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Freitag, 30. November 2007
gestern.
Sie trafen einander in einer langen Gasse, vor einer Bäckerstür.
Endlich einer, der aussieht wie ich, sie.
Endlich eine aus Fleisch und Blut, er.
Hach, beide.
Sie drehten sich im Kreise, rannten ein Stück, so weit sie kamen,
geiferten fast und dachten Hach, alle beide. In der Luft der Geruch von Brot und Glühwein, Mandarinen und Wurst. Die Sonne schien für eine volle Minute und gerade als sie sich gegenseitig wollten, sagte eine Stimme von oben
‚Komm, Nemo.’
Und Püppi sah ihm hinterher, als auch ihre Leine stramm wurde.
Zwei Möpse trafen einander vor einer Bäckerstür.
In dieser kurzen Zeit lag eine Spur von Liebe gut in der Luft.
Endlich einer, der aussieht wie ich, sie.
Endlich eine aus Fleisch und Blut, er.
Hach, beide.
Sie drehten sich im Kreise, rannten ein Stück, so weit sie kamen,
geiferten fast und dachten Hach, alle beide. In der Luft der Geruch von Brot und Glühwein, Mandarinen und Wurst. Die Sonne schien für eine volle Minute und gerade als sie sich gegenseitig wollten, sagte eine Stimme von oben
‚Komm, Nemo.’
Und Püppi sah ihm hinterher, als auch ihre Leine stramm wurde.
Zwei Möpse trafen einander vor einer Bäckerstür.
In dieser kurzen Zeit lag eine Spur von Liebe gut in der Luft.
Mittwoch, 28. November 2007
buchauszug.
(...) "Das ist sie", sagte mein Bruder knapp. "Hallöchen", sagte die Frau, die zu meiner Überraschung nicht Sabine war. Mutter rang sich ein "Herzlich willkommen" ab. Vater fragte, ob sie auch einen Namen habe.
"ich bin die Beate, Freunde nennen mich Beatchen." Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Beatchen war mindestens zehn Jahre älter als mein Bruder, und das Schlimme war, man sah es ihr auch an.
Niemand von uns hatte eine reele Chance, ihre Brüste zu übersehen. Wenn sie lachte, hüpften Beatchens riesige Brüste so stark, dass man befürchten musste, sie würden sich nicht mehr lange in Beatchens geräumigem Sonnentop aufhalten. Spätestens als Beate sich zum Boden beugte, um am Esstisch ihre Schuhe auszuziehen, kam die ganze Wahrheit zum Vorschein.
Sie trug keinen BH.
Meine Mutter riss die Augen auf. Mein Vater, der aufgrund seiner Sitzposition keine Möglichkeit hatte, Beatchens wuchtigem Dekolleté auszuweichen, drohte augenblicklich zu erblinden vor Scham. Da war es fast schon nebensächlich, dass Beates Ohrringe aus zwanzig Zentimeter langem indianischem Federschmuck von den unterdrückten Thekawada-Indianern bestanden, deren Überleben sie durch den Kauf dieser Schmuckstücke zu erhalten hoffte."
aus "Ferien bei den Hottentotten" von Manuela Golz
"ich bin die Beate, Freunde nennen mich Beatchen." Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Beatchen war mindestens zehn Jahre älter als mein Bruder, und das Schlimme war, man sah es ihr auch an.
Niemand von uns hatte eine reele Chance, ihre Brüste zu übersehen. Wenn sie lachte, hüpften Beatchens riesige Brüste so stark, dass man befürchten musste, sie würden sich nicht mehr lange in Beatchens geräumigem Sonnentop aufhalten. Spätestens als Beate sich zum Boden beugte, um am Esstisch ihre Schuhe auszuziehen, kam die ganze Wahrheit zum Vorschein.
Sie trug keinen BH.
Meine Mutter riss die Augen auf. Mein Vater, der aufgrund seiner Sitzposition keine Möglichkeit hatte, Beatchens wuchtigem Dekolleté auszuweichen, drohte augenblicklich zu erblinden vor Scham. Da war es fast schon nebensächlich, dass Beates Ohrringe aus zwanzig Zentimeter langem indianischem Federschmuck von den unterdrückten Thekawada-Indianern bestanden, deren Überleben sie durch den Kauf dieser Schmuckstücke zu erhalten hoffte."
aus "Ferien bei den Hottentotten" von Manuela Golz
Montag, 26. November 2007
apollo, oder 'hoffentlich hält sie die dauerwelle'.
