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Montag, 13. März 2006
enden.
Und auch wenn man weiß, wie das Buch am Ende ausgeht, die Eckdaten kennt, im Internet sein Grab angesehen und Bilder von ihr gegoogelt hat, auch dann oder gerade deswegen gab es letzte Nacht bittere Tränen im Nachtschwarz. Dieser Schmerz, den Connie Palmen beschreibt ist für mich so greifbar beschrieben. dass ich ihn teilweise schmecken kann, aber so nie, wirklich nie haben will.
-
(...)"Vom ersten Satz von I.M. an fürchte ich mich vor dem letzten.
Kurz vor seinem zweiten Geburts-Todestag beginne ich wieder mit dem Schreiben. Morgens klappe ich diesen mechanischen Schreibblock auf und tue das einzige, wozu ich Lust habe, wonach mich verlangt.
Es wird werden, was ich daraus mache.
Ehe dieser eine Satz auf dem Bildschirm erscheint, der Satz, der mich jeden Tag wieder in seiner ganzen Bedeutung trifft, höre ich ein Piepsen. Es ist meine animistische Seele, die diesen Piepser als Begrüßung auffaßt, und da grüße ich zurück, da begrüße ich den Ischa, den ich mache.
>>Press any key to continue<<, lautet dieser Satz und die Antwort, die ich mir von Ischa geben lasse.
Und das tue ich dann auch."
Connie Palmen, Amsterdam, Dezember 1997
-
Suppe auf dem Feuer
ist
wie
ein guter Freund im Haus
besonders leckere Suppe
ist
wie eine neue Familie
Ischa Meijer 1943-1995
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(...)"Vom ersten Satz von I.M. an fürchte ich mich vor dem letzten.
Kurz vor seinem zweiten Geburts-Todestag beginne ich wieder mit dem Schreiben. Morgens klappe ich diesen mechanischen Schreibblock auf und tue das einzige, wozu ich Lust habe, wonach mich verlangt.
Es wird werden, was ich daraus mache.
Ehe dieser eine Satz auf dem Bildschirm erscheint, der Satz, der mich jeden Tag wieder in seiner ganzen Bedeutung trifft, höre ich ein Piepsen. Es ist meine animistische Seele, die diesen Piepser als Begrüßung auffaßt, und da grüße ich zurück, da begrüße ich den Ischa, den ich mache.
>>Press any key to continue<<, lautet dieser Satz und die Antwort, die ich mir von Ischa geben lasse.
Und das tue ich dann auch."
Connie Palmen, Amsterdam, Dezember 1997
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Suppe auf dem Feuer
ist
wie
ein guter Freund im Haus
besonders leckere Suppe
ist
wie eine neue Familie
Ischa Meijer 1943-1995
Sonntag, 12. März 2006
mitten aus der echo-verleihung :
Christina Stürmer hat O-Beine, und Asia Motel ... ach was solls.
( Rubrik: Sonntagsfrust und Couchkoller )
( Rubrik: Sonntagsfrust und Couchkoller )
engelchen & teufelchen
Schwefelkerl : Sag mal, Federschnittchen, was ist eigentlich mit unserer Menschin los ? Die liegt erst den halben Tag auf dem Küchentisch und starrt die Tastatur an, dann liegt sie im Beifahrersitz und starrt auf Häuserwände, dann liegt sie in der Wanne und starrt in ein Buch, später starrt sie am Gasherd in Flammen und Pastasaucen, und jetzt liegt sie in ihrer Couchdelle und starrt die Echo-Verleihung.
Kann sie am Ende nicht mehr laufen ?
Propellerweib : Ach Schwefelhase, sie hat eine Energie-Krise.
Schwefelkerl : Energie-Krise ? Haben das nicht normalerweise nur komplette Länder ?
Propellerweib : Genau, und Menschen auch. Guck mal, sie wippt.
Schwefelkerl : Sie wippt nicht, sie zuckt.
Los, zieh den Stecker, und dann flattern wir ab Richtung Ofen.
Unsere Menschin bewegt sich heute eh zu nix mehr, und ich ertrage das TV-Programm keine Sekunde länger.
Propellerweib : Moment, Seeed läuft grad ...
Schwefelkerl *singt* : ohoho du hübsches ding ...
Kann sie am Ende nicht mehr laufen ?
Propellerweib : Ach Schwefelhase, sie hat eine Energie-Krise.
Schwefelkerl : Energie-Krise ? Haben das nicht normalerweise nur komplette Länder ?
Propellerweib : Genau, und Menschen auch. Guck mal, sie wippt.
Schwefelkerl : Sie wippt nicht, sie zuckt.
Los, zieh den Stecker, und dann flattern wir ab Richtung Ofen.
Unsere Menschin bewegt sich heute eh zu nix mehr, und ich ertrage das TV-Programm keine Sekunde länger.
Propellerweib : Moment, Seeed läuft grad ...
Schwefelkerl *singt* : ohoho du hübsches ding ...

