Donnerstag, 16. November 2006

Laut lachen mit Referrern.

Herr Kid gab heute Morgen ja schon verkrypte Verzögerungsbotschaften
(Bitte lesen sie diesen Blogeintrag rückwärts!) bezüglich hoch anzüglicher
Bilder mit Idyll, die er mir zukommen lassen möchte, und dann entdecke
ich zu meiner absoluten Zustimmung auch noch dies in den langen Reihen
der Referrer:

1 Search request: die lu von miagolare ist die einzige die es drauf hat

Nun gut, es hat nur einer gesucht und gesacht, aber immerhin.
Ansonsten wie immer -

7 http://www.blogbar.de/autoren.php
1 Search request: Oliver Geissen an der Alster
3 Search request: wie kocht man Frikadellen
1 Search request: "Marcel Richard Saibert"
1 Search request: "wer bumst mich"


Und jetzt Für Dich.



Ein Buch, welches ich vorab schon zerliebe, nur vom reinlesen her.

Alles zu "Wie der Soldat das Grammofon repariert" von Saša Stanišic
auf seiner Seite, inklusive Blog, und hier mit Film.

Danke für dieses wunderschöne Geschenk!

anker raus | © Lu um 13:28h | keine meldung | meldung machen?

Mittwoch, 15. November 2006

Lu lernt Französisch, Lektion 9.

"Ach, isch bin eutäh in einem Eimer!" schrillt es schon vom Flur her. Helga und ich hatten gerade wieder eine regelmäßige Atmung nach dem Aufstieg, der ja jetzt, im dunklen Herbst noch mit Extraproviant beladen ist. 0,5 liter Kaffee, im Pappbecher, ohne bringen wir kein gesungenes Wort mehr ans anbrechende Tageslicht.
Helga hatte sich offensichtlich von ein paar Tüchern getrennt und auch den Weg zurück zu westlichen Duschseifen gefunden, jedenfalls sass sie nach wilden Rosen duftend und in Wolle gestrickt neben mir, und nur ein Tuch zierte die ganze Frau. War Indien am Ende dann doch wieder zu weit weg?
Aber alors, zurück zu Marie und ihrem Eimer.
Sie flatterte vor der Tafel mit ihren Seidentüchern (und zwar so vielen, dass sich Helga prima hätte neu einwickeln können) und wir alle bestaunten ihre offen zur Schau getragene Misere.

Hätten wir sie denn auch erkennen können, ich meine so richtig. Herr Blume, der ihr am nächsten sitzt, lächelte frisch betäubt von Maries Chanel-Schweif, und wir anderen zwei, also Helga und ich, verstanden nix, lächelten Weise und griffen uns unsere Pappbecher, Prost.
Marie stoppte mitten in ihrem Rotoren-Dasein und begann mit einem "Alors, ihr glaubt nischt, was isch aböh inter mir!"

Marie war uBahn gefahren, das macht sie immer. Und als sie so da sass und ihre schönen Schuhe betrachtete, da sei ihr (MERDE!) diese kleine Laufmasche in ihrem Strumpf aufgefallen.

"Isch dachtöh OH NO, das darf nischt, wie gehe isch da herum, mit eine LOCH in meine teure Strummpf, aböhr dafür aböh isch immer eine kleine Flasche von Nagellack dabei, damit ich das flicken kann von selbst und schnell. Voilá, isch 'oläh also meine kleine Flasche Lack aus der Taschöh, ziehe meinen Schuh aus und da zetert dieser kleinöh, alte Mann neben mir los, ganz plötzlisch! Isch denköh, a! was 'at öhr denn jetzt, und ich verstand keine Wort, es war arabisch oder türkisch, nein, isch weiß, arabisch 'ättöh isch noch eine wenig verstanden weil isch dort 'abe gelebt für ein paar Jahre, es muss türkisch gewesen sein. Alors ... er brüllt also auf mich ein, und isch stehäh dort mit meine Schuh und sage, wenn sie nicht auf der Stellöh' auf'ören misch anzuschreien, werfe ich ihnen die Schuh vor die Kopf!"