Ich fange jetzt einmal von hinten an und sage, was wir gesagt haben, als wir gegen Mitternacht (Samstag, Vollmond, Platzregen) aus Auto 'Ügo' stiegen und zur Haustür rannten:
'Wenn wir das selbst gezahlt hätten, wäre unsere Kasse jetzt 220 Euro leichter.'
Bitte diesen Satz immer zur Hand haben, wenn es gleich um Inhalt und Spaß geht, sie wissen schon.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und einem fast vergessenen schon mal gar nicht. Bis Samstag zum späten Nachmittag dachten wir nämlich noch, wir müssten da ja erst am nächsten Tag hin, und fingen nach einem langen Nahkampftag in der Innenstadt mit dem zusammensuchen der Essensdinge für Abends an, als M. plötzlich -schockschwerenot-
dem gemütlichen Samstagabend mit einem 'DAS IST HEUTE!' eine akustische Note hinzufügte, die so klang, wie wenn man den Arm des Plattenspielers von selbiger reißt.
Hektik, Strumpfhosen suchen, Laufmaschen verfluchen, wo ist das dunkle Hemd, wo sind die schicken Schuhe?
Pünktlich im Apollo Theater angekommen, quasi auf Gongschlag. Viele um uns herum im gemütlichen Fleece und Knitterjeans. Ich sag jetzt mal nix, außer: Man geht doch aus dem Haus. Da zieht man sich doch was über!
Egal, wir hatten Karten für die erste Reihe, und die wusste noch, wie Etikette geht und machte diesen herrlich plüschroten Variete-Charme nicht mit Bärchen-Pulli tot.
Unsere Karten wussten 'Show & Dine', drei Gänge. Vorspeise vor der Show, Hauptgang in der Pause, und das Dessert im zweiten Teil. Das sind lange Zeiten, wenn eine Show um neun beginnt, und wir befinden uns immer noch in Deutschland im November, und nicht in Frankreich im Hochsommer. Der Deutsche hat im November Hunger am Stück, da kann man nicht auf jeden Happen eine Stunde, aber nun gut.
Die Vorspeise sass eher als wir, sie kam gleichzeitig mit uns, und ihm Halbdunkel ging das Raten los, was ist wohl was. Kleine, kalte Hügel auf weißem Teller, ach, der geräucherte Heilbutt, Hallöchen, aber wie nennt man diesen salzigen Glibber auf cirka 11Uhr des Tellers? Ah, feste Sojasauce, na gut.
Dann ging die Show los. Ich fasse zusammen:
Mann und Frau in 80er-Blitzkostümen machen Verrenkungen. Sieht aus wie Tanz mit Überschlag ohne Tanz.
Dann Mann mit guter Ahnung von Schwerkraft. Macht erst mit zwei, dann mit fünf Bällen rum, lässt sie alle im Kreis über sich kullern, dazu laute Musik. Dann Frau in Fähnchen, will meinen, Artistin klettert in Reihe eins an zwei Tüchern rauf zur Decke und wieder runter. Frau hat schöne, muskulöse Arme, aber schreckliche blonde Dauerwelle, deswegen schaue ich lieber ihrem Schatten auf der Bühne zu, sieht aus wie kletterndes Vögelchen mit Frisur und Körperspannung.
Zwischendrin immer Anmoderation. Mann sagt, wir sollen uns amüsieren und macht alle runter, die nicht lachen. Alle lachen.
Dann ein Paar in schwarzem Samt, die ein Ringel-Shirt zum Leben erwecken und es als Hähnchen über eine Stange tanzen lassen. Die mag ich.
Vor der Pause vier Männer in grob genähten Kartoffelsäcken, mimen eine wogende Wiese oder ähnliches. Ich finde es auch nicht mehr heraus, sondern gehe auf Klo. Entdecke dort Laufmasche, die mich bis zum Pausengong beschäftigt.
