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Montag, 4. August 2008
dinge mit dings.
Sommerlähmung, eindeutig. Wenig schöne Momente in dieser Stadthitze, aber einer zum Beispiel am Samstag Mittag, als dieser italienische Kellner ein beschlagenes Glas Weißwein vor mich hinstellte. Oder am Sonntag, als es kühler wurde und man einfach so flatternd im Wind am Fluss sitzen konnte. Blümchen beim biegen gucken.
Maulaffenfeil, eindeutig.
Gestern Disko vor dem Fenster, zwischen Blitz und Donner zähle ich immer. Heute die von mir schwer ersehnte Abkühlung. Die Augenlieder sehr sehr schwer, ich
fudel meine 2-do-liste weg, schiebe Dinge auf übernächste Woche, wird schon, wurd ja immer.
Jetzt packen für den unbekannten Ort, an den ich morgen in der Früh gebracht werde. Scheinbar werde ich übermorgen in der Ferne geburtstagen, keine Ahnung was ich einpacken soll, Bikini wär überflüssig, so die Info.
Heute Morgen fiel mir im übrigen auf, dass mein Vokabular ebenfalls außer Haus ist. Andauernd benannte ich Dinge mit 'Dings' und fuchtelte dazu so ausufern mit den Händen, um meinen verdutzten Gegenübern zumindest Form und annäherndes Volumen begreiflich zu machen.
So fuchtelte ich eine Balkonbrüstung, einen Laib Brot, ein Fahrrad, Buchungssoftware, eine Katze und ein 9er-Pack Toilettenpapier, das umweltfreundliche, was einer besonders wilden wie runden Gestik bedurfte.
Eventuell leide ich an einer periodischen Verblödung, oder an den Nachfolgen der Hitze oder ich werde einfach schon frühzeitig senil, bevor ich die letzte Kerze von der Torte gepustet habe.
Was ich eigentlichbloggen sagen wollte, ist mir inzwischen entfallen, aber es war irgendwas mit DINGS.
Behalten sie mich in Erinnerung, ich bin gleich zurück.
Maulaffenfeil, eindeutig.
Gestern Disko vor dem Fenster, zwischen Blitz und Donner zähle ich immer. Heute die von mir schwer ersehnte Abkühlung. Die Augenlieder sehr sehr schwer, ich
fudel meine 2-do-liste weg, schiebe Dinge auf übernächste Woche, wird schon, wurd ja immer.
Jetzt packen für den unbekannten Ort, an den ich morgen in der Früh gebracht werde. Scheinbar werde ich übermorgen in der Ferne geburtstagen, keine Ahnung was ich einpacken soll, Bikini wär überflüssig, so die Info.
Heute Morgen fiel mir im übrigen auf, dass mein Vokabular ebenfalls außer Haus ist. Andauernd benannte ich Dinge mit 'Dings' und fuchtelte dazu so ausufern mit den Händen, um meinen verdutzten Gegenübern zumindest Form und annäherndes Volumen begreiflich zu machen.
So fuchtelte ich eine Balkonbrüstung, einen Laib Brot, ein Fahrrad, Buchungssoftware, eine Katze und ein 9er-Pack Toilettenpapier, das umweltfreundliche, was einer besonders wilden wie runden Gestik bedurfte.
Eventuell leide ich an einer periodischen Verblödung, oder an den Nachfolgen der Hitze oder ich werde einfach schon frühzeitig senil, bevor ich die letzte Kerze von der Torte gepustet habe.
Was ich eigentlich
Behalten sie mich in Erinnerung, ich bin gleich zurück.
Mittwoch, 30. Juli 2008
bäume und frau st.
Schon wieder Mittwoch, sage ich, und dass jetzt wirklich einmal länger Regen kommen müsse, und die Bäume, und ja, sagt auch Frau St., die Bäume, die leiden ja wie die Hunde.
Und während ich den Hausmüll boshaft voneinander trenne, jeden in seine Tonne, die guten in die, die schlechten ins Kröpfchen, da denke ich über Veränderungen nach.
Erste Veränderung, Abteilung Selbstfrieden und die dafür entscheidenden Erfindungen.
Während ich also Becher in Tonne gelb werfe, und ein ganzes Rudel Weinflaschen in Schlund grün, bestelle ich die Erfindung USB-Implantat, also so ähnlich.
Ich brauche ziemlich nötig Hard-oder Software, welche meine Gedanken direkt auf Platte bannt, in hübsche Dokumente unterteilt, vielleicht wie die Kamera nach Datum, sonst kann man direkt sein Hirn spiegeln, das chronologische Chaos wäre perfekt. Ich sehe alle aufschreien, ich solle mich hinten anstellen, da könne ja jeder, und überhaupt braucht das der Mensch mittlerweile für wichtigeres.
