen, die schwablen kommen so tief. ich setze mich zwischen die weichen felle, kraule hinter weichen ohrplätzen und ziehe mit den fingern die linien der schnurrhaare nach. die schwalben sind greifbar, es wird gleich regnen, sage ich, passt auf. ein einzelner tropen auf der erdbeere, die ich einhändig pflücke und auf der zunger zerdrücke. zuckersüss, industrie4telzucht.
es durftet nach frischgebratenen kotelettes und gurken hinter dem haus, sonntagsduft. so roch es in meinem elternhaus früher auch immer. heute bringe ich meiner mutter essen vorbei, die küche ist in der endphase, dann wird es bei ihr auch wieder nach satter deutscher küche riechen.
irgendwer rechts hört jazz, links türkische musik, aber so was von herzeschmerz, ein fellchen geht rein, zu uns, wo reggae läuft, läßt sich seufzend auf den holzboden fallen.
zu warm hier, alle machen ruhig und betriebsam ihre dinge. ich räume mein laptop auf, was dank iTunes das ausmass eines frühjahrsputzes hat, m. holt nebenan die penunzen rein und das alphafell beschliesst, die knallblaue klofliege doch nicht zu fressen. ich kann den gedanken an wurmkuren also im schrank lassen. oh, die nachbarn auf dem flachdach, die richten ihre sat-schüssel neu aus, der empfang leidet. polen liegt also rechts von der garage.
sonntags, die ruhe vor dem sturm, irgendwie. würde es endlich regnen, es passte so viel besser zum tag.


woanderswo.

live8 wundervoll begleitet von & bei ivy,

(...)"23:54
Je später der Abend desto dinosaurier der Musikergipfel. Am Ende wird Bob Geldof noch die Gebeine von Elvis ins Publikum werfen."

und ich habs verpasst ( göttinseidank ) weil zu viel auf der 2do-liste. ( dafür das erste komplett verfolgt, also komm ich auch in den benefiz-himmel der zuschauer. )


everyday good ...



... because of being alive,
from the day I was born till the day that I'll die.


patrice.
endlich wieder aus dem schrank geholt, und vor die temporäre
dustermischung gestellt.

( bei goodies gibts auch videos, viel spass. )


Samstag, 2. Juli 2005

wie uschi.