Helga gackert laut los, offensichtlich Koffeinschock, sie wirkt fahrig. Im selben Moment geht die Tür auf, und Tis-Ta-Ro kommt mit verschlafener Asiatenfrisur herein (bedeutet: sie ist genau so, wie er gelegen hat, also rechtslastig) und wird von Marie am Arm gepackt, bevor er auch nur die Tageszeit sagen kann ...

"... und dann wird er noch fuchsteufeligöhr, und zeigt immer auf mein Bein mit Strumpf, und isch halte ihm den stinkenden Lack direkt vor die Nasöh, damit er sieht, das isch weiß mich zu wehren mit andöröh Mittel als er denkt."

Kunstpause Marie, wir alle gucken mächtig beeindruckt, die Frau weiß ihre Waffen zu gebrauchen. Draussen auf dem Gang Olgas Stechschritt in italienischen Stiefeln. Tack-Tack-Rumms, Tür auf:

"Bon soir" dröhnt Olga, und Helga: "Die sollte auch mal auf italienischen Kaffee reinfallen wie auf die Schuhe, dann klappt das vielleicht mit den Tageszeiten."
Holla. Höre ich da Missmut raus?

Aber Marie war nicht mehr zu stoppen, bezahlter Kurs hin oder her, das musste jetzt raus. Also:

"... Jedenfalls isch attöh diesen alten, bösen Mann durchgeschaut. Ein Sitz weiter sass diese arme Frau unter eine Burka, und isch aböh misch schon immer eingesetzt für die Rechte der Frau überall und keine soll so sitzen wie eine Gespenst unter Laken!"

Sie liess Tis-Ta-Ro wieder los, offenbar brauchte sie ihn nicht mehr als Sparringsobjekt und er ging ergeben und mit einem Hauch Chanel auf seiner Jacke zu seinem Platz hinten rechts.

"... Isch sagtöh dann, dass wäre ja klar, so eine Beschiss, so eine Quatsch, ob es ihm schon einmal wäre aufgefallen, dass er hier nischt mehr lebt in die Berge mit Ziegen zusammöhn?"

(Beeindrucktes Nicken meinerseits, Helga ließ so was nach Indien scheinbar kalt, Tis-Ta-Ro kam noch nicht richtig mit und Olga sortierte sich und ihre Haare erst einmal ausufernd, machte aber ein sehr interessiertes Gesicht.)

"... Darauf kam von ihm wieder etwas langes, was isch nischt verstand, aber mir war es gleich, ich 'aböh das Recht, meine Strümpfe zu flicken wann und wo isch will, und das sagte isch ihm auch, und zwar klipp und äh ... klipp. Isch sagtöh, wenn er es nischt ertragen kann, in seine Alter eine bestrumpftöh Bein von einer französischen Frau zu sehen, dann hätte er ein Problem, und er solle zurück zu seine Berge und Ziegen, wo ihn kein Seidenstrumpf mehr den Blick vernebelt! Alors ... das 'allöhs 'aböh isch ihm geworfen an die Kopf und seine Frau unter die Laken fand das bestimmt gut, und da dachte isch, isch setzöh noch eine drauf - isch war SO wütend!- und sagtöh, dass es nischt sein kann, das er versteckt seinöh wunderschöne Frau unter einem LAKEN!"

Uff, ich gab nach. Laut gackernd brach ich gegen Olgas Wangenknochen in Lachen aus, das war der Höhepunkt. Marie kapierte natürlich und meinte, es wäre ihr klar gewesen, dass unter der Burka mitnichten eine knackige Salome gesessen hätte, sondern eine Frau weit jenseits der Menopause, aber gut, wenn Frau schon mal gerade dabei ist, die westliche raushängen zu lassen, und er solle froh sein, dass sie nicht von damals und den verbrannten Büstenhaltern angefangen hätte.
Am Ende stieg er immer noch schimpfend mit der vermummen aus, und Marie feierte ihren stillen Triumph mit einem Tropfen Nagellack auf ihrem Strumpf, und jeder durfte zugucken, so!

