Mittwoch, 10. September 2008

tin-tin & me at 21:12 p.m.



Denn bedenke: Ein echtes Blog braucht was mit Katzen.


bumm. (?)

LHC-Ticker.


Dienstag, 9. September 2008

spontane wetterdemenz an einem dienstagsbeispiel.

Dienstagmittag. Sitze völlig ratlos vor meiner KlapprechnerIn und überlege, warum genau ich das tue.
Was war der Plan, die Idee, der Grund als ich mich setzte, eben oder vielleicht sogar neulich?
Wie lange sitze ich überhaupt schon hier?

Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Gibt so Tage.
Tatsächlich aber zieht sich das als roter Faden schon seit heute Morgen.
Dienstagmorgen 8 Uhr-nochwas. Ich sattel mein Stahlross, steige auf, fahre los, weiß den Termin, Steuerberater, achja, Oberbilk, okay, und fahre erst einmal in genau die falsche Richtung, nach Bilk. Merke das aber auf dem ersten Achtel der Strecke Gottseidank noch, drehe um, freue mich über das schöne Wetter durch das ich fahre. Drehe beseelt die Musik in meinen Ohrknöpfen auf Ultimo und schaue keine drei Minuten später in zwei sehr entnervte und unrasierte Männergesichter, geschätzt russischer Herkunft, denen ich wohl ziemlich im Weg stand, um diesen wirklich glänzenden Jaguar ohne Nummerschild mit so hundert Sachen in eine Garage zu jagen, in deren Einfahrt ich versonnen meine Kopfhörer entknotete und Musik hörte.
Gibt so Tage.
Ich jedenfalls weitergefahren, der Steuerberater hat schließlich auch nicht ewig Zeit und da fallen mir die Belege ein, die ich ausgesondert in eine Ecke, und ob ich die jetzt …
Gehe in die Bremsen und drehe meine Tasche mit den Ordnern auf links. Alles fällt raus, bis auf die Ordner. Auch das ganze Kleingeld, die Haarklammern, Zuckerpäckchen aus Prag, Kugelschreiber, Zettel, Tampons, Bonbons, schlimm. Nachdem ich alles wieder eingesammelt hatte sehe ich den Stau hinter mir. Beschließe spontan, die Belege als unwichtig zu sehen und fahre weiter.
Beim Steuerberater selbst vergesse ich erst einmal seinen Namen. Sage, dass ich einen Termin habe, aber nicht mehr weiß, mit wem genau. Frau guckt mich verständnislos an. Ich schlage vor, man könnte ja im System unter Uhrzeit und meinem Nachnamen nachsehen, und dann fände man schon den richtigen bärtigen Mann für mich und meine Ordner. Frau will den Witz ignorieren und brüllt durch den ganzen Gang, ob irgendwer irgendeine Frau erwartet.
Beschließe auf der Stelle, sie das nächste Mal sehr lässig zu ignorieren und laufe ergeben einem Mann mit Bart nach.

Später dann immer noch blendendes Wetter. Sehe wortwörtlich nichts, und fahre pfeifend in einen ungünstig abgestellten Verkehrspolizisten hinein. Entschuldige mich so oft, dass selbst er es nicht mehr hören kann, und unterdrücke den Drang, ihn mit abzuklopfen. Verspreche, mein Fahrrad noch am selben Tag durch die Waschanlage zu fahren und meine Sonnenbrille aufzusetzen. Drehe meine Tasche auf links, und alles fällt heraus, nur meine Sonnenbrille nicht.
Werfe mich mit ganzem Körper auf Tascheninhalt um keinen Einblick zu gewähren. Denke dabei, dass das verdächtig wirken könnte, schließlich sind wir hier in einem Brennpunkt hinter dem Bahnhof, und hocke mich gerade hin und jetzt liegen nur noch Paracetamol und Tampons auf dem Bürgersteig. Leider keine Sonnenbrille.
Gibt so Tage.