Hauptgang: knusprige Gänsekeule mit glasierten Maronen an Kloß und Rotkohl. Schwamm drüber. Trotz Hunger ging der Teller halbvoll zurück. Wein und Wasser macht in rauhen Mengen auch satt.
Zauberkünstler aus Paris. Klein und verzweifelter Gesichtsausdruck, rennt die ganze Zeit über die Bühne und verliert rote Papierschnipsel und Karten, die über die Auftrittslänge immer größer werden. ich frage mich, wer das alles gleich aufräumen muss, bin also richtig gefesselt vom Geschehen.
Der Mann mit den Bällen wieder. Sieht jetzt aus wie 'The Crow', und macht erst mit zwei, dann mit fünf Tonnen rum, die kreiseln. Erste Reihe kann emotional anstrengend sein, wenn man eine plötzliche Abneigung gegen aus der Bahn brechende Tonnen entwickelt. Showeinlage dauert das ganze Marilyn Manson Stück 'Sweet Dreams', danach frenetischer Applaus. Ich glaube, die Arztgattinnen stehen auf den Jungen im verschwitzten Netzshirt.
Das Dessert wird aufgetischt. Irgendwas höllisch süßes im weichen Format, darum Haufenweise Krümel.
Die Frau mit der Dauerwelle kommt mit Mann auf die Bühne, beide auf Rollschuhen in knappen silber-metallic Dress. Aus dem hinteren Teil schlängeln sich bei beiden Arschgeweihäste.
Ich ahne Böses. Direkt am Rand steht ein Podest. Ein kleines, rundes Podest auf das beide gut gelaunt springen und zu Kirmes-Techno wie irre kreiseln. Das geht dann immer so: Mann hält strahlend Frau an einem beliebigen Körperteil fest (hier der Verweis zur ansonsten unverständlichen Überschrift) und schleudert sie durch die Luft, während er weiter im Kreis fährt. Ich ziehe sämtliche Körperteile ein, falls die Haare der Dame nicht halten, und schreie M. gegen die Techno-Mucke ins Ohr, dass das da oben auf der Bühne genau so aussähe wie auf der Erotik-Messe.
Es folgen noch einmal Tischtenniseinsatz mit dem Schwerkraftgenie und dem Ansager, beide fangen die Bälle mit dem Mund, was bei Bühnenlicht sehr unhygienisch aussieht, weil man die Spucke nur so spritzen sieht im Scheinwerferlicht. Die Arztgattinnen finden es wieder hinreißend, ich halte meine Hand über mein Weinglas, man weiß ja nicht.
Als die Show dann zu Ende ist, kommen alle noch einmal auf die Bühne, machen was nettes und wünschen 'Alles Gute, was mich dann sehr Milde stimmt. Ich bin in diesem Fall das Problem, nicht die Artisten dort auf der Bühne. Ich habe mich nicht verzaubern lassen, ich bin da wohl etwas schwer zu knacken, oder störrisch. Aber den Koch, den hätte ich gerne mal unter vier Augen gesprochen.
Als das Licht angeht, erkenne ich die Krümel auf dem Teller als gehackte Pistazien, zumindest optisch.
'Wenn wir das selbst gezahlt hätten, wäre unsere Kasse jetzt 220 Euro leichter.'
Bitte diesen Satz immer zur Hand haben, wenn es gleich um Inhalt und Spaß geht, sie wissen schon.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, und einem fast vergessenen schon mal gar nicht. Bis Samstag zum späten Nachmittag dachten wir nämlich noch, wir müssten da ja erst am nächsten Tag hin, und fingen nach einem langen Nahkampftag in der Innenstadt mit dem zusammensuchen der Essensdinge für Abends an, als M. plötzlich -schockschwerenot-
dem gemütlichen Samstagabend mit einem 'DAS IST HEUTE!' eine akustische Note hinzufügte, die so klang, wie wenn man den Arm des Plattenspielers von selbiger reißt.
Hektik, Strumpfhosen suchen, Laufmaschen verfluchen, wo ist das dunkle Hemd, wo sind die schicken Schuhe?
Pünktlich im Apollo Theater angekommen, quasi auf Gongschlag. Viele um uns herum im gemütlichen Fleece und Knitterjeans. Ich sag jetzt mal nix, außer: Man geht doch aus dem Haus. Da zieht man sich doch was über!