Für Menschen wie mich, die teilweise ohne Punkt und Komma Text produzieren, ganztags und in reinen Gedanken, wäre es eine körperlich spürbare Erleichterung. Es würde der Moment entfallen, wo Mensch sich mit seinem prall gefüllten Kopf an seinen Computer setzt, die Finger hebt, noch einmal seufzt, und dann: Leere.
Der Kopf bockt, die Wörter nicht mehr so fluffig, so rasant, so passend wie Puzzleteile, Wort an Wort, Satz an Satz, bis es Blöcke bildet, alles mag sich, jedes Satzzeichen ein Fähnchen im Mund, die Geschichte feiert laut ihren Geburtstag, endlich raus aus der brütenden Stille des Kopfes, Anteilnahme, gelesen werden, Verbreitung.
Alle haben lustige Hütchen auf.
Bei der letzten Flasche (weiß = dreckige Tonne, Peng) Kopfschütteln.
Wie soll das denn gehen.
Dann doch erst einmal Weltfrieden, zweite Veränderung, keine weiteren Erfindungen mehr nötig.
Wir haben doch alles, also zumindest der Mensch.
Wir haben fettfreie Salatsaucen, Tiere ohne Fell, Dildos in Delfinform und Kinderwurst.
Wir haben Internet und dicke Asiaten und alte Viren in Dschungelparadiesen.
Wir haben alte Werke und neue Länder, und Inseln kann man sich kaufen, und wenn die alle sind, macht man in Dubai halt neue.
'Aber die Bäume brauchen Wasser', wirft Frau St. ein, und ich sage stimmt, und Dildos brauchen Bäume auch nicht.
'Wo kämen wir denn da noch hin?', Frau St., und ich 'Hmm, hm, ja.'
Jetzt, zurück von den Entsorgungen sitze ich an meinem warmen, brummenden Klapprechner und denke, dass das
Speicherdingsimplantat dann doch erfunden werden könnte.
Wegen-
Themen, die sich abschreibfertig tief in die Waden und die Arme verbeißen.
Geschichten, die einen anhauchen, kurz eine Note hinterlassen und dann weiterziehen.
Schreiben also als Putzmöglichkeit, als gründliches abschrubben der Gedanken.
Schluß jetzt.
Brief an eine Fee:
Liebe Fee,
Lust auf Weinberg und Gummistiefel.
Dazu vorgestern 30 Minuten mit einem Mopszüchter telefoniert. Ich hab nichts gegen schwarze Möpse, nehme aber auch einen in beige, besser noch von jedem einen.
Den iMac gibt es in einem bekannten Technikfachhandel gerade für 999.
Mein Haus an der Küste braucht keine große Garage, aber einen Stall.
Herzlichst,
Lu
PS:Regen für die Bäume (und mich, und Frau St.) Regen für allemann!
Und während ich den Hausmüll boshaft voneinander trenne, jeden in seine Tonne, die guten in die, die schlechten ins Kröpfchen, da denke ich über Veränderungen nach.
Erste Veränderung, Abteilung Selbstfrieden und die dafür entscheidenden Erfindungen.
Während ich also Becher in Tonne gelb werfe, und ein ganzes Rudel Weinflaschen in Schlund grün, bestelle ich die Erfindung USB-Implantat, also so ähnlich.
Ich brauche ziemlich nötig Hard-oder Software, welche meine Gedanken direkt auf Platte bannt, in hübsche Dokumente unterteilt, vielleicht wie die Kamera nach Datum, sonst kann man direkt sein Hirn spiegeln, das chronologische Chaos wäre perfekt. Ich sehe alle aufschreien, ich solle mich hinten anstellen, da könne ja jeder, und überhaupt braucht das der Mensch mittlerweile für wichtigeres.
Für Menschen wie mich, die teilweise ohne Punkt und Komma Text produzieren, ganztags und in reinen Gedanken, wäre es eine körperlich spürbare Erleichterung. Es würde der Moment entfallen, wo Mensch sich mit seinem prall gefüllten Kopf an seinen Computer setzt, die Finger hebt, noch einmal seufzt, und dann: Leere.
Der Kopf bockt, die Wörter nicht mehr so fluffig, so rasant, so passend wie Puzzleteile, Wort an Wort, Satz an Satz, bis es Blöcke bildet, alles mag sich, jedes Satzzeichen ein Fähnchen im Mund, die Geschichte feiert laut ihren Geburtstag, endlich raus aus der brütenden Stille des Kopfes, Anteilnahme, gelesen werden, Verbreitung.
Alle haben lustige Hütchen auf.