Komme in einem Stück am Bauernmarkt an. Kaufe Brot und Butter und Käse und treffe liebe Bekannte.
Liebe Bekannte möchte noch schnell mit mir auf einen Kaffee. Stelle Rad hinter uns ab und lege die Jacke und die Einkäufe auf den Stuhl neben mir. Überlege, wie die liebe Bekannte noch gleich heißt. Ich und Namen.
Unterhalten uns über Menschen, die ich wohl kenne, und ich erfahre Dinge, die ich so nie wusste. Kurz darauf trennen wir uns, und ich gehe pfeifend zum anderen Ende des Platzes und stehe etwas einsam vor dem leeren Fahrradständer, wo mein Ross sonst immer weidet. Drehe mich einmal im Kreis und sehe in einiger Entfernung auf der anderen Seite des Platzes, von wo ich grad herkam, mein Fahrrad neben meinem eben verlassenen Stuhl stehen. Unabgeschlossen. Ich sass ja daneben.
Gehe zurück und lache mit den übrigen Gästen, dass ich doch tatsächlich mein Rad vergessen hätte. Gehe wieder und nehme das Rad diesmal mit.
Halte noch kurz am Blumenstand und kaufe einen Strauß Maria Theresa Röschen.
Als die Verkäuferin 'Zweifuffzich' sagt, greife ich hinter mir ins Leere. Dort wo sonst meine Tasche hängt, ist nur mein Rücken, taschenlos und unbeschwert.
Oh, sage ich, und dass ich gleich wiederkomme. Frage mich, wo mein Portemonnaie ist.
Antworte mir mit 'In der Tasche. Wie immer.'
Frage mich dann logisch und scharf nachdenkend, wo meine Tasche ist.
'Haha, keinen Schimmer' antwortet mir meine innere Stimme.
Fahre zurück zum Café, wo ich schon mein Rad erfolgreich wiedergefunden hatte. Und siehe da:
Meine Tasche steht lässig in der Sonne und macht sich einen schönen Vormittag, allein.
Haha, lachen wir alle. Vergesse ich erst mein Rad und dann auch noch meine Tasche. Der Kellner schiebt noch ein 'Das ist das schöne Wetter' hinterher, und ich fahre mir Rad und Tasche glücklich durch das Viertel.

Kurz vor zu Hause fällt mir die Blumenverkäuferin und mein Strauß Rosen ein. Fahre pfeifend den Kilometer zurück und löse meine Blumen gegen die Zweifuffzich ein.
Auf dem zweiten Mal Rückweg wird mir ein wenig kalt, und ich halte an und will meine Jacke überziehen.
Der kluge Leser weiß, was als nächstes kommt.
Ich frage also Rad und Tasche: Jacke gesehen?
Beide: Nö.
Kenne nun den Weg auch im Schlaf und fahre den Kilometer zurück zum Café.
Sehe dort schon erwartungsvolle Gesichter. Der Kellner schenkt grad nach und meinte, es wären intern Wetten abgeschlossen worden, wie lange ich bräuchte. Die Dame mit der Schokotorte hätte gewonnen.
Meine Jacke lag derweil wohlig warm auf einem anderen Stuhl in der Sonne unter einem Terrier.
Ich, mittlerweile etwas verwirrt, fahre wieder zur Blumenfrau und möchte meine Rosen.
Gerade als ich das aussprechen möchte und nach meinem Portemonnaie angle habe ich meine Sonnenbrille in der Hand und sehe den Strauß in meiner Tasche. Sage nichts und fahre auf dem kürzesten Weg nach Hause.
Und jetzt sitze ich hier und frage mich, warum.

Aber: Gibt so Tage.


Sonntag, 7. September 2008

melodien für millionen.

