Montag, 5. Dezember 2005

zyklen.

nordfernweh. füsse im nebligen hafen baumeln lassen will ich.
ein bier trinken und den schiffen hinterherwinken. ein haus im friesenland für einen monat. kamin, drei decken, schal. essen, laufen, schlafen, meer, meer und meer. warmes essen in dicken pullovern, tee und muschelduft. einmal im leben nackig auf einem fell ( imitiat natürlich ) vorm kaminfeuer lümmeln und marshmellows rösten. abends kochen, gäste, geschichten. schreiben. schlafen. laufen. auf der rückfahrt einen stein in der tasche finden, und den ort wissen, wo er einen gefunden hat.
diesen an einen menschen verschenken, der fernweh hat, nordfernweh.


er wars.

ich wollte an dieser stelle nur OFFEN anmerken, das, würde mein mobiles an diesem montag nicht im kofferraum eines BESTIMMTEN autos durch die nachbarstädte düsseldorfs gekarrt werden, ich echt super flickr-content gehabt hätte.
ich hatte es nicht zur hand, als ein kerl-fellchen direkt neben meinem frühstückskaffee seine schwester in missionarsstellung rannahm. ich hatte es nicht in der tasche, als ich von einem weihnachtsmann mit polnischem akzent zum zahlen aufgefordert wurde, und dieser mit seinem dramatisch ausgepolsterten weihnachtsmannhintern den kompletten nuss-stand umriss. ich hatte es nicht, als mir ein typ entgegenkam, der aussah wie mein lieber winkel im blaumann, und ich hatte es auch nicht, als die assi- familie von nebenan ihren wirklich gigantischen weihnachtsbaum vom familienkombi brasselten, den sie offensichtlich an diesem morgen aus einem wald geklaut hatten. es baumelte noch ein vogelnest im geäst, und die wurzeln waren rudimentär vorhanden.

danke.

( und wenn ich gleich bugs bunny auf dem weg zur arbeit treffe, dann brech ich meinen flickr-eid, und nehm die digi-kamera. )


schritte.

ach, ein würstchen jetzt gebraten und mit braunen grillstreifen. ein würstchen mit senf, fettig und auf heisser platte gewendet, ein gefühl wie schwimmbad im sommer, kinderfüsse und delphine auf rotem badeanzuggrund. chlorwasser, hungerbauch und mama, mama geht mit meinen zwei kinderfüssen über heisse bodenplatten, richtung wurstbude, kartoffelsalat aus eimern, senf aus drücktuben, das toastbrot immer aufregend in dreiecke geschnitten. dreiecksbrot, tubensenf, kinderworte.
dreissig jahre später gibt es die demark nicht mehr, der fünfer früher ein schatz, ein schatz aus kindertagen, den man in der hand halten konnte, drehen und wägen. es gibt aber die füsse noch, und diese schauen jetzt sehr erwachsen aus der decke heraus, lackiert, beringt, nach kokus duftend. der rest, der an
diesen füssen liegt hat hunger, wie damals im schwimmbad. der magen brummt, die magenbesitzerin aber ach, sie isst kein fleisch, dazu es ist auch noch winter, nicht sommer, mogeln geht nicht, und doch dieser gedanke nach der süßen last des aases, mit tubensenf und dreiecksbrot.

kind geht in gedanken über heisse bodenplatten zur wurstbude, es riecht nach chlor, und auf der höhe des sprungbretts bekommt sie arschbombenwasser ab, gerade so viel, dass es dampft am boden. kind hat ein zweimarkstück in der hand und die ermahnung, sich den liegeplatz einzuprägen im ohr. es dreht es zwischen den fingern, das geldstück, ist verlegen in der reihe der großen menschen, die alle wurst wollen.
wurst ist grad alle, der herr der koch-und bratwürste geht mit verschwitztem nacken nach hinten, öffnet eine tür, hinter der es kalt erscheint und entnimmt diesem raum einen plastiksack mit grauem, glitschig wirkenden inhalt. koch schultert den sack, streicht sich den schweiß von der stirn und nimmt ein messer mit grauem, abgegrabbelten griff zur hand, schneidet den sack auf und läßt den gesamten inhalt auf sein bratrost rutschen. es macht ein komisches geräusch, kind kann es förmlich fassen, und dannn begreift kind, dass die köstliche wurst, die dort immer vom grill auf das pappschälchen kommt, dass diese ein vorleben hat, und dieses noch eins. vom tier zur wurst im raum hinter dem mann mit verschwitztem nacken, zur leckeren wurst, gegen magenbrummen. mit tubensenf und dreiecksbrot.

