Donnerstag, 17. April 2008

anpassungsdinge.

Das ist absurd. Als ich heute Mittag auf mein Rad stieg um wieder so Dinge wie Lebensmittel in den Haushalt zu schaffen, da kam ich mir in der Innenstadt vor wie in einem ganz falschen Film. Jede platt gefahrene Taube hielt mich optisch zu lange fest, so dass ich am Ende selbst fast vor einem BMW gelandet wäre, ein letztes Mal. Am EC-Automaten hatte ich meine PIN vergessen. Trotzdem Glück gehabt, nach längerem Anstarren der Tasten kam die Zahl aus dem off und ich an mein Geld. Im Supermarkt schreit mich die akustische Werbung an. Ich stehe eingeschüchtert an der Gemüseauslage und harre aus, bis die Stimme abrupt verstummt. Überall Smalltalk. Überall wird deine Aufmerksamkeit gefordert. Überall Gestank. Autos, Deodorant, Haarspray, Hundescheiße und Douglas, der Mensch an sich mit all seinen Gerüchen und dann greife ich noch in eine weiche Gurke die ihre besten Tage im Karton verbracht hat und gefühlt neulich schon verstarb.
Jeder Grund, der mich heute noch einmal vor die Tür hätte jagen müssen, wurde justement eben direkt im Keim erstickt und unter die Erde gebracht.
Ich bleib heut drin, und zwar alles von mir!


ohrwurm.

Ich bin haaaaart
wie Marmelaade
ich bin zä-hä-hää
wie Himbeergelee.


reisenotizen. /amrum

Tag 8
Amrum-Wyk (Föhr)-Dagebüll-Düsseldorf

Sonne, ab Meer Schauer, 10°

Um 5:20 aufgewacht. Der Leuchtturm war noch an, und draußen der einsame Ruf meines Fasanenkerls. Direkt eine Depression bekommen und wach geblieben. Kennte jder Depressive, diese Schlafstörungen im Morgengrauen. Daher kommt vielleicht auch das Wort, Morgengrauen. Noch ein paar Stunden, dann heißt es, der Insel den Rücken zu zeigen. Die Unlust war greifbar, das Einzige, worauf ich mich in Düsseldorf freue sind die Fellchen und Freunde. Wir haben einfach Hummeln im Hintern, da kann eine Stadt einen nicht sonderlich gut halten, egal wie schön sie das Wetter poliert, bevor man zurück kommt.
Auf der Insel war eine herrliche Ruhe, die Menschen ausnahmslos sehr freundlich und ich kann nicht verstehen, wie manch einer wohl grellig das Gegenteil behauptet hat. Die Luft war lecker wie frisches Wasser, die Fasane immer gut gelaunt und zu einem Rennen bereit- und:
Wir hatten als Gastgeber zwei Schätze in Schuhen, aber dazu später.
Als Gegensatz: während ich hier sitze und das tippe, bellt sich seit zehn Minuten auf der Strasse ein Hund heiser (Supermarkt), verarschen (gezählt) 9 Jugendliche Jungs mit allen Hintergründen eine Oma mit Hackenporsche auf der Strasse und gegenüber läuft wieder ein Tross Junkies hinter einem Mann her, der die perfekte Einfahrt sucht. Da macht auch die Sonne nicht viel wett. Ich hab das alles einfach über.
Scheiss auf Urban, ich hab Lust auf Fasane und gute Luft, wo auch immer.

Genug gemeckert. Um halb zehn von Kapitän Jens zur Fähre gefahren worden, und ab da war schlechtes Wetter. Anschluss in Dagebüll 90 Minuten später, im "Hafen-Bistro" gibt es Wiener Würstchen und M.'s Gastro-Tipp: Lasst die Finger vom Kartoffelsalat. Im Zug ging das Chaos los. Tür defekt, Ansagebox kaputt, in Niebüll standen wir quasi Loklos über eine Stunde im Regen und bekamen Kaffee und Wasser von der DB, die in Friesland sehr humorig wie bemüht ist, es seinen Fahrgästen kuschelig zu machen. Dann wurde die eigentlich durchgehende Fahrt doch unterbrochen, in Hamburg, da in einen anderen Zug, der natürlich lecker voll war, und unsere Sitzplatzreservierungen galten dort natürlich nicht mehr. Nach insgesamt zwölf Stunden Reisedauer fielen wir in Düsseldorf um 21:30 aus dem Zug, halb verhungert und völlig krumm. Immerhin: ich habe ab Dagebüll ein ganzes Buch geschafft, das hatte ich auch lange nicht mehr. Wegen Umständen, die hier zu komplex wären, um sie noch eindeutig wiederzugeben, gingen wir den Weg mit kompletten Gepäck zu Fuss nach Hause. Schön mit Laptoptaschen und Zeugs abends durch die dunkle Bahnhofsgegend. Um zehn zu Hause, und dann die Fellchen! Die vollen Näpfe uninteressant, lieber um die schweißgebadeten Menschen herumspringen und einen Zirkus veranstalten.

Abrupter Strich-
Amrum war herrlich und die Fahrtzeit wert.
Wenn ihr einmal richtig entspannen wollt, dann lege ich euch die Insel UND unsere Gastgeber sehr warm ans Herz, ein paar hatten ja schon nachgefragt.

Kontakt:

Kapitänshaus Klar Kimming
Fam. Friesendorff

http://www.klar-kimming.de

Wenn ihr hinfahrt, dann bringt ihnen eine große Tüte frisches Obst mit und bestellt ganz liebe Grüße.

15april08

Ein herzliches Ahoi! auf die Insel!


reisenotizen. /amrum

Tag 7
Amrum
Sonne, 9°

5 Jahre. Norddorf und Nordstrand. Krabbenbrötchen. Sylt gucken. Café Schult. Resteessen im Garten. Massage & Sauna. Labskaus in der 'Seekiste', Abschiedsweine im Weinfriesen.
Schöner Tag!

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