Bei der letzten Flasche (weiß = dreckige Tonne, Peng) Kopfschütteln.
Wie soll das denn gehen.
Dann doch erst einmal Weltfrieden, zweite Veränderung, keine weiteren Erfindungen mehr nötig.
Wir haben doch alles, also zumindest der Mensch.
Wir haben fettfreie Salatsaucen, Tiere ohne Fell, Dildos in Delfinform und Kinderwurst.
Wir haben Internet und dicke Asiaten und alte Viren in Dschungelparadiesen.
Wir haben alte Werke und neue Länder, und Inseln kann man sich kaufen, und wenn die alle sind, macht man in Dubai halt neue.
'Aber die Bäume brauchen Wasser', wirft Frau St. ein, und ich sage stimmt, und Dildos brauchen Bäume auch nicht.
'Wo kämen wir denn da noch hin?', Frau St., und ich 'Hmm, hm, ja.'
Jetzt, zurück von den Entsorgungen sitze ich an meinem warmen, brummenden Klapprechner und denke, dass das
Speicherdingsimplantat dann doch erfunden werden könnte.
Wegen-
Themen, die sich abschreibfertig tief in die Waden und die Arme verbeißen.
Geschichten, die einen anhauchen, kurz eine Note hinterlassen und dann weiterziehen.
Schreiben also als Putzmöglichkeit, als gründliches abschrubben der Gedanken.
Schluß jetzt.
Brief an eine Fee:
Liebe Fee,
Lust auf Weinberg und Gummistiefel.
Dazu vorgestern 30 Minuten mit einem Mopszüchter telefoniert. Ich hab nichts gegen schwarze Möpse, nehme aber auch einen in beige, besser noch von jedem einen.
Den iMac gibt es in einem bekannten Technikfachhandel gerade für 999.
Mein Haus an der Küste braucht keine große Garage, aber einen Stall.
Herzlichst,
Lu
PS:
Sonntag, 27. Juli 2008
sonntags vor dem pudding.
Man sollte das alles nicht überbewerten.
"Essen, scheißen, sterben, das ist es doch", sagte gestern eine alte Russin einer alten Türkin im Supermarkt an der Kasse. Beide hatten große Rettiche in der Hand, was die Situation für mich nicht rausholte, aber sehr erträglich machte.
Dazwischen strampelt man möglichst mit allen vier Extremitäten im Takt (Tanz oder Lauf) und kauft Bio-Tomaten und nur gute Milch, nimmt sich einmal im Monat im Wechsel vor, sein Brot selbst zu backen, seine Mutter öfter anzurufen und das mit dem Sport läuft ja.
3 Search request: frau in der hocke nackt video
Wochenenden sind besonders gefragt, weil da trinkt man dann mal ein Gläschen drüber, isst seinen und andere Teller gleich mit leer, und das ist aber in Ordnung, weil es ist Samstag Mittag, oder die Sonne scheint, oder man braucht die Stimmung um mit Mutter zu telefonieren, oder einfach nur so, weil eine Schorle zu Mittag nun wirklich nichts heißt und der Besuch am Abend genau so gern völlt und feiert.
1 Search request: waldohreule schrei
Ich habe da mittlerweile als letzte etwas dagegen, steht der Sensemann doch parat allerorts. Was soll man sich einen leichten Spass verkneifen, wenn man die Sensenspitze in der Mittagssonne blitzen sieht, der Schatten hinter der Magnumflasche Montepulciano könnte -natürlich- auch der Kaktus sein, und überhaupt geben andere in meinem fast-Alter ein Heidengeld aus, um sich zwei Wochen in See-Kliniken das Essen untersagen zu lassen, sich Dünn-wie Dickdarm mit Koffein zu beleben ('Der Tod sitzt im Darm'), altes Brot zu kauen um dann in den Herbstferien noch einmal für 500 Euro einen Tritt in den Hintern zu bekommen, der in einem Flugzeug stattfindet, aufgrund dessen man aus der Luke fällt, in einem Fallschirm den man nicht kennt, hinter einem Menschen dessen Namen man vergessen hat, die Hektik, die hihi-Todesangst, und dann am Boden alles gefilmt für zu Hause, überlebt, Adrenalin, das ganze Zeug.
2 Search request: Carmen Krause in Hotpants
Ich lasse sowas, ich sehe die Klinge manchmal blitzen, das ist weises Wissen genug, dafür trinke ich Bio-Milch, wenn, und Bio-Wein, in Maßen (hier ist eine sz-Schwäche übrigens entscheidend!), ich weiß oft, wo der Tod sitzt, gehe ihn trotzdem nicht besuchen, ich kratze verbranntes Brot sauber und bin nett zu Lebewesen, wenn es keine kreischenden sind, oder welche, die unnett zu anderen Lebewesen sind.