und du, engelchen ? eis oder ne wurscht ? sprach er kind an, die reihe vor ihm war längst bedient und zu sämtlichen schirmen des schwimmbads verschwunden. kind blieb die spucke weg. kurzes hadern, lust gegen erkenntnis, wie später im leben noch so oft, die bodenplatten hatten senfkleckse, das konnte kind beim abwägen sehen, der klassische füsseblick aus verlegenheit.
gibt es eis was schmeckt wie wurst mit tubensenf ?
er schwitzte und lachte, wischte sich erneut mit dem lappen über die stirn, und sagte, nein, das gäbe es nicht. wer würde das auch wollen ?
ich, sagte ich.
erdbeer oder nuss, beides im hörnchen, oder du musst ne wurscht kaufen, die schmeckt dann auch nach wurscht.
er wurde ungeduldig, engelchen hin oder her, die schlange hinter dem lockenkind mit ersten ansätzen von weltverbesserung wurde länger und brachte geld.
erdbeer oder nuss, du musst dich jetzt entscheiden, oder neu anstellen, kleine.
erdbeer, sagte kind, etwas erschrocken, mit sich ringend, ob nuss auch okay wäre.
das zweimarkstück glänzte in der sonne, als es von kind zu koch ging.

frau sitzt auf der couch, von appetit befallen. schuld ein bericht im fernsehen, kurz und unbedacht, die neue in-gastronomie in den städten. auf dem weg in die küche, mit unklarem ausgang, fällt ihr das fach im froster hinten links ein. ein erbeereis im hörnchen, dort verharrend für solche momente, die immer wieder einen weg finden, von früher ins hier zu kommen.
heisse bodenplatten, tubensenf, geldstücke und der gelb-braune schirm, der zu hause bedeutete.

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Samstag, 3. Dezember 2005

die stunde der verführer naht.

die dramen mit den damen.
es lesen don dahlmann, felix schwenzel, sebas und mc winkel.

hingehen ! ( ich würd ja auch.)

03.12.2005, 20.00h,
in der “Offenbar”, Schreinerstrasse 5 in Berlin.

Eintritt = 3€


modern hadern.

ist es vertretbar, morgens statt einer zeitung das hauseigene laptop mit aufs klo zu nehmen ?


Samstag, 3. Dezember 2005

"denk an otto sander !"

(...) Thorsten: Ich hab mir mal was überlegt, Sven: Mach doch einfach im Dezember ein Blog.

(...) Und da sind wir nun. Das Leben von Rockmusikern ist ereignisarm und höchst ergebnisoffen. Guter Stoff für Blogs sieht anders aus.


Auf ein Ende.

Es kann nicht sein, sagte er, Geh weg, geh einfach los und hau ab, Geh!
Sie sah ihn an, und das lange genug, um 12 Jahre später auf die Frage einer flüchtigen aber lieb gewonnen Bekannten, die zwei weitere Jahre später eine echte Freundin werden sollte, in dieser kleinen Berliner Küche in Neu-Kölln, als sie sich ihr Shirt hoch und den Rock herunter zog, als sie also auf die Frage, ob er wenigstens schöne Augen gehabt hatte, mit
Ja antworten konnte. Ja, die hatte er. Braun, grün, so halt.