Es folgte eine halbstündige Diskussion über unterdrückte Frauen, eigene Erlebnisse und Emanzipation und Länderanpassung im Allgemeinen, wobei Tis-Ta-Ro beachtlich still blieb und Olga sehr lebhaft wurde.
Passte aber alles auch irgendwie zu Unite Trois, weil da geht es ausufernd und dauernd nur um Klischees; was Männer und Frauen vereint und die selben auch gewaltig trennt. Wir taten uns alle sehr sehr schwer, was ich ja als absoluten Pluspunkt sehe, aber so richtig flüssig macht das den Unterricht auch nicht, wenn alle stumm vor ihrem Blatt sitzen und ihnen partout kein Klischee einfallen will.
Dafür hat Olga ihre Liebe für mich entdeckt, vor allem seitdem sie weiß, was ich beruflich mache und wie wichtig das für sie ist. Müssen wir einen Dialog bestreiten, dann strahlen wir uns nicht nur beseelt an, wie vorher, nein, jetzt mit vollem Körpereinsatz von Olga. Macht sie einen Witz, bekomme ich die halbe Olga in die Rippen gedonnert, gefolgt von einem lauten Lachen, wo rein akustisch nur noch das nach hinten sausende Wodkaglas fehlt, und sprechen wir einen Dialog, dann knuddelt sie mich zwischendrin immer beherzt am Arm, rubbelt mich durch und lacht micht sehr laut an. Wenn sie nächste Woche auch noch mit mir und Helga den Aufstieg zu Fuss antritt, dann mach ich mir langsam Gedanken und setz mich zum Exil-Italiener um, der zischt wenigstens nur seine immense Bildung durch die Reihen.
Alors...

Heute gelernt: Marie kämpft französisch, und ich kann keine Klischees.


Sonntag, 12. November 2006

Mitmachen bei "Hallo Lu" (Mittlerweile 1 Meter zum scrollen, mit später Notiz am Ende)

Ich habe noch eine Ecke frei, und die würde ich gerne mit euch füllen.

Angestachelt durch diese Aktion hier


(M.R.Saibert plus Werbelink)

fühlte sich der werte Pathologe im fernen Afrika von der Muse geküsst und schickte mir das hier


(Pathologe)

in den Herbst.

Da kam mir der Gedanke, dass ich da mehr von will, und wenn genug zusammen kommen, dann häng ich mir die alle an die Wand (Achtung, web 3.0 !!!) und freu mich täglich dran.

Also, liebe Leser ... seid kreativ, nehmt euch eine Minute Zeit und bastelt der Lu einen Gruß, den sie lieb haben und aufhängen kann. Ihr dürft mich gerne auch neidisch machen, also tolle Hintergründe aus eurem Heimathafen, vor dem Stadtberg oder mit Harry Rowohlt im Arm.

Zu schicken an luna_luätwebpunktde
mit der Bitte um ein "Ja, klar!" (kannste ruhig mit meiner URL online setzen) oder einem "Nee, lass mal ..." (nein, nur an Deine Wand damit)

So, und nun ran an die Kameras, Stifte, Katze, ich will Post und Freude!

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der erste



(Ben von Elementarteile )

das zweite bild

ist von siebenviertel, inklusive frischer kurzgeschichte auf der seite!



ich danke über den ozean.

der dritte

dyna luther, frisch wech aus hamburch
(und aus dieser stadt erhoffe ich mir noch mehr!).



(hätt ich iChat, könnten wir via zeichensprache ein paar floskeln tauschen :)

die vierten waren meine lieben schulzes



und die

fünfte



lady novesia

6.te



von fishy, die meinen cosmopolitischen hauch vollendet umsetzte, und den

7. Streich legte gewagt wie gewohnt charmant der Daniel vom Sprottenblog vor meine Stiefel



(SO liebe ich das; seufzend durch die Post klicken)

Numero 8



von Malcolm in seiner Blogpause mit einer miesen Ente abgerungen -

und die Neun kommt vom Erik als



Suchbild.