So in etwa.
Wie ich darauf komme?
Keine Ahnung mehr, eben noch war es schlüssig, jetzt ist es weg, aber hier liegt ein aufgeschlagenes Buch, und da ist ein Pfeil an:
(...) Diane ist unter der Dusche. Ich stelle mir vor, wie sie aussieht, wenn sie sich die Haare mit Shampoo einseift, weil das etwas ist, was ich noch nie gesehen habe. Ich liege im Bett, reglos, zufrieden, und ich überlege, ob ich vielleicht am Cotard-Syndrom leide.
Der französische Militärarzt Jules Cotard lebte nur 49 Jahre (1840 - 1889); aber das reicht um ihn zum Entdecker einer der beschissensten Krankheiten zu machen:
Das Cotard-Syndrom ist eine Störung, bei der das Opfer davon überzeugt ist, dass er oder sie tot ist. Manchmal sind die Symptome etwas spezifischer: Die Patienten glauben, dass ihnen bestimmte innere Organe fehlen oder dass in ihren Adern kein Blut fließt oder dass sie ihre Seele verloren haben. Die Krönung des Cotard-Syndroms (das medizinisch als "nihilistischer Wahn" eingeordnet wird) ist allerdings die Negierung der eigenen Existenz. Diese Menschen haben keine Angst zu sterben; nein, sie sind sicher, dass sie längst tot sind.
(Seite 33 aus 'Eine zu 85% wahre Geschichte' von Chuck Klosterman)
"Essen, scheißen, sterben, das ist es doch", sagte gestern eine alte Russin einer alten Türkin im Supermarkt an der Kasse. Beide hatten große Rettiche in der Hand, was die Situation für mich nicht rausholte, aber sehr erträglich machte.
Dazwischen strampelt man möglichst mit allen vier Extremitäten im Takt (Tanz oder Lauf) und kauft Bio-Tomaten und nur gute Milch, nimmt sich einmal im Monat im Wechsel vor, sein Brot selbst zu backen, seine Mutter öfter anzurufen und das mit dem Sport läuft ja.
3 Search request: frau in der hocke nackt video
Wochenenden sind besonders gefragt, weil da trinkt man dann mal ein Gläschen drüber, isst seinen und andere Teller gleich mit leer, und das ist aber in Ordnung, weil es ist Samstag Mittag, oder die Sonne scheint, oder man braucht die Stimmung um mit Mutter zu telefonieren, oder einfach nur so, weil eine Schorle zu Mittag nun wirklich nichts heißt und der Besuch am Abend genau so gern völlt und feiert.
1 Search request: waldohreule schrei
Ich habe da mittlerweile als letzte etwas dagegen, steht der Sensemann doch parat allerorts. Was soll man sich einen leichten Spass verkneifen, wenn man die Sensenspitze in der Mittagssonne blitzen sieht, der Schatten hinter der Magnumflasche Montepulciano könnte -natürlich- auch der Kaktus sein, und überhaupt geben andere in meinem fast-Alter ein Heidengeld aus, um sich zwei Wochen in See-Kliniken das Essen untersagen zu lassen, sich Dünn-wie Dickdarm mit Koffein zu beleben ('Der Tod sitzt im Darm'), altes Brot zu kauen um dann in den Herbstferien noch einmal für 500 Euro einen Tritt in den Hintern zu bekommen, der in einem Flugzeug stattfindet, aufgrund dessen man aus der Luke fällt, in einem Fallschirm den man nicht kennt, hinter einem Menschen dessen Namen man vergessen hat, die Hektik, die hihi-Todesangst, und dann am Boden alles gefilmt für zu Hause, überlebt, Adrenalin, das ganze Zeug.
2 Search request: Carmen Krause in Hotpants
Ich lasse sowas, ich sehe die Klinge manchmal blitzen, das ist weises Wissen genug, dafür trinke ich Bio-Milch, wenn, und Bio-Wein, in Maßen (hier ist eine sz-Schwäche übrigens entscheidend!), ich weiß oft, wo der Tod sitzt, gehe ihn trotzdem nicht besuchen, ich kratze verbranntes Brot sauber und bin nett zu Lebewesen, wenn es keine kreischenden sind, oder welche, die unnett zu anderen Lebewesen sind.
So in etwa.
Wie ich darauf komme?
Keine Ahnung mehr, eben noch war es schlüssig, jetzt ist es weg, aber hier liegt ein aufgeschlagenes Buch, und da ist ein Pfeil an:
(...) Diane ist unter der Dusche. Ich stelle mir vor, wie sie aussieht, wenn sie sich die Haare mit Shampoo einseift, weil das etwas ist, was ich noch nie gesehen habe. Ich liege im Bett, reglos, zufrieden, und ich überlege, ob ich vielleicht am Cotard-Syndrom leide.