Egal, wir hatten Karten für die erste Reihe, und die wusste noch, wie Etikette geht und machte diesen herrlich plüschroten Variete-Charme nicht mit Bärchen-Pulli tot.
Unsere Karten wussten 'Show & Dine', drei Gänge. Vorspeise vor der Show, Hauptgang in der Pause, und das Dessert im zweiten Teil. Das sind lange Zeiten, wenn eine Show um neun beginnt, und wir befinden uns immer noch in Deutschland im November, und nicht in Frankreich im Hochsommer. Der Deutsche hat im November Hunger am Stück, da kann man nicht auf jeden Happen eine Stunde, aber nun gut.
Die Vorspeise sass eher als wir, sie kam gleichzeitig mit uns, und ihm Halbdunkel ging das Raten los, was ist wohl was. Kleine, kalte Hügel auf weißem Teller, ach, der geräucherte Heilbutt, Hallöchen, aber wie nennt man diesen salzigen Glibber auf cirka 11Uhr des Tellers? Ah, feste Sojasauce, na gut.
Dann ging die Show los. Ich fasse zusammen:
Mann und Frau in 80er-Blitzkostümen machen Verrenkungen. Sieht aus wie Tanz mit Überschlag ohne Tanz.
Dann Mann mit guter Ahnung von Schwerkraft. Macht erst mit zwei, dann mit fünf Bällen rum, lässt sie alle im Kreis über sich kullern, dazu laute Musik. Dann Frau in Fähnchen, will meinen, Artistin klettert in Reihe eins an zwei Tüchern rauf zur Decke und wieder runter. Frau hat schöne, muskulöse Arme, aber schreckliche blonde Dauerwelle, deswegen schaue ich lieber ihrem Schatten auf der Bühne zu, sieht aus wie kletterndes Vögelchen mit Frisur und Körperspannung.
Zwischendrin immer Anmoderation. Mann sagt, wir sollen uns amüsieren und macht alle runter, die nicht lachen. Alle lachen.
Dann ein Paar in schwarzem Samt, die ein Ringel-Shirt zum Leben erwecken und es als Hähnchen über eine Stange tanzen lassen. Die mag ich.
Vor der Pause vier Männer in grob genähten Kartoffelsäcken, mimen eine wogende Wiese oder ähnliches. Ich finde es auch nicht mehr heraus, sondern gehe auf Klo. Entdecke dort Laufmasche, die mich bis zum Pausengong beschäftigt.
Hauptgang: knusprige Gänsekeule mit glasierten Maronen an Kloß und Rotkohl. Schwamm drüber. Trotz Hunger ging der Teller halbvoll zurück. Wein und Wasser macht in rauhen Mengen auch satt.
Zauberkünstler aus Paris. Klein und verzweifelter Gesichtsausdruck, rennt die ganze Zeit über die Bühne und verliert rote Papierschnipsel und Karten, die über die Auftrittslänge immer größer werden. ich frage mich, wer das alles gleich aufräumen muss, bin also richtig gefesselt vom Geschehen.
Der Mann mit den Bällen wieder. Sieht jetzt aus wie 'The Crow', und macht erst mit zwei, dann mit fünf Tonnen rum, die kreiseln. Erste Reihe kann emotional anstrengend sein, wenn man eine plötzliche Abneigung gegen aus der Bahn brechende Tonnen entwickelt. Showeinlage dauert das ganze Marilyn Manson Stück 'Sweet Dreams', danach frenetischer Applaus. Ich glaube, die Arztgattinnen stehen auf den Jungen im verschwitzten Netzshirt.
Das Dessert wird aufgetischt. Irgendwas höllisch süßes im weichen Format, darum Haufenweise Krümel.
Die Frau mit der Dauerwelle kommt mit Mann auf die Bühne, beide auf Rollschuhen in knappen silber-metallic Dress. Aus dem hinteren Teil schlängeln sich bei beiden Arschgeweihäste.