Nr. 9, ich als Kieler Themenauflauf



bei Janina, appetitlichen Dank.

die 10, die kam mit einer Bitte, die ich nicht abschlagen konnte von
Screwtapes Mike.



(Niemals grün!)

und die Nummer elf kommt von Blueeyesinthemirror (uffz) und ist in der Tat ein



Hallo Schaf.

die zwölf:



Zu Wassser gelassen von Frau Klugscheisser.

die dreizehn flattert aus der Schweiz ein, von HansGseit





Merci.

SvenK. ist die vierzehn



Merci beaucoup Monsieur K.!

Notiz:
! ES DÜRFEN/SOLLEN AUCH PÄRCHEN MITMACHEN !
Und Autos. Und Betrunkene. Und Werber. Und Köche.
Kommt schon, meine Wand ist groß UND blank.


über das niesen.

Ich weiß ja, dass ich es hasse, muss ich niesen, wenn ich gerade den Mund voll Käsestulle oder Marmorkuchen habe.
Aber das das Leaderfell krampfhaft die Backen und Lefzen zusammenhält, während ihn ein Niesen beim Trockenfutterknurpsen übermannt (Wortalternative: überkatert), das war mir bis gerade neu.

logbuch | © Lu um 13:24h | keine meldung | meldung machen?

nacherzählt

Für so Tage wie heute genau das richtige. Eigentlich hat man einen ganzen Stapel zu tun, eigentlich ist man in der Gewissheit, das nächste Total Recall komplett verpasst zu haben, aber, und jetzt kommt der helfende Teil, aber man kann sich trösten.

Legen Sie bitte ihre 2do-List zur Seite, schalten sie Ihre Breitbandverbindung ein, oder packen sie Ihr 56k in ein Kühlpad, Kaffee und ein Keks sollten in Greifweite liegen, und nun öffnen Sie den Browser Ihres Vertrauens und geben folgendes ein:

http://www.total-recall.org/

Man kann sich die Sieger ansehen, und ich empfehle das.

netz-welt | © Lu um 12:12h | keine meldung | meldung machen?

Freitag, 10. November 2006

"schöne tage" break Leerstelle

(Wie angedroht wurde dieser Text hier nach Mittag in den Hafenschlamm gekippt.
Wir machen weiter mit Werbung.)


((Okay, auch das Video wurde gelöscht, schon nach fünf Minuten, weil oberflach, genau so flach wie die blöden Gynäkologenwitze vom Morgen. Bin eh nicht zum Erzählen gekommen, war die ganze googelei eh fürn Eimer. Hm. Vielleicht soll diese Stelle auch einfach leer bleiben. Kein Text, kein youTube-Video, kein Tönnchenbild. Genau. Ich lass das jetzt. Mut zur Lücke!))


Donnerstag, 9. November 2006

hamburgs eimer 9.



(mit besten Dank an dogfood, der mich frisch über die neuesten
tonnentrends aus meiner lieblingsstadt informierte.)


Lu lernt Französisch, Lektion 8.

"Helga? Helga, bist Du das etwa?" brülle ich drei Stockwerke hoch, als ich ein vertrautes Schnaufen weit über mir vernehme.
"J- Ja, ich-warte-auf---Dich." kam es atemlos, und dann hörte ich, wie Helga sich schwer auf die Stufen fallen ließ.
Als ich sie einhole, grinst sie mich breit an.
"Irgendwas ist anders..." sag ich.
"Ich, ich bin anders, ich war nämlich in Indien!"