Der französische Militärarzt Jules Cotard lebte nur 49 Jahre (1840 - 1889); aber das reicht um ihn zum Entdecker einer der beschissensten Krankheiten zu machen:
Das Cotard-Syndrom ist eine Störung, bei der das Opfer davon überzeugt ist, dass er oder sie tot ist. Manchmal sind die Symptome etwas spezifischer: Die Patienten glauben, dass ihnen bestimmte innere Organe fehlen oder dass in ihren Adern kein Blut fließt oder dass sie ihre Seele verloren haben. Die Krönung des Cotard-Syndroms (das medizinisch als "nihilistischer Wahn" eingeordnet wird) ist allerdings die Negierung der eigenen Existenz. Diese Menschen haben keine Angst zu sterben; nein, sie sind sicher, dass sie längst tot sind.
(Seite 33 aus 'Eine zu 85% wahre Geschichte' von Chuck Klosterman)
Samstag, 26. Juli 2008
zukunfts-tipp:
Zwischendrin, ich wochenende nämlich momentan eher heftig und warte in kurz bemessenen Pausen auf das alles erlösende Gewitter. Und weil sich Gewitter mittlerweile nur noch am stärksten auf Getwitter reimt, und ich hier alles stehen und liegen lasse, gleich, um genau gegen 20 Uhr folgenden Link anzuknipsen und einen Stein der Liveliteraturgeschichte mitzuerleben, welches ich mit Körper leider dann doch nicht schaffte, und nun und so wie eine Konserve vor meinem flimmernden Bildschirm sitzen werde, bewaffnet mit Erdnüssen, Schnittobst und einem Glas Wein. Punkt.
Klicken Sie genau HIER, meine geschätzt neugierigen Leser, und seien Sie dabei, wenn sie Saschalobo sagen/twittern hören:
'Sixtus, wir haben ein Problem!'
Die LIVE-Schaltung der ersten Twitterlesung (tatsächlich) ab 20:00 HIER.
Sehr viel Vergnügen.
Klicken Sie genau HIER, meine geschätzt neugierigen Leser, und seien Sie dabei, wenn sie Saschalobo sagen/twittern hören:
'Sixtus, wir haben ein Problem!'
Die LIVE-Schaltung der ersten Twitterlesung (tatsächlich) ab 20:00 HIER.
Sehr viel Vergnügen.
Donnerstag, 24. Juli 2008
Simon's Cat III / TV Dinner.
Donnerstag, 24. Juli 2008
markieren.
Gucci Rush II oder Chanel Chance?
Was bietet mehr an mir?
Was bietet mehr an mir?
danke,
wien, paris, im garten (eines kraken).
Manchmal denkt man, man hätte einen Traum der greifbar ist, kauft Bettwäsche und Tinnef, alles in Gedanken natürlich, richtet ein und putzt Kalk aus Becken und von Hähnen, geht mit Orangenreiniger durch alte, muffige Vorratsecken aus Holz, um dann einfach aufzuwachen.
Einen Tag später hat ein Fremder den Traum für sich gepachtet,
kauft Bettwäsche und Tinnef und ich kann nur sagen: Moin.
Letzte Nacht was ganz anderes. Ein Meer welches vorab eigentlich ein See war, einer den es so in meinem Dasein nicht gibt, aber in Anlehnung an einen den ich kenne. Der See also wird zum Meer während ich drin stehe, hindurch wate. Algen und Dinge werden je tiefer ich gehe zu Fischen und Menschen. Es ist grünlich, man kann atmen oder man muss es nicht mehr, ich weiß es nicht. Ich gehe tiefer und es sind ein paar Menschen um mich die ich flüchtig kenne. (Für drei Insider: Fischer Jean-Jacques war mit dabei und lachte sein fröhliches, zahnloses Lachen mitten ins Grün.)
Ziemlich weit weg vom Ufer -den Drang spürt man noch, in der Nähe des Ufers zu sein-, das Wasser ist jetzt zwei Meter über Kopfhöhe, ist die Grenze. Es ist wie Wasser im Wasser, wie eine Emulsion. Direkt vor mir sehe ich eine senkrechte Wasserfläche wabern, dahinter das offene Meer. Es geht langsam ins Dunkel, der Grund senkt sich mit jedem Zentimeter weiter ab, es gibt eine andere Strömung direkt vor mir, hinter der senkrechten Wasserfront.
Ich stehe davor und zögere, sehe ein älteres Frauenpaar, welches sich wagt und hindurch geht. Es ist einfach, man geht leicht hindurch, aber ich sehe ihnen an, dass sich das Gefühl des Seins ändert.