Gestern im Supermarkt wie alle anderen Späteinkäufer erst um das letzte Bio-Steak geprügelt, und dann an der gefühlten
Warteschleife zur Kasse erst alle Weinetiketten, dann die Wodkaflaschen und am Ende dieses neue In-Getränk Georgia oder Oklahoma oder wie das heißt durchgelesen, eben weil es so schlimm gesund beworben wird, trüber eiskalter Inhalt in Glasflaschen direkt aus der Pflanze. Drin ist alles andere, aber das hatte ich mir so und ähnlich auch schon gedacht.
Trotzdem: Auch weibliche Zyniker mit Steak im Einkaufskorb möchten gerne einmal positiv überrascht werden.
Werde ohne Überleitung abgelenkt von Kind welches aus Trotz auf die Zigarettenabholplastikkarten erbricht. Kotzen würde die Sache treffender, aber nun gut. Immerhin wollte es die komplette Süßigkeitenabteilung in den Einkaufskorb, aber da meinte die Mutter, das wäre nicht so gesund und billig schon mal gar nicht, also eher so nein. daraufhin das Kind die Waffen gewetzt und batsch.
Die komplette 3,5 kilometerlange Warteschlange findet die Kindsmutter sofort unfähig, das Kind bah und generell:
Können die nicht einkaufen gehen, wenn alle Muttis mit Kindern? Die haben doch immer so ansteckende Krankheiten.
Die Menge tritt versammelt einen Schritt zurück Richtung Kühltheke. Mutter und Kind stehen allein auf weiter Flur, von irgendwoher kommt die Auszubildende mit einem Wischmop und einem Eimer.
Ich lese jetzt die Etiketten der JA! Wasserflaschen und denke, das kann ja so nicht weitergehen.
Denke auch, das ich Mal wieder mehr Gisbert hören sollte und dass das Essen am Abend auch ohne Fleisch gelebt hätte,
und weil es noch zu dauern scheint weil die Auszubildende akribisch wischt statt flott abzukassieren, und weil die Schlange nun schon bis in den nächsten Supermarkt der Kette reicht, ein Stadtteil weiter, und das merkt da auch keiner, weil da ists auch voll, und ab hier ging mir der Sinn verloren.
Der Sinn für das Essen, das Steak, den täglich Kampf um Atem und Bioprodukte, und generell um den Sinn.
Sinn’se jetz drann? Fragt mich die Kassiererin, und ich denke ja, und sage Jep, und wuchte die Bio-Steaks auf das Fließband
und den Käse, die Smoothies und tja, jetzt hab ich den Sinn im Kühlregal gelassen. Mist.
Komm ich halt Montag wieder, neuer Tag, neuer Glücksfall.

Und weil man alle Vorhaben direkt umsetzen sollte, anbei der Gisbert, der es so schön in Melodie verpackt und wegsingt.


logbuch | © Lu um 15:24h | keine meldung | meldung machen?

Samstag, 6. September 2008

luciano p. und das erste jahr.



(Ach Herr Pavarotti. Verehrt habe ich Sie, ein halbes Leben lang! Und dann sterben Sie einfach so weg, bevor ich -kaum waren Sie einmal in der Nähe- genug Goldbarren zusammen hatte um Ihnen live und ohne Bono zuhören zu können.
Una furtiva lagrima ist eines meiner liebsten. Hätte ich je die Chance gehabt, es live und in vollem Brustton mitzubekommen: Ich hätte tatsächlich alles (!) unter Tränen gesetzt, ohne Scham und Schranke. Alles. Den Orchestergraben, alle Ränge von eins bis und auch die Garderobe und die Prosecco-Bar: Alles geflutet. Una furtiva lagrima-
Das hat auch das Leaderfellchen doll geliebt.
Wer?
Das ist der rostrote Kater, der Ihnen zudringlich ist seit letztem Dezember. Da waren Sie schon tot, und Herr Katz hatte seinen letzten Abend, aber das wusste da ja noch keiner. Jedenfalls lagen wir zwei wie ein Knoten auf dem Teppich und hörten einmal wieder ihre Lagrima- Schallplatte und tja, und so ist das Leben: Der nächste tag war schlimm, und ich hoffe und ich denke schon, dass Sie auch zu meinen letzten Resten spielen werden.
Das Ave Maria, während ich in einen Ofen geschoben werde, oder mein geliebtes Una furtiva lagrima, während man mich im starken Seewind mitten ins Gesicht bekommt, bei dem Versuch, meine Asche in die Nordsee zu kippen?