Triumphierend strahlte sie durch das Treppenhaus mit Ostzonen-Charme.
Ich darauf gerade "Oh, echt? Und -"
da brüllte uns Marie aus dem sich öffnenden Aufzug an.
"A! A-A! Alors, Salut zusammöhn, was sitzöhn sie noch auf die Anzahl von Stuföh, ä? --- Treppen! Ha, isch meinöh die Trepp."
In ihrem Schweif aus Chanel gingen wir im Marschritt in den Klassenraum, sortierten Taschen und Kaffeebecher und ich überflog kurz die Runde. Helga war also doch noch im Bunde, Tis-Ta-Ro tippte auf einem klitzekleinen Mobiltelefon eine ganze Doktorarbeit und lächelte beseelt, Herr Blume wie immer mit verzweifeltem Gesichtsausdruck, diesmal mit Fokus auf sein Vokabelheft, und ich. Es fehlten noch die durchsichtige Eva, Olga und der Exil-Italiener.
"A! Alors, ca va bien?" sang mich Marie plötzlich und unvermittelt an.
"ICH? Neee, ähm, nee, ich meine ... Mist, was heißt denn eigentlich Nein, danke, es geht mir leidlich, und das Leben tat heute Morgen alles, auf das ich nicht zum Kurs komme, und nun bin ich doch hier, mein Blutdruck ist trotz 5 Stockwerke noch im Tiefschlaf, und mir fehlten exakt 3 Cent um mir den mittleren Latte to go kaufen zu können. Nein, es ginge mir besser, läge ich noch im Bett! ?"
Marie fror eine halbe Minute kurz ein. Das macht sie immer, wenn sie längere Passagen vom deutschen in ihre Muttersprache übersetzen musste, und ich trank einen Schluck Kaffee.
"A! Mal könnte man sagen." Sie lachte.
"Und das beschreibt all das, was ich gerade gesagt habe? Ein Wort für Morgenelend deluxe? Das ist ja wie bei Tis-Ta-Ro zu Hause. Stimmt doch, oder?"
Tis-Ta-Ro wurde zart rosa und sagte laut und deutlich "Tres bien, merci".
Na gut.
Es kam heraus, dass alle irgendwie an diesem Morgen zu kämpfen hatten, ich war also in prima Gesellschaft. Der Club der Gestrandeten, aber immerhin mit petit peu Kenntnissen in der französischen Sprache, in Krisenzeiten nicht zu verachten.
Und was soll ich sagen? Das war mit Abstand die lauteste, fröhlichste und verlachteste Unterrichtseinheit, die wir bis jetzt hatten. Olga kam, wie immer, genau zwanzig Minuten zu spät, und erklärte das erste mal, warum. Sie würde nie zu lange schlafen, auch wenn das sicher alle dächten, nein, sie bekäme (und jetzt wäre ein Podcast toll, weil wie sie dieses Wort gesagt hat:) Hypersensibilisierung. Danach kam erst einmal eine Kunstpause, so lang wie Olgas Wangenknochen, und dann zeigte sie ihrem erstaunten Publikum die Stelle der Spritze, fügte noch eine Kurze Exkursion über ihren Bauch, den sie als zu prallen Makel bemängelte, hinzu und schmiss sich mit einem "ausserdem habe ich Allergie gegen Katze!" direkt neben mich.
Ich hielt mich schweigend zurück und zuppelte ganz vorsichtig ein paar Katzenhaare von meinem Pullover, entsorgte diese aber zu meiner linken, Richtung Helga. Ich dachte, wenn diese durch Indien gereist ist, hat sie entweder nie eine Allergie gegen Fell gehabt, oder ist jetzt davon befreit. Helga hustete nicht, alles bestens.
Überhaupt Helga. Immer wenn wir uns abfragen mussten, was wir denn mögen würden, und was so gar nicht ginge (Teil der Übungen, nix privates), hatte ich ausreichend Zeit, Helga anzuschauen. Sie hatte sich verändert. Ihre eher biederen Anziehsachen (Typ: nicht auffallen, aber läßt sich um die 30 jahre auftragen) hatte sie nun eingetauscht gegen ganz viel rot, sonnigem orange und vor allem Tücher. Die ganze gute Helga wirkte mehr so gewickelt, und ich dachte an die Aussage, die ich schon öfters im Leben hörte, nämlich das keiner als derselbe Mensch aus Indien zurückkehren würde.
Hat also auch bei Helga gewirkt, dieses Indien, ich fands gut, rot steht ihr, Tücher auch.