Sie sind draußen, plötzlich. Hören kann man sie nun nicht mehr, aber ich sehe nervöse Neugier. Ein paar Minuten, vielleicht zwei, gehen sie nah an der Linie und ich überlege, ob ich auch soll. Meine Angst vor dunkler Tiefe ist ebenfalls ein paar Meter tief. Die Hürde braucht einen gewissen Anlauf, immer.
Sie wollen zurück, wieder rein in die Menge, die sich hier im seichten Grün herumtreibt, aber es geht nicht so einfach.
Vom Draußen wieder ins sichere Gebiet zu kommen, in die Seichte, ist schwer. Schwerer, als in die Weite zu gehen, ins offene Meer. Sie drücken mit flachen Händen gegen die unsichtbare Wand, bis eine einen spitzen Finger macht und das Nachgeben bemerkt. Nun spitzen beide die Hände, nehmen die Knie dazu und brechen zurück in das Vertraute, berechenbare Wasser, in dem wir alle zusehen. Diese Ruhe hier.
Wecker.
Seitdem sehr große Lust auf Wien, auch wenn das nichts mit dem offenen Wasser zu tun hat. Paris ginge auch, das dachte ich noch, während ich PARIS tippte, aber nein- es müsste schon Wien sein.
Dazu habe ich ein Lied, was nicht in Wien spielt, mich aber seit letzter Woche nur an Frankreich erinnern wird. Immer wenn ich das Lied höre, denke ich an einen Blick aufs Meer über eine Mauer. Und das passt schon fast wieder eine Wenigkeit zum Traum.
Santogold - L.E.S. Artistes
DJ Whistle am morgendlichen Meer meinte, würde John Peel noch leben, er würde ihr Album rauf wie runter spielen. Dem kann ich nur zustimmen. Dazu wippten wir im Pyjama in der Nordbrise. Merci für die Platte!
Einen Tag später hat ein Fremder den Traum für sich gepachtet,
kauft Bettwäsche und Tinnef und ich kann nur sagen: Moin.
Letzte Nacht was ganz anderes. Ein Meer welches vorab eigentlich ein See war, einer den es so in meinem Dasein nicht gibt, aber in Anlehnung an einen den ich kenne. Der See also wird zum Meer während ich drin stehe, hindurch wate. Algen und Dinge werden je tiefer ich gehe zu Fischen und Menschen. Es ist grünlich, man kann atmen oder man muss es nicht mehr, ich weiß es nicht. Ich gehe tiefer und es sind ein paar Menschen um mich die ich flüchtig kenne. (Für drei Insider: Fischer Jean-Jacques war mit dabei und lachte sein fröhliches, zahnloses Lachen mitten ins Grün.)
Ziemlich weit weg vom Ufer -den Drang spürt man noch, in der Nähe des Ufers zu sein-, das Wasser ist jetzt zwei Meter über Kopfhöhe, ist die Grenze. Es ist wie Wasser im Wasser, wie eine Emulsion. Direkt vor mir sehe ich eine senkrechte Wasserfläche wabern, dahinter das offene Meer. Es geht langsam ins Dunkel, der Grund senkt sich mit jedem Zentimeter weiter ab, es gibt eine andere Strömung direkt vor mir, hinter der senkrechten Wasserfront.
Ich stehe davor und zögere, sehe ein älteres Frauenpaar, welches sich wagt und hindurch geht. Es ist einfach, man geht leicht hindurch, aber ich sehe ihnen an, dass sich das Gefühl des Seins ändert.
Sie sind draußen, plötzlich. Hören kann man sie nun nicht mehr, aber ich sehe nervöse Neugier. Ein paar Minuten, vielleicht zwei, gehen sie nah an der Linie und ich überlege, ob ich auch soll. Meine Angst vor dunkler Tiefe ist ebenfalls ein paar Meter tief. Die Hürde braucht einen gewissen Anlauf, immer.
Sie wollen zurück, wieder rein in die Menge, die sich hier im seichten Grün herumtreibt, aber es geht nicht so einfach.
Vom Draußen wieder ins sichere Gebiet zu kommen, in die Seichte, ist schwer. Schwerer, als in die Weite zu gehen, ins offene Meer. Sie drücken mit flachen Händen gegen die unsichtbare Wand, bis eine einen spitzen Finger macht und das Nachgeben bemerkt. Nun spitzen beide die Hände, nehmen die Knie dazu und brechen zurück in das Vertraute, berechenbare Wasser, in dem wir alle zusehen. Diese Ruhe hier.
Wecker.