Wie dem auch sei, Herr Pavarotti. Ich habe sie immer sehr verehrt, und ich sags mal so: Paul Potts, go home.
Als tenorender Mobilverkäufer in Werbungen mit eBay-Emo: Super!
Aber das Nessun Dorma überlass besser Luciano-Hase.
Der kann das!

Schönes nächstes Jahr woauchimmer,

Dein Fan Lu.

Und gib dem rostroten was vom Fisch ab.
Das Leaderfellchen stand immer drauf. Fisch und Pavarotti.)


Donnerstag, 4. September 2008

drei wochen später dann.

4september2008/>4september2008

Dizzy Jones Urne hat jetzt wortwörtlichen Beistand seiner Schwester bekommen.
Drei Wochen auf den Tag. Manchmal mag man nix glauben, gerade Dinge die mit Zeit zu schaffen haben.

R.I.P., meine Fellchen.


Montag, 1. September 2008

<...>

"Morgen föhne ich mir die Haare wie Madonna."


ich habe es einfach gemacht.



(Fühle mich zurück zur Mitte der 90er. Geil, das!)

anker raus | © Lu um 13:56h | keine meldung | meldung machen?

38,5%

Ich mach das jetzt einfach. Es ist Montag, es ist die beste Arbeitszeit, eigentlich, aber ich mach das jetzt. Geht ja auch fluffig. CD-Fach aufschnappen lassen, Disk rein, zufahren und dann sehen, was passiert. Vielleicht läuft der Scheiß ja auch gar nicht mehr. 'Böse währt am längsten' steht auf dem Karton.
Und 'Benötigt Windows 95'.
Wahrscheinlich fliegt mir die ganze Kiste in die virtuelle Luft, wenn ich etwas von einer 97er CD lade.
Egal.
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg, und ich muss es einfach probieren. Sollten die Sopranos also noch nicht ausreichen, momentan sämtliche freie Zeit in New Jersey-Zeit verpuffen zu lassen, so kann ich dann noch die Nachtschicht mit 'Dungeon Keeper' verdaddeln.
Ich mach das jetzt einfach.
Und dann nenne ich den Dungeon einfach in 'Düsseldorf' um, un der Obermacker ist dann unser brandneuer Oberbürgermeister, und den beobachte ich dann auf Schritt und Tritt und gute 62% der Imps werde ich stündlich die Peitsche geben und sie zu blöde gackernden Hühnern verwandeln, und das sind dann all die Düsseldorfer, die gestern irgendwie keine Minute Zeit übrig hatten, um ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen.
"Entsetzen über geringe Wahlbeteiligung" weiß die Zeitung zu berichten. Hätte ich denen gestern schon sagen können, ich hatte da eine Vermutung. Als ich gegen Mittag in die für mich zuständige Turnhalle kam, herrschte dort eine schwere Depression und Müdigkeit. Unterbelastung der Ehrenamtlichen, vermutlich. Als ich rausging kamen mir drei Jungs entgegen, einer im Slipknot und einer im Rage against the Machine-Shirt, der dritte neutral aber mit blauen Haaren. Sehr gut, dachte ich. Guter Nachwuchs.
Das ganze dachte ich dann an sehr vielen Turnhallen und Schulen, an denen ich vorbeifuhr. Viele Jugendliche, viele Twens und Familien. Aber wo waren die anderen Generationen? Wo waren zum Beispiel Leute wie meine Mutter, generell Mütter, wo die Väter, brauchen die alle keinen guten Oberbürgermeister, oder in diesem Fall eine MeisterIN?
Mach ich alle zu Hühnern, gleich, wenn ich es einfach tue.
Patsch. 38,5% Wahlbeteiligung. Dabei waren die alle draußen, ich hab die doch gesehen. Wir hatten noch einmal Sommer, überall Menschen mit Bratmaxe und Alkopos und Dönerspießen auf die Schulter gewuchtet. Jedes Fahhrad war gestern an der Luft, der Deich konnte den Niederländern locker ein Paroli bieten. Aber irgendwie müssen die ihre für sie vorgesehene Turnhalle nicht gefunden haben.
Patsch, Hühnermorph.
Ich mach das jetzt einfach. Montagsdepression mit politischen Wurzeln.
Wenn mich künftig mal einer fragt wo ich wohne, dann sage ich 'Dumpdusseldorf, da wo keiner wohin geht.'