Ich ahne Böses. Direkt am Rand steht ein Podest. Ein kleines, rundes Podest auf das beide gut gelaunt springen und zu Kirmes-Techno wie irre kreiseln. Das geht dann immer so: Mann hält strahlend Frau an einem beliebigen Körperteil fest (hier der Verweis zur ansonsten unverständlichen Überschrift) und schleudert sie durch die Luft, während er weiter im Kreis fährt. Ich ziehe sämtliche Körperteile ein, falls die Haare der Dame nicht halten, und schreie M. gegen die Techno-Mucke ins Ohr, dass das da oben auf der Bühne genau so aussähe wie auf der Erotik-Messe.
Es folgen noch einmal Tischtenniseinsatz mit dem Schwerkraftgenie und dem Ansager, beide fangen die Bälle mit dem Mund, was bei Bühnenlicht sehr unhygienisch aussieht, weil man die Spucke nur so spritzen sieht im Scheinwerferlicht. Die Arztgattinnen finden es wieder hinreißend, ich halte meine Hand über mein Weinglas, man weiß ja nicht.
Als die Show dann zu Ende ist, kommen alle noch einmal auf die Bühne, machen was nettes und wünschen 'Alles Gute, was mich dann sehr Milde stimmt. Ich bin in diesem Fall das Problem, nicht die Artisten dort auf der Bühne. Ich habe mich nicht verzaubern lassen, ich bin da wohl etwas schwer zu knacken, oder störrisch. Aber den Koch, den hätte ich gerne mal unter vier Augen gesprochen.
Als das Licht angeht, erkenne ich die Krümel auf dem Teller als gehackte Pistazien, zumindest optisch.
Freitag, 23. November 2007
zeit für super-cat-content!
Herr Sixtus twitterte mir die Tage dieses kleine Video zu:
("act like a cat" - "meouw.")
Und hier, aus den Tiefen von Youtube gehoben, das Original:
("act like a cat" - "meouw.")
Und hier, aus den Tiefen von Youtube gehoben, das Original:
obwohl...
lieber leser.
Das war aber eine blöde Woche. Ich schleppte mich durch, mir selbst hinterher, kochte dabei Suppe und zählte die Linsen einzeln.
Zweihundertfünfundsechzig, Zweihundersechsundsechzig, Zweihundert...
Ich kann gerade gar nicht sagen, was passiert, aber ich habe mich auf eine Art Reise begeben, die sehr anstrengend ist. Hohe Berge, enge Täler und Meere, die weit und tief sind. Und wo fiese Fische drin wohnen.
Ich habe einen Reiseführer bei der Hand, mit dem ich das (DAS!) Thema des Lebens durchquere. Es geht um Sterben und Loslassen, um die eigene Endlichkeit mit allen Abers, es geht am Ende um alles. Und nebenbei mache ich meinen eigenen Laden auf, salopp gesagt.
Das sind so zwei Sachen, die enorm viel Energie und Aufmerksamkeit wollen, wie zwei Kinder im besten Flegelalter. Kaum meint man, jetzt hätte mal eine halbe Stunde Ruhe, hat eins Hunger, und das andere in die Bux gemacht. Zum gemütlichen bloggen komme ich deswegen gerade jetzt kaum, auch wenn genug zu sagen wäre.
Heute ist zum Beispiel Kinskis Todestag. Super, passt ja zum Thema, aber was mache ich? Sitze mit leerem Kopf vor dem Rechner und denke 'ach' und 'och' und das ich schon genug Bilder von Klaus ins Blog geklebt habe. Alles nicht wichtig, denke ich dann, das alles interessiert niemanden.
Und so bleibe ich still, nicht wirklich glücklich damit, versuche meine Hausaufgaben zu machen, und zur Ruhe zu kommen. Und zu warten.
Alles was hochkommt in der Stille, will jetzt gehört werden. Alles was hochkommt, macht traurig. Traurig macht still.
Undsoweiter.
Zweihundertfünfundsechzig, Zweihundersechsundsechzig, Zweihundert...
Ich kann gerade gar nicht sagen, was passiert, aber ich habe mich auf eine Art Reise begeben, die sehr anstrengend ist. Hohe Berge, enge Täler und Meere, die weit und tief sind. Und wo fiese Fische drin wohnen.
Ich habe einen Reiseführer bei der Hand, mit dem ich das (DAS!) Thema des Lebens durchquere. Es geht um Sterben und Loslassen, um die eigene Endlichkeit mit allen Abers, es geht am Ende um alles. Und nebenbei mache ich meinen eigenen Laden auf, salopp gesagt.