Seitdem sehr große Lust auf Wien, auch wenn das nichts mit dem offenen Wasser zu tun hat. Paris ginge auch, das dachte ich noch, während ich PARIS tippte, aber nein- es müsste schon Wien sein.
Dazu habe ich ein Lied, was nicht in Wien spielt, mich aber seit letzter Woche nur an Frankreich erinnern wird. Immer wenn ich das Lied höre, denke ich an einen Blick aufs Meer über eine Mauer. Und das passt schon fast wieder eine Wenigkeit zum Traum.
Santogold - L.E.S. Artistes
DJ Whistle am morgendlichen Meer meinte, würde John Peel noch leben, er würde ihr Album rauf wie runter spielen. Dem kann ich nur zustimmen. Dazu wippten wir im Pyjama in der Nordbrise. Merci für die Platte!
Dienstag, 22. Juli 2008
peta 2.0
Als ich Sonntag durch den Regen spazierte, stoppte ich unter einer Eisenbahnunterführung plötzlich hinter folgendem Plakat:

Erst das kleine peta2 und weitere Mitmachende im unteren Bereich des Plakates ließen mich leise aufatmen, nachdem ich tatsächlich lange die Bilder nach einer Auflösung absuchte.
Dahinter steckt eine auf 2.0 abgestimmte Kampagne, welche sowohl myspace einbindet, wie auch die Netzverknüpfungen dank einfacher Einbindung und schnellen Zugriff auf die wichtigen Dinge, klar auf die jugendliche Zielgruppe geschrieben, aber hey, für Robbenrettung ist man nie zu alt. Deswegen:
(Ich bin ja noch auf dem Level der nackigen Promis, die lieber nackt gehen als Pelz zu tragen. Aber ich hab ja auch im Internetz angefangen, da gab es noch Modem und keine Zahl mit Punkt hinter dem Wort Web.)

Erst das kleine peta2 und weitere Mitmachende im unteren Bereich des Plakates ließen mich leise aufatmen, nachdem ich tatsächlich lange die Bilder nach einer Auflösung absuchte.
Dahinter steckt eine auf 2.0 abgestimmte Kampagne, welche sowohl myspace einbindet, wie auch die Netzverknüpfungen dank einfacher Einbindung und schnellen Zugriff auf die wichtigen Dinge, klar auf die jugendliche Zielgruppe geschrieben, aber hey, für Robbenrettung ist man nie zu alt. Deswegen:
(Ich bin ja noch auf dem Level der nackigen Promis, die lieber nackt gehen als Pelz zu tragen. Aber ich hab ja auch im Internetz angefangen, da gab es noch Modem und keine Zahl mit Punkt hinter dem Wort Web.)
notizen ohne ende.
Neuerdings knöpfe ich mir aus Gründen der Schusseligkeit (die große 40?) gerne Mal mein Moleskine vor und blättere mich durch Projektseiten, Textentwürfe, Listen, Zugabfahrtzeiten, Einkaufslisten, Geburtstagswünsche, Tickets und Bons, Briefmarken und Bilder.
Heute Morgen dann verdutztes Innehalten.
Notiz (Datum unbestimmt):
Kaktus, Tourette, Verlassen, Max Raabe und sein Palastorchester, Zorro, Berlin-November
Eventuelle Geschichte:
Ein Kaktus namens Zorro wird im November in Berlin aufgrund seiner Ticks verlassen, alles was sie ihm lässt ist seine Max Raabe Schellackplattensammlung?
Oder:
Zorro lebt jetzt als Max Raabe in Berlin, es ist November. Da er sich nie rasiert und piekt wie ein Kaktus, verläßt ihn seine Freundin, die hübsche Geigerin in einem Palastorchester war, diesen Job aber aufgrund ihres Tourettesyndrom nicht weiter ausführen konnte, und sich gereizt über jede Kleinigkeit aufregt. So auch über Zorro und seine Bartstoppeln.
Nein. Vielleicht aber:
In einer dunklen Küche in Berlin zieht eine stille Frau die Vorhänge auf. Es wird dadurch nicht heller, es ist eher eine eingespielte Bewegung, eine Beschäftigung der Hände, während die Gedanken woanders anpacken.
Sie hört Schritte im Treppenhaus. Seine Schritte. Zorro.
Tourette öffnet die Tür, bevor er den Schlüssel laut klirrend wie immer zuerst aus der Tasche zieht und dann auf die
Holzdielen des Treppenhauses fallen lässt. Sie hasst dieses Geräusch mit einer Intensität, wie sie ihn liebte, einst und früher. Nicht jetzt. Jetzt wäre es die letzte Gelegenheit gewesen, es noch einmal zu hören.
Die letzte Gelegenheit.