Ich mach das jetzt einfach. Ich denke, ich erfülle alle Systemvoraussetzungen.


Freitag, 29. August 2008

kurze info-einblendung:

Wer die letzten Tage fleißig über Forestle gesucht und somit Regenwald gesichert hat, schaut bitte hier kurz auf den neuesten Stand der Dinge. Google will nicht mehr mitretten, Forestle schwimmt grad und versucht das Projekt wieder an Land zu bekommen.

Danke für die Aufmerksamkeit, wir machen weiter mit Dingen des Lebens.

funkspruch | © Lu um 12:18h | keine meldung | meldung machen?

von dingen und hunden und die sache mit der kunst.

Wann hat man am besten Zeit, sich Gedanken über das Ableben (das eigene und aber auch das anderer) und anstrengende Operationen (Herz / Lunge) zu machen? Im Schlaf, richtig geraten. Obwohl - über das Ableben (das eigene) und speziell über die Arbeitskraft, das eigene 'noch können' machte ich mir Schwerpunktmäßig ab gestern Mittag 13:15 Gedanken. Da nämlich -und der liebe Gott straft die Sünden prompt und auf der Stelle (auch der liebe Gott hat wohl ein Anti-Prokrastinations-Werkzeug, wie es jeder Selbständige haben sollte)- sah ich beim spülen im Fernsehen eine Frau, 30 Jahre alt, die es vor vier Jahren in einem 'Liebesurlaub in Rom' (Quelle: RTL) von einer auf die andere Sekunde vom Hocker gehauen hat. Schlaganfall. Alles weg. Sprechfähigkeit, Motorik, Freund. Jetzt lebt sie seit zwei Jahren in einem Therapiezentrum und alle freuen sich, wenn sie einen Apfel mit drei Hilfen geschnitten bekommt. Sie selbst hat einen Sprachcomputer am Rollstuhl in den sie tippt und der für sie spricht. Das macht die Sache nicht besser, weil zu der jungen und unglücklichen Frau auch noch eine Roboterstimme kommt. Sie selber sagt, dass sie nicht behindert ist. Ihr Geist, ihr Kopf ist wie vorher, aber der Körper...
Mich hat diese Frau sehr berührt, ich schwappte schier über vor Mitgefühl und dachte den Rest des Tages darüber nach, was wäre, wenn es mich vor dem Abendessen noch vom Sitz fegt. Worüber würde ich mich ärgern im nachhinein, wenn ich all das nicht mehr machen kann, was jetzt mein Leben ausmacht. Was bleibt von mir, wie würde ich mich retten, mein Hirn, meinen Geist in einem dann nicht mehr mitmachenden Körper, mit dem ich seit langer Zeit Hand in Hand unterwegs bin und alles erlebe?
Pläne und Zukunft würden darauf zurückschrumpfen, ob ich es vielleicht schaffe, in zwei Jahren ein Glas zu halten und nicht mehr alles vollzuspeicheln, wenn mir der Kopf zur Seite kippt. Laufen würden alle für unmöglich halten, aber ich habe Sport immer geliebt, also würde ich jeden Tag einen Millimeter irgendwas in irgendeine Richtung bewegen.
Vielleicht.
Vielleicht würde ich das alles aber auch nicht packen und so lange die Luft anhalten, bis-
Der Mensch weiß, das sein Leben endlich ist. Er weiß auch, dass er es nicht mit Scheiße vergeuden soll, jeden Tag wie seinen letzten leben, immer in dem Wissen, dass es schneller vorbei sein kann als wie erwartet.
Aber wie soll das gehen? Wenn jeder seinen Tag so leben würde, als wäre er der letzte, würde alles kippen und die Welt würde (nach meiner Laune heute) aussehen wie Malle.
Man kann sich das nicht stündlich vor die Augen halten, aber ab und an so ein Tritt in diese Richtung finde ich gut und fair. Man räumt dann ein wenig auf und um, macht sich klar, dass viele Dinge über die man sich aufregt völlig egal sind. Gerade jetzt wo ich das tippe, steht der Mann zwei Häuser weiter auf der Strasse und wartet auf seinen morgendlichen Krankentransport. Vor Monaten fuhr er seine Kinder morgens in die Schule, jetzt wird er in eine Art Schule gefahren. Er ist 41, hatte einen Schlaganfall und lernt gerade wieder, dass er eine rechte Körperhälfte hat.
Wenn man das nächste Mal vor der Wahl steht, Mensch oder Maulbeere, dann sollte man kurz in sich gehen und darüber nachdenken, ob das Leben einer Fliege wirklich so übel ist.
Laut Wissenschaft hat sie es drauf, innerhalb eines Sekundenbruchteils eine gut ausgetüftelte Flucht zu planen und so dem Tod von der Schippe zu fliegen.
Hier der Beweis. Wer weiß, am Ende ist für so eine Fliege das, was für uns eine Fünftel-Sekunde ist, ein halber Tag und sie empfindet ganz andere Dinge als Gefahr.