und dann las ich hier die tage das wort muschimäßig, lachte kurz, wie immer, wenn ich liebgewonnene wörter irgendwo lese und dann blieb es plötzlich irgendwo zwischen textfabrik und a.schwarzer-zone im hirn aprupt stecken und sass fest und drückte und gängelte mich. ich zog dran, ich dachte drüber nach, ich verwarf es, aber es steckte quer wie ein aus hast und unachtsamkeit verschluckter hühnerknochen.
muschimäßig.
hm.
ich sag ja selber manchmal "du muschi" zu männlichen mitbürgern, die irgendwas machen, was ich grad einen tacken zu weicheirig ( ha! noch so was ), bzw. zu lasch empfind. und ich finds natürlich lustig, neckisch und nicht bierernst, sonst würd ich es nicht benutzen. aber das kann ich ja auch, weil ich mich ja als frau sehe, und für gut befinde, als frau an sich.
ich laufe aufrecht, war gut in mathe, hab mich mit mir abgefunden, finde mich selbst oft ätzend kompliziert, aber ich meine hallo? ich bin über mitte dreissig, ich darf kompliziert sein, und weiß ziemlich gut, was ich alles kann und was eben besser nicht.
wenn ich mich kurzfristig mal als mädchen bezeichne, dann habe ich einen grund, nämlich tageweise auftretende teenieske phasen, die genau so schnell kommen und wieder gehen wie PMS und gewitter. ich darf mich also selber als muschi bezeichnen, mit dem background, das ich keine echte bin, aber eine habe ?
apropos haben. ich hab in meinem leben mehr typen gesehen, denen der stempel muschi gut stehen würde, als eben frauen. männer, die taff wie ein nilpferd daherkamen, und beim geringsten anlass in sich zusammenbröckelten, wie eine sanddröppelburg in der prallen mittagssonne. ich war sowohl mit französischen life-guards um die häuser, wie mit schreinerlehrlingen, mit architekturstudenten, mit henrik aus der 6.ten wie mit strassenmusikern, webdesignern, berufssöhne, betongießern, photographen und geschiedenen, werbern, musiker, schriftsteller, frisch entlobte und automechaniker etc pp. , alles nur frei erfundene beispiele, ist klar. und ich habe freundinnen, die mit den restlichen berufen unterwegs waren, man tauscht sich ja spätestens ab dreissig dann doch mal ratlos aus.
und eins weiß ich ... *muschi sein, hat nichts mit dem beruf zu tun. mann kann noch so straight die werkbank bearbeiten,
der steinmetz den felsen und der pizzabäcker den teig in die luft werfen - man sieht es ihnen anfangs nicht an, zu welch dramen sie in der lage sind. aber das war nicht wirklich das thema, oder eben doch, zumindest gehörts dazu.
da stellen sich nun kerle hin, die andere jungs als muschimäßig hinstellen, und zwar in dem kontex, dass eben diese, bzw. dieser vor einem tief ins hotel gerannt wäre. also nicht positiv besetzt, dieses muschimäßig, eher der hasenfuss weiblich.
ist das nun auf eine spezielle gruppe der frauen gemünzt, oder auf alle ? sind alle frauen in männeraugen muschimäßig, wegen weiblicher attitüden, die sie spätestens beim ausgehen dann wieder irgendwie toll finden, weil es ihren verkümmerten beschützerinstinkt triggert ?
ist es also einerseits niedlich, muschimäßig zu sein, wenn es, nur als beispiel, für die frau gilt, mit der mann grad aus ist, aber in der anderen sekunde wird der eigene kumpel als eben muschimäßig betitelt, weil er bei regen seinen schirm öffnet? ist die bezeichnung "das ist aber schwul" aus der mode gekommen, und wurde durch muschimäßig ersetzt ?
hat das was mit der metrosexualität der männer zu tun, die ja eh nicht mehr wissen, wie sie sich denn jetzt entwickeln sollen ?
wenn ich jetzt wüßte, ob es als "der" frauenbegriff steht, also quasi alle frauen als muschimäßig bezeichnet werden, oder ob es nur ein paar betrifft, so wie verona oder eben schwule mädchen, auch so eine sache, dann kann ich damit leben und ihn nutzen, den begriff. steht er aber für alle, dann ab in die tonne und den hosen auf die finger, weil die sind die letzten, bei denen ich es gehört habe, und irgendwo muss man ja anfangen.
und bevor jetzt wieder die zornesflut an mails in meine box flattert : war ja nur mal so laut nachgedacht, irgendwie. jetzt also nicht wieder gleich so muschimäßig anfangen zu heulen, ihr männer da draussen, sammelt euch um die feuer und starrt im kollektiv hinein, bevor ihr euch die achseln rasieren und mit euren freundinnen in lounge-bars gehen müßt, um drinks mit erdbeeren sekt und wodka zu trinken.

edit : ich könnte schwören, dass dort letzte woche noch nicht american-style, sondern eben das mit uschi stand, aber gut. vielleicht haben unsere lokal-hosen ja von ihren frauen aufs maul bekommen :I


PMT

übrigens ... bei den geschmacksenthärtern ist wieder leben in der hütte.

netz-welt | © Lu um 11:28h | keine meldung | meldung machen?

thnx!



diesmal ein urlaubssouvenir von meinem lieben J.,
frisch aus heidelberg. merci :)
( ihr kommt ja alle rum. )

weltmitbringsel | © Lu um 11:24h | keine meldung | meldung machen?

Freitag, 1. Juli 2005

liebes tagebuch.

nix neues im leben, eigentlich könnte ich einfach auf einen tag der letzten woche verlinken und sage : siehe wie oben.
aber irgendwas ist ja immer, das kann man ja sogar auf shörts lesen, und heute also ikea, mutter will küche, ich will in bälde urlaub, m. sowieso, also bringt man küche und mutter zusammen, und das am besten, indem man die küche zusammenbringt, quatsch, - baut.
das zusammensuchen des vorgestern auf ikeas dell gezimmerten entwurfs nahm eine gewisse zeit und einen nervenstrang in anspruch, das hochwuchten hinterher war schon standard, ich komm mir ja schon komisch vor, wenn ich ohne fremdgewichte einfach nur so rumlaufe, geschweige denn, eine treppe hinauf oder runter gehe, ohne ein brett auf dem rücken zu balancieren.
lange rede und ein hotdog bei ikea als nervenhappen später: die halbe küche steht, es ist immer mehr land in sicht, und einen akku-bohrer hat meine mutter jetzt auch. mittlerweile bin ich so dankbar und leicht glücklich zu machen, das es mir schon reicht, einen schwarzen kaffee in der hand zu halten und m. beim hantieren mit dem schlagbohrer arg lüstern zuzuschauen.
was ich heute verpasste, war DIE debatte, aber das fischer schon wieder seinem kampfgewicht entgegenkommt, das hab ich im vorbeigehen doch noch mitbekommen. ich verpasste auch meinen freien freitag und die dinge, die frau so macht, an freien freitagen, aber gut ... küchen zusammensuchen und bauen ist ja auch mal was anderes, was solls.
dusche, stulle und der peking-express, macht mir den abend.
mutterns letzer satz an der tür : " und wenn nächste woche dann die küche fertog ist, kümmern wir uns um papa, damit der seinen platz unter der erde bekommt."