Irgendwann ein empörtes Hämmern an der Tür. Der Kurs nach uns war dran, wir hatten über unsere ganzen "Elle aime, elle aime beaucoup, elle adore" und "il" natürlich auch, die Zeit vergessen, und der Kurs nach uns war stinkig und ließ seinen Frust durch Hämmern an der Tür aus. Ich erwähne an dieser Stelle, und das völlig wertfrei, dass dieser Kurs einzig aus Menschen um die 70 besteht, die kochen lernen. Theoretisch. Weil es gibt in dem Raum keine Küche, nur eine Tafel, und da stand neulich ein Rezept für Kartoffelbrei drauf. Hat Marie gesagt. Mehr sage ich dazu nicht.

Heute gelernt: Olga n'aime pas les chats und gerade an den ganz bösen Tagen ist ein Französischkurs gut für das in der Pfütze spielende Seelchen.


Mittwoch, 8. November 2006

bei uns herrscht ordnung!

Eigentlich wollte ich ja gerade los, sitze hier mit Schal und behandschuht und mit Stiefeln an beiden Füssen, aber da trug sich etwas zu eben, das gibt mir zu denken.
Geht der Katz aufs Katzenklo, macht dieses Gesicht, das nur Katzen auf Klos hinbekommen und versenkt den Raum in wüsten Gestank. Dreht sich dann einmal kurz um, verläßt flugs die Örtlichkeit und trottet Richtung Couch, um sein drittes Verdauungsschläfchen nahe der bollernden Heizung anzugehen.
Da biegt die kleinste von den vieren um die Ecke, eigentlich auf dem Weg zum Wassernapf, stockt, schnuppert, läuft schnellen Schrittes - ich würde sogar so weit gehen und sagen, sie lief empörten Schrittes!- zum großen Katzenklo, steckt den Kopf hinein, sieht sich um, verschwindet daraufhin ganz (es ist eine kleine Katze, die ist schnell mal wo drin weg), scharrt laut wie gründlich den ganzen Haufen zu.
Und geht dann zum Wassernapf, gemächlich und scheinbar zufrieden.

...


Dienstag, 7. November 2006


"Immer wenn ich die Betten mache, fliegt der Dalai Lama durch den Raum."

(von dicken Plumeaus und dünnen Heiligenbildchen)


Besucher gestern: 1.859

Liebe Lawblogleser,

Sie sind wahrscheinlich von Udo Vetter geschickt und denken, ah, das ist also die Mandy, eine seiner Vertretungsmausis, und hier gehts jetzt rasant weiter mit anzüglichen Katzenphotos, Briefen und schlüpfrigen Kommentaren.

So eher nicht, aber ähnlich, von daher komme ich einen Tag zu spät mit einem Wegweiser, und das nur für Sie persönlich, mein Hafenservice.
Hier, auf meiner Jolle, da schreibe ich eher Geschichten von wilden Bären, manchmal auch körperliches mit Hunden und ja, auch mal ein bißchen was mit von Katzen, aber das läuft so mit, das ist nicht mein Hauptthemengebiet.
Wenn Sie mehr mit Katzen wollen, dann gehen sie auf mein Set der vier Fellchen rechts im Flickr-Bereich, wenn Sie was mit Reisen lesen möchten, dann könnte Sie das hier beglücken, und wenn Sie einfach nur ein Kraut-und Rübenblog entdecken wollen, dann schauen Sie täglich mal rein, ich lasse wenig unerwähnt, selbst ausführliche Pflegeanleitungen zu erwärmten Frauen kommen hier ans Licht.

Noch Fragen? Dann bitte eben kurz durch die FAQs, da steht das auch mit Jonathan erklärt.

Danke für Ihren Besuch,

Lu aka Vetter seine Mandy





ok.

eins noch.

hier:


(Bild geklaut bei cuteoverload.com)