Das sind so zwei Sachen, die enorm viel Energie und Aufmerksamkeit wollen, wie zwei Kinder im besten Flegelalter. Kaum meint man, jetzt hätte mal eine halbe Stunde Ruhe, hat eins Hunger, und das andere in die Bux gemacht. Zum gemütlichen bloggen komme ich deswegen gerade jetzt kaum, auch wenn genug zu sagen wäre.
Heute ist zum Beispiel Kinskis Todestag. Super, passt ja zum Thema, aber was mache ich? Sitze mit leerem Kopf vor dem Rechner und denke 'ach' und 'och' und das ich schon genug Bilder von Klaus ins Blog geklebt habe. Alles nicht wichtig, denke ich dann, das alles interessiert niemanden.
Und so bleibe ich still, nicht wirklich glücklich damit, versuche meine Hausaufgaben zu machen, und zur Ruhe zu kommen. Und zu warten.
Alles was hochkommt in der Stille, will jetzt gehört werden. Alles was hochkommt, macht traurig. Traurig macht still.
Undsoweiter.
Dienstag, 20. November 2007
heutiger ohrwurm since 19:55 til jetze.
saint tropez.
Auf der Messe habe ich mich verliebt.
Nicht in eine Flasche Öl, nicht in Johann und auch nicht in einen Klops Trüffel, sondern in ein Kissen.

Alle Informationen und Bestellmöglichkeiten hier (bei eBay gibt es die Schlingel auch günstiger), und glaubt mir, die sind so was von gemütlich, man möchte nie wieder aufstehen.
(Geht ohne Hilfe ab dem 35. Lebensjahr eh nicht mehr ganz so leicht.)
Nicht in eine Flasche Öl, nicht in Johann und auch nicht in einen Klops Trüffel, sondern in ein Kissen.

Alle Informationen und Bestellmöglichkeiten hier (bei eBay gibt es die Schlingel auch günstiger), und glaubt mir, die sind so was von gemütlich, man möchte nie wieder aufstehen.
(Geht ohne Hilfe ab dem 35. Lebensjahr eh nicht mehr ganz so leicht.)
Montag, 19. November 2007
trüffel kirmes und lafers audienz.
Samstag auf der "Eat'n Style" Messe also. Pünktlich vor Ort sein bedeutet, man hat Zeit zur Studie am lebenden Objekt. In diesem Fall: Gut gekleidete Menschen mit Fernsehkoch-Vokabular ("... und stell Dir vor, Tina hat da keinen Bumms in die Sauce bekommen" / "...und Mark-Hendrik kocht nichts ohne Topping drauf, weil"/ "... und dann nimmste als finishing einfach nen kleenen Strich reduzierten Balsamico, kannste so beim Dellikatäss koofn", usw.) und großen Designer-Taschen bewaffnet. Der Gourmet 2007 schreitet nicht unvorbereitet ins Paradies.
Direkt zu Anfang der Halle konnte man sich gegen zwei Euro Pfand ein Weinglas ausleihen. Das ließ großes vermuten. Und so sah ich mich in der seltenen Situation, morgens um kurz nach zehn lässig ein Weinglas immer im Weg zu haben und durch den ersten Gang zu schlendern. Direkt auf den ersten zehn Metern gab es den ersten Menschenauflauf. Ich dachte, dort bräuchte am Ende jemand die stabile Seitenlage, und drängelte mich durch, aber es war niemand zu Boden gegangen, sondern es gab Trüffel-Öl auf Toast an einem italienischen Stand. Ich dachte Och! und schon hatte ich auch so eine Art muffiger Geschmacksexplosion auf der Zunge. Das nächste was ich merkte war, wie mein Magen eine dringende Nachricht an das Großhirn sendete, mit Betreff "Ist die von allen guten Geistern verlassen?" Großhirn so "Keine Ahnung, ich sehe es gerade durch Auge rechts, Auge links meldet 'Glas in Hand, wird schon'."
Mit zusammengekniffenen Augen und einem Knoten in Magen und Co machte ich die vier Meter zum Stand gegenüber unter einer Sekunde, hielt dem Winzer mein Glas hin und brachte grad noch "rot" heraus, riss ihm das gefüllte Glas aus der Hand, schüttete den Degustierschluck in einem Rutsch hinunter und sagte brav "Danke".