das nenn ich prioritäten setzen.

logbuch | © Lu um 19:01h | keine meldung | meldung machen?

Donnerstag, 30. Juni 2005

order#5.05

jonadaahn ?

maam ? *hicks*

ab ins bett, aber ...

zackich, maam, naddürlement.

jonathan unter deck | © Lu um 22:27h | keine meldung | meldung machen?

too drunk to fuck write, unds L ist auch im eimer.

aus der rubrik: wie tolL ist das denn ? die frohe botschaft : ich hab eine buddel frisch importierten bordeaux in der blutbahn und fühle einen lebensgeist, immerhin.
kinski in der tasche trinkt netterweise mit, und liegt völlig hinüber im basilikum. genau, der ort des geschehens ist der heimische balkon, und seit beenden des tagewerks gegen nach 20uhr, ausnahmsweise, rannte ich nur noch meiner flasche wein entgegen, so sind frauen nun mal.
kinski in der tasche gröhlt die ganze zeit alte wire-lieder, ich kämpfe gegen iTunes, ich brauch was fröhliches im ohr, aber wo liegts denn gleich ? hiphop wär toll, dendemann wär nötig ! hörst du das da draussen, hier bedarf einer holden deine hilfe, auf das neue reime da kommen, aber so lange du da schweigest, muss halt dusterzeugs ... ach, noch nicht mal hach kann ich nutzen, es wurde zu oft weitergreicht, es ist ein elend. alles dreckich gemacht. ( ihr müßt mir nicht folgen können, das hier ist der ausput von einer haben flasche wein nach drei wochen abstinenz ( bis auf ein glas ausnahme ), da muss mal die körpereigene platte geputzt werden, sonst gibts langfristige schäden.
morgen noch mal ein kleiner "ichkaufdieküchejetzt"-gau bei ikea nebst anhängendem aufbaudesaster, aber dann könnte es tatsächlich ruhiger werden und der urlaub fest ins visier genommen werden ( apropos genommen werden ... ). aber ich denk das jetzt besser nicht weiter aus, weil das könnte unglück bringen, so wie zu früh zum geburtstag gratulieren oder schwarze katzen nach koitus., man muss so schlimm aufpassen heutzutage, überall lauert nur pech und toastbrot. aber egal. ich krieg grad kalte füsse, nicht im übertragenen sinne, sondern sinnlich erfahren und ganz echt, und werde jetzt jeden moment ganz ganz heldinnenhaft den korken in den hals jagen, und die neige in der flasch lassen, morgen ist ja auch noch ein tag ( DA! mutterns auswirkung greift schon. ) und da will ich auch so n scheiß denken.
ich geh jetzt meinen m. von der arbeit abhalten, und ihr solltet das selbe tun. ab ins bett, es regnet und man kann tatsächlich das plümo schön fest um sich wickeln ohne finnische saune zu spielen und genüßlich grunzend dem freitag entgegendämmern.
ahoi !


kaputt.

mir ist eben vor auter euphorie ein button abgebrochen. ausserdem geht mein L nicht mehr. immer wenn ich was mit einem L tippe, muss ich fürchterlich vehement auf die tastatur hauen, so mit einem finger hau den lukas machen, damit das L auch in die Lu kommt, nur as beispiel.
ein elend, und es ist mein, wie könnts auch anders sein.

logbuch | © Lu um 22:01h | keine meldung | meldung machen?

was ich noch zu woanders sagen wollte.

und zwar erstens, das malcolm zur zeit wohl keine reizschwelle mehr zur hand hat, anders kann ich mir seine wirklich schmutzigen phantasien nach einen kreativen brainstorm-chat nicht erklären ! und ste,