Es ist aus, sagt Tourette, kaum das Zorro in der Küche angekommen war.
Ohne Worte gibt sie ihm Kaffee, schwarz, abgestanden.
Scheiß Dunkelheit, drinnen wie draußen! sagt er, als er sich mit beiden Händen über das Gesicht fährt.
Scheiß November, scheiß Frauen, scheiß Wetter für einen Kaktus. Sein Gesicht taucht aus den Händen wieder auf.
Geh jetzt, sagt Tourette. Sie nimmt ihm in einer gelangweilten Geste den Becher aus der Hand, dreht sich
in einer fast heiteren Bewegung zum Fensterbrett, nimmt den Topf mit dem Kaktus und drückt Zorro diesen in die Stelle der Hände, wo eben erst noch der Kaffeebecher ausharrte, dann sein Gesicht lag.
Zorro steht auf, sagt noch einmal
Scheiß Dunkelheit. Scheiß Wetter für einen Kaktus!, und verlässt erst die Küche, lässt dann in der Diele einen Schlüssel auf die Holzdielen fallen, und zieht mit einem lauten Klack die Tür hinter sich und dem Kaktus zu.
Tourette öffnet die Fenster und geht mit einem leichten Gefühl, fast wie im Mai, zu ihrem Plattenspieler.
Sie drückt auf ON, ein leises elektrisches Geräusch erfüllt den Raum, dann knistern, dann Max Raabe. Er singt(nicht über Kakteen):
Auch eine Möglichkeit, aber ich denke eher nicht.
Heute Morgen dann verdutztes Innehalten.
Notiz (Datum unbestimmt):
Kaktus, Tourette, Verlassen, Max Raabe und sein Palastorchester, Zorro, Berlin-November
Eventuelle Geschichte:
Ein Kaktus namens Zorro wird im November in Berlin aufgrund seiner Ticks verlassen, alles was sie ihm lässt ist seine Max Raabe Schellackplattensammlung?
Oder:
Zorro lebt jetzt als Max Raabe in Berlin, es ist November. Da er sich nie rasiert und piekt wie ein Kaktus, verläßt ihn seine Freundin, die hübsche Geigerin in einem Palastorchester war, diesen Job aber aufgrund ihres Tourettesyndrom nicht weiter ausführen konnte, und sich gereizt über jede Kleinigkeit aufregt. So auch über Zorro und seine Bartstoppeln.
Nein. Vielleicht aber:
In einer dunklen Küche in Berlin zieht eine stille Frau die Vorhänge auf. Es wird dadurch nicht heller, es ist eher eine eingespielte Bewegung, eine Beschäftigung der Hände, während die Gedanken woanders anpacken.
Sie hört Schritte im Treppenhaus. Seine Schritte. Zorro.
Tourette öffnet die Tür, bevor er den Schlüssel laut klirrend wie immer zuerst aus der Tasche zieht und dann auf die
Holzdielen des Treppenhauses fallen lässt. Sie hasst dieses Geräusch mit einer Intensität, wie sie ihn liebte, einst und früher. Nicht jetzt. Jetzt wäre es die letzte Gelegenheit gewesen, es noch einmal zu hören.
Die letzte Gelegenheit.
Es ist aus, sagt Tourette, kaum das Zorro in der Küche angekommen war.
Ohne Worte gibt sie ihm Kaffee, schwarz, abgestanden.
Scheiß Dunkelheit, drinnen wie draußen! sagt er, als er sich mit beiden Händen über das Gesicht fährt.
Scheiß November, scheiß Frauen, scheiß Wetter für einen Kaktus. Sein Gesicht taucht aus den Händen wieder auf.
Geh jetzt, sagt Tourette. Sie nimmt ihm in einer gelangweilten Geste den Becher aus der Hand, dreht sich
in einer fast heiteren Bewegung zum Fensterbrett, nimmt den Topf mit dem Kaktus und drückt Zorro diesen in die Stelle der Hände, wo eben erst noch der Kaffeebecher ausharrte, dann sein Gesicht lag.
Zorro steht auf, sagt noch einmal
Scheiß Dunkelheit. Scheiß Wetter für einen Kaktus!, und verlässt erst die Küche, lässt dann in der Diele einen Schlüssel auf die Holzdielen fallen, und zieht mit einem lauten Klack die Tür hinter sich und dem Kaktus zu.
Tourette öffnet die Fenster und geht mit einem leichten Gefühl, fast wie im Mai, zu ihrem Plattenspieler.
Sie drückt auf ON, ein leises elektrisches Geräusch erfüllt den Raum, dann knistern, dann Max Raabe. Er singt(nicht über Kakteen):
Auch eine Möglichkeit, aber ich denke eher nicht.
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