Aber es ist ja zwölf Jahre zuvor, die Nacht nass und beide haben Hunger, aber so Sachen wussten sie nicht mehr voneinander. Sie wusste auch nicht von vorhin, dass er genau vier Stunden und zweirundvierzig Minuten zuvor noch seine Brieftasche hat aufklappen lassen, bei dieser demütigenden Situation in diesem Drogerie-Markt, als ihn dieses runterbringende Ding an der Kasse mit abgenutztem, zu rotem Lippenstift diesen kleinen Moment zu lange anlächelte, und er liess die Brieftasche genau so aufklappen, dass diese Schmatze ihr Bild sah, mit einem feinen Netz überzogen, direkt neben VISA und der HEJ-Karte.
Als er seine vier Dinge in eine der umsonst aushängenden Plastiktüten packte, machte er sich Gedanken über ihre wirklich andere art. Sie passte nicht in sein Denken, war zu lebendig, und genau das war es, was ihn später Geh weg! sagen liess.
Sie machte ihn zu etwas, was er nicht kannte, sie miaute beim ficken, stapelte Klopapier zu türmen und klaute für ihn im Supermarkt seine Fachzeitungen, die er sich nie leisten wollte. Da stimmte etwas nicht. Er war nie mit Frauen zusammen, die er wirklich unglaublich fand.
Geh, sagte er genau deshalb, Geh einfach los und hau ab.
Und als sie ihn wie oben beschrieben sehr lange ansah, da dachte sie an die Zeit nach ihm. Sie wußte in diesem langen Moment noch nicht, das er der letzte Mann war, bei dem sie sich zu Hause fühlte, deshalb verspielte sie diese ein Liebe lieblos, ungekonnt und zu schnell.
Sie machte nämlich nichts. Sie sagte nichts, sie weinte nicht, keine Schwüre, keine Gnade. Er wollte sie nicht ? Gut, dann bekam er sie nicht. Da draussen, da sind ja viele, und mindestens drei davon sicher richtig, ganz sicher, und keine Augen sahen seinen ähnlich, das war gut so.
Was willst du mit ihm? fragten ihre Mutter und Hanne, die sie gern als Schulfreundin ersten Grades vorstellte, ergab es sich mal, das man Schulfreundin sagen konnte.
Leben, sagte sie damals, und bei Hanne lächelte sie sogar dabei.

Er ist nicht so wie du die Männer magst, sagte sie sich selbst einmal in die Augen, als sie abends in einem Schaumbad mit ihrem Handspiegel diskutierte, wer und ob.
Erträumen, so muss man sich einen Mann, und alles weitere auf das aufwachen schieben. Aufwachen.
Gehen wir zurück zu beiden, als sie noch zusammen und sich gegenüber standen.
Die Luft war so etwas wie dünn, sie sahen sich an und dachten rückwärts. Zwischen ihnen hing eine kleine Liste an Plänen in der Nachtluft, von denen zwar einige abgehakt, aber der größte Teil noch offen war.
Was wird aus Malta?, dachte sie.
Wer bringt sie durch die Nächte? er.
Ein Abwägen der Eitelkeiten, kurz flammte Eifersucht in ihm auf. Sie ist unglaublich.
Einer, der mich will, der sagt nicht GEH, dachte sie, drehte sich etwas zu schnell in die falsche Richtung und setzte den ersten Schritt an.
Es wäre seine Sekunde gewesen, es zu sagen.
Sie wäre stehen geblieben. Sie wäre ein ganzes Leben geblieben, hätte er in dieser einzigen Sekunde, die ihm dafür zur Verfügung stand, etwas gesagt, das sie zum stillhalten gebracht hätte.
Hat er aber nicht. Geh, hatte er gesagt, Minuten zuvor.
Sie ging.

und weg war sie.

Nachts, da drehte sein Hund Freddo sich um, reckte seine Tatzen ein wenig zu theatralisch in die Luft und seufzte tief. Er dachte an ihre kalten Hände, die sie Nachts in der Diele gerne mal durch sein fell schob, auf dem Weg zur Toilette im Flur.
Freddo schmiss sich auf die andere seite, streckte die Hinterpfoten erneut nach oben und mit einem genussvollen Geräusch schlief er sich schnurstracks hinein in seinen Hundetraum.

ein Ende.


do

laut. kalt. kaffee. warm. vier fellchen schnurren gleichzeitig. wohnung bebt. netzwerk. textlos. achim. saft und nudeln. sonne. sonne. musik. männer gegen bäume. 706. fünf haltestellen laufen, weil sonne. catcontent auf windelhintern. musikpakete und freuen. mäuseküttelmürbchen mit butter. arbeit. blut. papier. geld. frau mit geschichte, kurz vorher, dabei und aufgelöst. bus und gestank. nachbarschaftshass auf zwei sitzen. dunkel, laufen, pommesbudenduft. hähnchen und pommes vermissen. kz-hühner. welt verbessern. eine e-mail lesen und tee. zwei autos nebeneinander. dummer amerikaner. eine e-mail schreiben und tee. couch, wärme, kerl schnurrt. code unbekannt. harald. ohne abendbrot ins bett.

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ein neues photo an der der
"och, das bring ich der Lu mit"-pinnwand .
thnx.