(...)"die paar rissen in fels waren voll mit menschen gefuellt die sich wie hotdogs rein gepresst haben um sich vor der sonne zu schutzen! um ins wasser zu gehen gab es entweder eine supersteile treppe oder einen naturellen gleitbahn. fast alle waehlten den herrlichen gleitbahn und kamen aus dem wasser komplett aufgeschlitzt und blutig. ein paradis."

ja, also die wollte ich schon so dermassen und oft mal denen an die brust legen, die sie vielleicht noch nicht entdeckt haben. also los, husch, ab in die links.

netz-welt | © Lu um 21:59h | keine meldung | meldung machen?

ballack und der neue schirm.

der baumarkt meiner wahl hat ein eigenes klima, und das wetter ist das selbe wie draussen, fünf vor gewitter. die menschen laufen langsam, es wird geschwitzt und man riecht die fritten vom mäc doof aus der nachbarschaft.
ich habe einen sonnenschirm unter den arm geklemmt und rieche dank tageswerk wie ein iltis in brunft-laune. den ganzen tag wieder dinge in den keller geschleppt, mutter ist gnadenlos, sogar die alten photoalben kommen runter. ich stehe an die kellermauer gelehnt und gucke mit nassen augen alte urlaubsalben durch. seele zwickt, augen tränen.
später zu hause weitermachen, die klamotten lass ich an, sie passen so furchtbar gut zur stimmung, dass ich es nicht fertig bekomme, mich frisch anzuziehen. als ich auf dem rad zum OBI fahre, denke ich, dass viel zu viel wirbel um körpergerüche gemacht wird. schnell deo, bloss nicht nach einem selbst riechen, und noch parfüm feste oben druff.
die dichter damals, die waren nasal beflügelt und von der muse übermannt. heute würden sie mit sterilen frauen an ihrer seite keine einzige zeile, keinen deftigen brief mehr hinbekommen, aber das ist wohl eine andere geschichte.
( keine angst, ich benutze ebenfalls täglich deo und mag mein parfüm, aber ich mein ja nur ... )
jedenfalls, um den faden wieder zu heben, laufe ich im baumarkt herum und suche nach lösungen, und denke, dass es kaum vertretbar ist, dass dort nach 19 uhr alte morcheeba-songs laufen. auf dem weg zum aufgestellten fernseher, es steht 2:2 deutschland /mexico, pfähle ich mit dem sonnenschirm fast einen praktikanten, der sich auf dem boden liegend die technik der rasenmäher verinnerlicht.
fussball gucken im baumarkt, draussen donnert es, und irgendwie ist es angenehm ruhig an diesem ort, fast kann man sich wohlfühlen.
zum 3:2 bin ich schon wieder zu hause, ein alter, nigerianischer nachbar hing bis zum bauchnabel aus seinem küchenfenster und lachte und klatschte vergnügt die hände zusammen, als ich mit aufs rad gespannten sonnenschirm an ihm vorbeifuhr.
kleine momente, unbezahlbar.
und leider ohne kamera.


order#4.05

jonathan ?

maam ?

jonathan, ab heute darf ich wieder dem alkohol fröhnen und auch sonst steht der wind günstig ... stell mir bitte den wein schon mal raus und dann zieh bitte die schuhe aus, ja ?

maam ?

wir gehen jetzt mit nackten füssen im gewitterregen tanzen.
keine widerrede, ein mann muss tun, was ein mann tun muss.

maam ...


thnx.

frisch aus der rubrik :
"oh, das bring ich der Lu mal eben von meinen weltreisen mit" ...



... vom michel, geschossen in lübeck. danke :)

( weiter so ! )


Mittwoch, 29. Juni 2005

knutschen und gewitter, oder IKEA für fortgeschrittene.