Trüffel-Öl, geh mich fott, wie wir Rheinländer zu sagen pflegen.
Ich probierte dann noch aus Höflichkeitsgründen drei weitere deutsche Weine, machte gute Laune zum deutschen Spiel und sagte am Ende mit roten Wangen, dass das alles toll sei, also Reben und Wein, und zack, entschwand ich in der Menge die sich durch die Gänge schob.
Was soll ich schon sagen. Vier Stunden und zig Stände später ließen wir uns desillusioniert am Bertelsmann-Stand nieder, da gab es weder Öl noch Alkohol, sondern eine Tasse Kaffee und einen akustischen Eindruck was heute, im Jahr 2007 passiert, wenn ein bekannter Koch die Bühne betritt. Hausfrauen bekommen Hitzewallungen, Männer rote Wangen, es wird geklatscht und bejubelt, Johann Lafer ist der Dalai Cuisine.
Ich mag Johann Lafer, ich mag auch einige der anderen Köche, und das liegt daran, dass ich Köche generell mit Respekt sehe und ihnen diese Phase der Pop-Ära gönne.
Noch vor ein paar Jahren, als meine Eltern noch zwei waren und im Hunsrück wohnten, da fuhren wir vom Bahnhof immer beim Lafer vorbei, also Wortgemäß, und meine Mutter sagte immer, dass da ja der Koch seine Stromburg führe, und der soll ganz lecker sein, und Vater fuhr in die Kurve und brummte.
Ich werde die Tage mal den Versuch an der Mutter machen, und sie fragen, was sie eigentlich von diesem Johann Lafer hält. Ich wette, dass sie leuchtende Augen bekommt und sagt, dass das ja ein ganz ein attraktiver sei, und so nett und flott in der Küche. Nichts mehr mit 'der soll ganz lecker sein.'
Aber ich schwadroniere davon.
Was ich eigentlich zur Eat’n Style sagen wollte war: Kann man machen.
Kann man machen, wenn man Lust hat, schon morgens um halb elf angerissen mit einem Pfandglas von Winzer zu Winzer gereicht zu werden und ein Heidengeld mit nur einer Unterschrift auszugeben.
Kann man machen, wenn man Lust hat, innerhalb kürzester Zeit seinen Energiebedarf der kommenden Woche rein mit Olivenölen, 25 Jahre alten Balsamico auf Plastiklöffeln und Chili-Erdbeer-Schokolade mit einem Bumms Trüffel-Öl an einem einzigen Tag zu decken. Überhaupt, der Trend liegt im Trüffel.
Kann man machen, wenn einem der eigentliche Sinn einer Messe wurscht ist (der musste jetzt sein), man also keine wirklichen Neuheiten und/oder Überraschungen erwartet und Lust auf Kochshows mit Anheizern hat.
Allerdings: All das, was es dort gab, bekommt man längst in ausgewählten Geschäften, nur wird man in diesen nicht zu ständigen Gewinnspielen mit Dampfdruckgeräten als Top-Preis genötigt. Messepreise und Neuheiten gab es genau so wenig, wie Restkarten für die Sarah Wiener-Show.
Spaß hatten wir trotzdem.

(Bei sanftem pressen des Bildes folgen mehr Eindrücke der Messe.)
Direkt zu Anfang der Halle konnte man sich gegen zwei Euro Pfand ein Weinglas ausleihen. Das ließ großes vermuten. Und so sah ich mich in der seltenen Situation, morgens um kurz nach zehn lässig ein Weinglas immer im Weg zu haben und durch den ersten Gang zu schlendern. Direkt auf den ersten zehn Metern gab es den ersten Menschenauflauf. Ich dachte, dort bräuchte am Ende jemand die stabile Seitenlage, und drängelte mich durch, aber es war niemand zu Boden gegangen, sondern es gab Trüffel-Öl auf Toast an einem italienischen Stand. Ich dachte Och! und schon hatte ich auch so eine Art muffiger Geschmacksexplosion auf der Zunge. Das nächste was ich merkte war, wie mein Magen eine dringende Nachricht an das Großhirn sendete, mit Betreff "Ist die von allen guten Geistern verlassen?" Großhirn so "Keine Ahnung, ich sehe es gerade durch Auge rechts, Auge links meldet 'Glas in Hand, wird schon'."