( die anderen sind hier, unter weltmitbringsel aufbewahrt. )


Donnerstag, 1. Dezember 2005

1. dezember / über achim.

achim war blass, mager und bedröhnt, als ich ihn kennenlernte, damals, unten am gartenzaun. wir waren nachbarn, relativ frisch. seine blässe kam von der chemo, die chemo gegen den unterkieferkrebs. dieser wiederum kam vielleicht durch, weil sein immunsystem dank HIV grad im keller war. die bedröhntheit kam von den tropfen, den pillen, den kapseln und den tabletten.

achim kämpfte die nächsten jahre. er wurde egozentrisch, er wurde dünner, er wurde dicker, er keifte, er blühte, er rauchte und er sprach von der nacht, als er es sich besorgen ließ. er hatte ein leben, war negativ, passiv und er hatte seinen freund, throrsten, beide zusammen eine wohnung, es ging ihnen gut. es hätte ihnen auch die nächsten jahre noch gut gehen können, hätte achim nicht eine schwache minute gehabt, als er den mann traf, dessen namen er am nächsten tag nicht mehr wissen würde. seinen virus holte er sich auf einer toilette in einer homospelunke nah am bahnhof, er hat sie mir mal gezeigt.
“ich zog mir die hose hoch und wußte genau in diesem moment, das etwas auf einmal nicht mehr stimmte mit mir.“
als er mir das erzählte, war es herbst, und wir sassen in seiner küche und bastelten kastanienkerle, die mochte er besonders, wenn er die schmerzmittel intus hatte. bunte welt, heile welt, kastanienmännchen und vorweihnachtszeit.

ich freundete mich mit seinem freund an, wir waren uns vom wesen her näher, sahen uns täglich und teilten zeit und alltag.
am ende kamen immer häufiger anrufe, achim sei wieder in der uniklinik, ob ich eben mit den hunden gehen könne?
es waren die kurzen momente des nichts sagens, des durchatmens, die stille zwischen zwei handys. ich erinnere mich an einen abend, da war das telefonat besonders still, achim wäre auf dem level eines babys, sagte thorsten, er würde sich einpinkeln und erkennt keinen mehr. ich erinnerte mich, das ich thorsten mal sagte dass es oft der letzte rückschritt sei, wenn menschen wieder zu säuglingen würden. ich wußte, das er daran dachte, und ich sagte, geh, bleib, ich kümmere mich um die hunde. halt die ohren steif, bitte.
als ich danach an der dunklen düssel den gassigang machte, fror ich durchgehend.

das letzte mal, als ich achim sah, erkannte er mich nicht mehr. er fragte abwesend, wer ich sei und ob ich mit seinem freund vögeln würde. es wäre nicht möglich, sagte er, sein freund wäre schwul, der stünde nicht auf frauen.
er wurde künstlich ernährt und hatte keine haare mehr.
achim starb vor zwei jahren mit 39 und sah aus wie 79.
die letzen zwei jahre benötigte er 24-stündige pflege und medikamente im wert von 2400 euro pro monat.

vor HIV kann man sich einfacher schützen, als vor einer grippe.


laut und im trend.

laut, lauter, am lautesten. der contest der lautesten strassenbaumaschinen der stadt düsseldorf wird dieses jahr eindeutig in meinem viertel veranstaltet, und mit sicherheit auch gewonnen. wenn tage vor sieben mit kippenden kipplastern beginnen, dann werden die bestimmt super.
mando diao zum wasser kochen, lärm ausblenden, gute laune züchten. (haha)
kein türchen zum aufmachen. ( heißt auch : keins zum zuknallen )
max herre zum frühstück, welches aus milch besteht. back to the roots ( zurück an die brust ).
bester satz den gestrigen abends zwischen acht und zehn kam übrigens von dieter bohlen, und der ging so :
“ schweine können auch nicht stabhochspringen und sind darüber nicht traurig.“
ich entwickle ein sehr tiefes grundverständnis für dieter bohlen seine und arbeitssituation.

immerhin, neben dem tagesgeschäft erfolgreich audiosoftware eingesogen, installiert und : ausgeführt. ha! wäre endlich mal ruhe im viertel, könnte an dieser stelle auch ein podcast sitzen und blitzen.
norah jones jetzt, die wäsche wartet.


Dienstag, 29. November 2005


nudeln auf halb eins.