Jedenfalls, und hier eine Kurve: Jedenfalls hab ich dann letzte Nacht direkt zur Entspannung von einer sehr bösen Op an mir selber geträumt, Herz oder Krebs, also in jedem Fall angstbesetzt und links und lange, und ich kann mich erinnern, dass ich im Traum immer dachte, dass das doch nicht sein kann, das ich jetzt schon wieder in einem Fischladen stehe und Thunfischsteaks kaufe, wo ich doch eben noch am offenen (x) operiert wurde, etc.
War nicht entspannend, und aufgeräumt fühle ich mich heute auch nicht. Eher wie eine sehr kleine Ameise und einem ziemlich gigantischen Schuh, die sich fragt, wofür sie eine weinfreie Woche abhält, wo doch schon gleich dieser Schuh herunterkommen könnte.

Egal. Ich behalte es auf dem Schirm, versuche mich derweil an weltlichen Profanübungen wie zum Beispiel:
Nach welchen Kriterien suche ich den richtigen Steuerberater für mich aus? Und nebenher die Frage, ob die abendlichen Soprano-Folgen Auswirkungen auf meine Traumregie haben.
Ich könnte mir ja auch als letztes am Tage ein wenig meiner neuen und heimlichen Leidenschaft hingeben: Auf Tierheimseiten rumhängen und die Profile der Insassen lesen.
So sah ich neulich Norman, in den ich mich unter fünf Sekunden verliebte. Der mag sogar Katzen, was ihn zu einem perfekten Familienmitglied machen würde, aber in der Größe mag er auch einen Garten und der ist noch nicht vorhanden.
So liebe ich still und heimlich aus der Ferne Norman an und vertraue mal wieder auf meine Arbeitsgruppe da oben, dass sie mir schon das richtige zum richtigen Zeitpunkt vor die Tür setzen. So war das bisher immer, ein Tier gekauft habe ich mein ganzes Leben noch nicht.

Apropos Leben: Arbeit macht Garten macht Platz macht Hund/Katze/Huhn macht froh.

Um euch mit etwas schönem im Geiste ziehen zu lassen, möchte ich kurz die Tür zu Katja Kelm öffnen, die eine tolle Bloggerportraitreihe macht, und dieses Mal war Herr Paulsen Knete in ihren Händen. Ich finde ihn phantastisch gelungen, schicke Grüße nach Hamburg an die Künstlerin und an Paulsen , und HIER ist die Tür.

Habt einen Tag der ein guter letzter wäre.