letzte nacht im traum mit trent reznor geknutscht. war um längen besser als mit robbie williams.
überhaupt das wort "letzte". wo waren die letzten tage, zum beispiel meine ? ich weiss, dass ich viel geflucht habe, das ich mir öfter als nur ein paar mal oft auf die unterlippe gebissen habe, dass meine mutter jetzt eine neue küche bei ikea ausgesucht hat ( ganz einfach, stellen sie sich ihre küche einfach so zusammen, zack, super simpel. 4 stunden. okay, da war die küchenkramsabteilung und die lampenabteilung auch noch dabei, und ein kleines, widerliches mittagessen.), die aber noch abgeholt und aufgebaut werden muss. peanuts, haha. ich weiss auch noch, dass es heiss war, und ich tweilweise auf den arbeitswegen an der ampel stehend fast verglimmt bin, aber mir wars jacke wie hose. sommer ? andermal.
sonntag, den weiß ich auch noch. also den sonntag nach diesen verfickten zwei tagen, die wie alle anderen ganz unschuldig nur freitag und samstag hießen,
sonntag sass ich in ihrer neuen wohnung, und bekam nach stunden einen glasigen blick und meine temperatur ging hoch. nur weg, reiner fluchtinstinkt. was mich zum überlaufen brachte, war die erneute urnendiskussion, vater und seine restasche auf abwegen, mit der post war er querbeet durch die republik, der schlingel, und die letzte ortung war passenderweise braubach. vielleicht kommt ja noch ne ansichtskarte, wundern tut mich grad gar nichts mehr. jedenfalls musste ich schnell weg, ich brauchte nichts anderes als raumleere um mich und ruhe. ruhe. wenigstens eine stunde. das eine grad celsius mehr war nach dieser stunde wieder runter und ich der meinung, dass ein gigantischer smoothie mir das leben noch mehr und effektiver gerettet hätte.
die besten vertipper gestern waren übrigens :
ich drück dir die daunen & schlag gut, das eigentlich gemeinte bekommt ihr wohl selber hin.

hab ich erwähnt, dass ich mir vor ein paar tagen übermüdet und drüber die wimperntusche mit feuchtem toilettenpapier abschrubbte ? nicht ? gut. rätsel der nächte, der kopf lag wohl schon OFF in den kühlen laken.

eben beim kaffee machen hab ich mich vier sätze lang mit kater zwo unterhalten. danach erst kurzes wundern, sekunden später. ganz schön schrullig gefühlt, aber für gut befunden, weil er dabei so unverbindlich nett geguckt hat.

mittwoch, heute ? misfits heute ! keine ahnung, ob ich das schaffe, alle tanks leer und trinken darf ich vor morgen
eh nicht. zwischen mir und dem rotweinexzess liegen noch zwei antibiotika-tabletten, ich komm noch nicht mal zum trinken, aber ich denke, ich werds schaffen, oder wie meine mutter jetzt treffend bemerken würde "dat wird ja nicht schlecht." neee, klar.
die 2do-liste sagt : "iPod mal so richtig aufwischen und feng shuien". ist eh nur interpol und NIN drauf.
bleibt so. und da schließt sich der kreis auch schon wieder. letzte nacht im traum ...


Sonntag, 26. Juni 2005

gedanken im liegen gedacht.

ich kann mich ohne stöhnende geräusche keinen kaum noch bewegen. das alles trotz sport.
die spinne auf meinem bein sieht wunderschön aus in der sonne. wie ist es wohl mit so vielen augen ?
endlich abgekühlt, die sonne auf der haut tut gut.
das telefon ist eine geissel der menschheit. eben noch allerschönste ruhe, dann zwei minuten fehlkommunikation mit der eigenen familie, und alle ruhe in der tonne.
total-recall verpasst. max herre verpasst. die beerdigung meines halbbruders verpasst. alles am 25. wo mutterns umzug war. wer legt prioritäten ? blutsverwand versus blutsverwand. m. fragt nach HH, warum nicht doch dorthin ziehen. ich sag, ich hab grad eine frische fussfessel hier im dorf, hab ihr gestern selber die kartons hochgetragen.
den ganzen nachmittag im dunklen kino verschwinden, wie schön wäre das.
wie viele wochen noch, bis ich mich in den atlantik dippen kann ?
outlook-kalender sagt um die 4-5. phantastisch. wein, sand, autobahnen, warmes brot, haut mit salz, haut mit luft, braune füsse, verwildern, ausgebleichte haarspitzen, vielleicht ein leichteres herz, dann.
sonntage. viel zu überschätzt. heute vor fünf wochen das letzte telefonat. es ging um so wenig, hätte ich es doch wenigstens ein bißchen geahnt.
("machs gut, spatz")
zwei warme pfoten auf dem touchpad, ein fellchen rührt im internetz. nix mit katzen, alles doof.
bei jedem gewitter gestern keine zeit zum feiern gehabt. barfuss im kleid durch die pfützen. prasselnder regen auf warmgebrasselter haut. auf den dampfenden boden legen und dem grollen zuhören. leider alles ohne mich, wo ist meine zeit ?
alles wird gut.