Sonntag, 27. November 2005

free your mind.

man hätte auch denken können, da ist einem kleinen engel das slush puppie runtergefallen. ist es aber nicht. es schneite, nein, es schüttete eis vom himmel, gottseidank in seiner niedlichsten schubbi-dubbi-form, in zarten, 5gramm-schweren flocken, die man auch kurz vor "triefnass" hätte bezeichnen können. der park war den umständen entsprechend gähnend leer. ich sah hinten am horizont m. laufen, während ich gegen meinen schal und dessen verschmelzung mit meinen ohrstöpseln kämpfte. hinter der ersten kurve kam mir ein paar in tchibos partnerlook entgegen, der mann rief was von harten garten, so in etwa, aber genau in diesem moment drücke ich das + auf dem pödchen, und die welt versank in gitarren, sorry du.

laufen im november bei -1 grad im schneegestöber. so was aber auch. ich bekam das erste mal in dieser woche ( die sonntags für mich vorbei ist, und nicht dort beginnt ) einen albernen moment, als ich versuchte, den berg hinauf zu laufen und gleichzeitig genügend sauerstoff für mich abzubekommen. blame it on the unterversorgung, jedenfalls schwamm ich brasselte ich mich glücklich durch metertiefe matschpfützen, kicherte bei tomte und grüßte in die runde der miesgelaunten wildgänse, hall_öchen, ich bins, die ekelhaft gutgelaunte lu, und ihr schaut zu.
so muss sich der terrier gefühlt haben, jahre ist das schon her. ich ging durch den wald, die familie liess den kleinen, rehäugigen muskel von der leine, scheinbar unwissend, was dieser in seinem nussgroßen rechenzentrum plante, und was machte rockychen? genau, rannte los, bis er als kleiner, gefleckter punkt den horizont erreichte und ein paar echt baffe menschen zurück liess.
tjanu.

ich für meinen teil drückte tomte den saft ab, und lief den rest unter schweren dubbigen beats, konnte mir beschwingt ein paar hüftausreisser nicht verkneifen und verstand erst da, kilometer später das mit dem harten garten.


wasserseele



[ in den kommentaren, da geht es weiter.]


Samstag, 26. November 2005


sechs monate, auf den tag. du fehlst mir jede woche anders, jeden tag ein bißchen und an manchen etwas mehr.
christstollen in geschäften werden zu hürden. mir fällt ein, das ich nächsten monat kein carepaket mehr von der post abholen werde, keine kekse mehr, kein christstollen ohne zitronat, extra von dir für mich gebacken. ich hasse zitronat, ich hasse dieses jahr, diesen moment, diesen verlust. ich denke an letztes jahr und das davor. hätte wäre wenn. mir nimmt es manchmal die luft, wenn es mir wieder einfällt. tot. weg. wo bist du jetzt grad ?
kann man zusehen, wenn man tot ist ? lümmelt man bei seinen letzten menschen herum und vermisst den geschmack von essen ? oder bist du längst ein rosiges, schreiendes bündel, neu geboren, vielleicht in dieser stadt ? sucht man es sich aus, oder büßt du vielleicht deine sünden und rennst mit fünf anderen ferkel-geschwistern durch schlammlöcher, während der metzger auf deine dicker werdenden schenkel ein auge hat ?
morgen komme ich zu dir, ich hab eine kerze und zwei steine für dich.
sechs monate und kein stollen.

logbuch | © Lu um 21:13h |





aktuelle nachrichten von den brennpunkten der zugeschneiten autobahnen. die autofahrer meckern, die polizei nöhlt, die feuerwehrmänner haben vier arme und alle hände voll zu tun, und alle zusammen eins gemeinsam : hunger, pipi, durst !

deutschland wird weiß. wir hatten nach exakt vier minuten autofahrt unseren ersten, zarten auffahrunfall. dieser moment, wo man sich anschaut, während auto völlig losgelöst auf den vorderwagen zurutscht und mit einem satten knitsch an diesem stehen bleibt.

der schneemann, eine stunde später. auf einer anhöhe mit liebe und roten fingern rund gerollt stand er da, blickte bis in die nachbarstädte und bekam mit dem werden seines gesichts eine persönlichkeit. es war komisch, ihn dort stehen zu lassen, aber wer hat schon einen schneemann gebaut und mitgenommen, den berg hinunter. eine viertelstunde später kamen wir aus dem wald zurück, und er war kleingetreten, und lag in stücke verteilt am boden, die augen im gras.
man steckt nicht drin, im menschen, und dieser nicht im schneemann.

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