Donnerstag, 2. Dezember 2004

couch-koller

drei decken, zwölf kissen unterschiedlicher größe und farbe, vier fellchen, ebenfalls unterschiedlicher größe und farbe, notebook, drei fernbedienungen, ein mobiles, ein schnurloses, zwei notizzettel, ein buch über beraterjobs, zwei mandarinen, ein paar erledigte telefonate und mittig in der fläche der zwei zusammengeschobenen couch-teile liege ich eine erhitzte delle in die sofas.
alle DVDs geguckt, die kinski-doku sogar zwei mal ( was meinen kinski in der tasche zu wahren schwärmereien hinriß, wie epochal, wie monumental s mein werrrrk doch war’. janu. ), alle schokopuddings im liegen weggelöffelt, alle jobanzeigen milde lächelnd ignoriert, an die lebensdauer der abfindung gedacht, und dann doch noch einen anruf erledigt. kontakte und tipps soll man warm halten, zu schnell kühlen sie ab und schmecken schal.
“ mensch, du hörst dich aber scheiße an.“ kommts aus dem hörer.
“ ja, ich hab jetzt auch ein drogenproblem, geht auf die stimme, aber ich komm dann nächste woche mal vorbei, vielleicht braucht ihr ja eine freie wie mich.“
fröhliches lachen auf beiden seiten, mein humorverständnis trifft bei denen auf offene ohren, selbst bei der jobgewinnung, unter umständen.
willenlos, eigentlich.
eigentlich will ich etwas anderes, aber das scheint zu dauern, und man muss sich doch kümmern, wenigstens einen kleinen joker in der tasche behalten, besser als die arschkarte. ich werde so tun, als wenn ich das will, nächste woche. un_be_dingt.

im hinterkopf dann das seltsame wissen, dass mein gegenüber vor ein paar jahren gerne abends bei mir privat angerufen hat, ich habe seine stimme erkannt, damals. er dachte, ich merke das nicht, oder mir wärs egal, und ich springe auf ihn an. er senkte seine stimme extra tief, vielleicht hatte das mal eine gemocht. er fragte, ob ich mich nicht ein wenig verwöhnen lassen möchte, er täte das echt gern. ich sagte danke, nein, und da wußte er dann auch nicht weiter, sagte tschüß, und legte auf. eine woche später der nächste versuch, die selbe sonore einleitung, er hatte sich das bestimmt zurecht gelegt. ich sagte wieder nein, danke, und er solle nicht immer anrufen, wenn harald schmidt läuft, da hat man bei mir generell schlechte karten, wenn man mich da mit einem anruf aus dem bett holen würde. er entschuldigte sich, und legte auf.
es kam noch ein letzter versuch, irgendwann während eines kurz darauf folgenden urlaubes, mittags. ich sagte ihm, dass es noch hell ist draussen, und ob er jemals einen film gesehen hätte, wo leute am hellichten tag um die mittagszeit ziemlich guten telefonsex hätten ? er musste verneinen, so was gibt’s ja auch nicht, nur nachts.
eben, sagte ich, tschüß, sagten wir beide und dann war endlich ruhe.

ich habe bei der obigen aufzählung der dinge eine sache vergessen : 68 vollgeschneuzte taschentücher.

errungene karma-coinz für heute ( bis jetzt ) : 0.
erledigte telefonate : 5
positiv gedachte momente : 0,0

wo gehts noch mal aufwärts ?

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In den letzten acht Monaten ehrlich geschmunzelt: sieben mal.
Davon in den letzten eineinhalb Minuten: zwei mal.

Toll geschrieben! Ich kann dich von hieraus leiden sehen!

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Hier! Ein virtueller Strandbesuch hilft mir immer! Gute Besserung, Lu...

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