Mit zusammengekniffenen Augen und einem Knoten in Magen und Co machte ich die vier Meter zum Stand gegenüber unter einer Sekunde, hielt dem Winzer mein Glas hin und brachte grad noch "rot" heraus, riss ihm das gefüllte Glas aus der Hand, schüttete den Degustierschluck in einem Rutsch hinunter und sagte brav "Danke".
Trüffel-Öl, geh mich fott, wie wir Rheinländer zu sagen pflegen.
Ich probierte dann noch aus Höflichkeitsgründen drei weitere deutsche Weine, machte gute Laune zum deutschen Spiel und sagte am Ende mit roten Wangen, dass das alles toll sei, also Reben und Wein, und zack, entschwand ich in der Menge die sich durch die Gänge schob.
Was soll ich schon sagen. Vier Stunden und zig Stände später ließen wir uns desillusioniert am Bertelsmann-Stand nieder, da gab es weder Öl noch Alkohol, sondern eine Tasse Kaffee und einen akustischen Eindruck was heute, im Jahr 2007 passiert, wenn ein bekannter Koch die Bühne betritt. Hausfrauen bekommen Hitzewallungen, Männer rote Wangen, es wird geklatscht und bejubelt, Johann Lafer ist der Dalai Cuisine.
Ich mag Johann Lafer, ich mag auch einige der anderen Köche, und das liegt daran, dass ich Köche generell mit Respekt sehe und ihnen diese Phase der Pop-Ära gönne.
Noch vor ein paar Jahren, als meine Eltern noch zwei waren und im Hunsrück wohnten, da fuhren wir vom Bahnhof immer beim Lafer vorbei, also Wortgemäß, und meine Mutter sagte immer, dass da ja der Koch seine Stromburg führe, und der soll ganz lecker sein, und Vater fuhr in die Kurve und brummte.
Ich werde die Tage mal den Versuch an der Mutter machen, und sie fragen, was sie eigentlich von diesem Johann Lafer hält. Ich wette, dass sie leuchtende Augen bekommt und sagt, dass das ja ein ganz ein attraktiver sei, und so nett und flott in der Küche. Nichts mehr mit 'der soll ganz lecker sein.'
Aber ich schwadroniere davon.
Was ich eigentlich zur Eat’n Style sagen wollte war: Kann man machen.
Kann man machen, wenn man Lust hat, schon morgens um halb elf angerissen mit einem Pfandglas von Winzer zu Winzer gereicht zu werden und ein Heidengeld mit nur einer Unterschrift auszugeben.
Kann man machen, wenn man Lust hat, innerhalb kürzester Zeit seinen Energiebedarf der kommenden Woche rein mit Olivenölen, 25 Jahre alten Balsamico auf Plastiklöffeln und Chili-Erdbeer-Schokolade mit einem Bumms Trüffel-Öl an einem einzigen Tag zu decken. Überhaupt, der Trend liegt im Trüffel.
Kann man machen, wenn einem der eigentliche Sinn einer Messe wurscht ist (der musste jetzt sein), man also keine wirklichen Neuheiten und/oder Überraschungen erwartet und Lust auf Kochshows mit Anheizern hat.
Allerdings: All das, was es dort gab, bekommt man längst in ausgewählten Geschäften, nur wird man in diesen nicht zu ständigen Gewinnspielen mit Dampfdruckgeräten als Top-Preis genötigt. Messepreise und Neuheiten gab es genau so wenig, wie Restkarten für die Sarah Wiener-Show.
Spaß hatten wir trotzdem.

(Bei sanftem pressen des Bildes folgen mehr Eindrücke der Messe.)
Samstag, 17. November 2007
steiles essen.
Schön, wenn man 'beruflich' und 'privat' miteinander spielen lassen kann. Seit gestern hat in der Nachbarstadt zum zweiten Mal die Eat'n Style ihre Pforten geöffnet, und ich freue mich, heute den ganzen Tag ausgiebig mit Essen spielen zu können. Sollte ich eine Hand frei haben, mache ich für euch aussagekräftige Photos.
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