needful things.
Am Ende könnte
Ach Pathos.
Freitag, 10. März 2006
lunderwich.
Dem Leaderfellchen nebenbei und leise zu sagen, er solle nicht
zu viel von dem Milchkaff, weil sonst seine Globulis nicht wirken ...
Auch so eine Sache.
( Rubrik: Wenn ich mal tot bin, essen mich meine Haustiere )
zu viel von dem Milchkaff, weil sonst seine Globulis nicht wirken ...
Auch so eine Sache.
( Rubrik: Wenn ich mal tot bin, essen mich meine Haustiere )
*
Und dann starb sie gestern ganz allein auf einer Intensivstation in Berlin. Es muss um die Zeit gewesen sein, als ich Feierabend hatte, den Riss im grauen Himmel bewunderte, die satte Regenluft tief einsog und plötzlich in rosa Licht getunkt stand.
Mutterseelenallein, wie sie es die letzten Jahre schon war, exzentrisch durch ihre Krankheit, und zäh wie ein alter Ledergürtel.
Sie hinterläßt vier Papageien und einen Sportwagen.
Machs gut Tante, und Danke fürs unter den Arm nehmen vor 31 Jahren.
Mutterseelenallein, wie sie es die letzten Jahre schon war, exzentrisch durch ihre Krankheit, und zäh wie ein alter Ledergürtel.
Sie hinterläßt vier Papageien und einen Sportwagen.
Machs gut Tante, und Danke fürs unter den Arm nehmen vor 31 Jahren.
Donnerstag, 9. März 2006
traum-fragment
Vier Tage raus, ans Meer, endlich. Es ist noch dunkel, wir fahren gut gelaunt über die Autobahn - Kühe, Treibhäuser, Niederlande.
Nach gefühlt zu kurzer Fahrt kommen wir an, müssen seltsamerweise umständlich wo einchecken, viel Beton, Parzellen, alles eingeteilt, häßlich. Ich denke noch, das gehört dazu, später wirds besser. Wir suchen die uns zugteilte Parzelle, und ich sehe, wie immer mehr Großfamilien und Kombis anreisen, es immer voller wird und das im Minutentakt. Draussen schüttet es aus Kübeln, und wären Bäume in dieser Betonlandschaft, sie würden sich biegen im Wind.
Plötzlich die Erkenntnis, das Meer ist weit weg und wir in einem "Spass-Camp mit Badelandschaft".
Schock, Panik, vier Tage in dieser Kunstwelt, dazu noch brechend voll. Ich laufe los, renne durch Betongänge, sehe die Badelandschaft von allen Seiten und verstecke mich hinter Säulen und Spinden. Es stinkt nach Chlor, die Augen brennen und überall werde ich aufgehalten, eingekreist, Bewaffnete Menschen in schwarz mit verdeckten Gesichtern kreisen mich ein, halten die Waffen auf mich gerichtet, damit ich ja nicht flüchte, aus dem Paradies mit Spass und Badelandschaft.
6:40 ... die Sirene wird zu meinem Wecker, der Beton zu meinem Plümo.
(hell ya)
Nach gefühlt zu kurzer Fahrt kommen wir an, müssen seltsamerweise umständlich wo einchecken, viel Beton, Parzellen, alles eingeteilt, häßlich. Ich denke noch, das gehört dazu, später wirds besser. Wir suchen die uns zugteilte Parzelle, und ich sehe, wie immer mehr Großfamilien und Kombis anreisen, es immer voller wird und das im Minutentakt. Draussen schüttet es aus Kübeln, und wären Bäume in dieser Betonlandschaft, sie würden sich biegen im Wind.
Plötzlich die Erkenntnis, das Meer ist weit weg und wir in einem "Spass-Camp mit Badelandschaft".
Schock, Panik, vier Tage in dieser Kunstwelt, dazu noch brechend voll. Ich laufe los, renne durch Betongänge, sehe die Badelandschaft von allen Seiten und verstecke mich hinter Säulen und Spinden. Es stinkt nach Chlor, die Augen brennen und überall werde ich aufgehalten, eingekreist, Bewaffnete Menschen in schwarz mit verdeckten Gesichtern kreisen mich ein, halten die Waffen auf mich gerichtet, damit ich ja nicht flüchte, aus dem Paradies mit Spass und Badelandschaft.
6:40 ... die Sirene wird zu meinem Wecker, der Beton zu meinem Plümo.
(hell ya)
Mittwoch, 8. März 2006
mein frauentag 2006.
Dank besonderer Umstände dachte ich mir heute, Lu, lass doch einfach mal alles liegen, vor allem Dich selber, und koppel doch heute mal Wärmflasche mit der grassierenden 13-stunden-Depression, hol Dir alles ans Bett und mach mal von da.

Kein tolles Frühstück, sondern Kekse. Mittags kein warmer Milchkaffee mit Schaumhut, sondern kalt aus der Kanne und Nachtschwarz.
Mittagessen ? Nixda. Kekse.
Nachmittags, also quasi jetzt, kein Lied auf den Lippen und gepackte Sporttasche, weil um fünf Dein liebster Kurs der Woche anfängt ? Zwei Stunden Schwitzen ? Beste Presenterin ? Endorphine bis Freitag ?
Kekse. ( Leider )
16:02, Regen und immer noch das Schlafshirt am Körper.
Auf dem Bild alle Details des Tages, nur ich fehle unter dem Ganzen. Laptop, um immerhin ein paar Punkte der Liste zu schaffen, die links liegt. Daneben die Kekse vom Frühstück. Rechts vom Laptop zwei sich schämende Felle, zwei Packungen LU-Kekse, halbleer. Telefone, Buch und Comic. Bettdecke.
Herr, wirf Energie vom Himmel.

Kein tolles Frühstück, sondern Kekse. Mittags kein warmer Milchkaffee mit Schaumhut, sondern kalt aus der Kanne und Nachtschwarz.
Mittagessen ? Nixda. Kekse.
Nachmittags, also quasi jetzt, kein Lied auf den Lippen und gepackte Sporttasche, weil um fünf Dein liebster Kurs der Woche anfängt ? Zwei Stunden Schwitzen ? Beste Presenterin ? Endorphine bis Freitag ?
Kekse. ( Leider )
16:02, Regen und immer noch das Schlafshirt am Körper.
Auf dem Bild alle Details des Tages, nur ich fehle unter dem Ganzen. Laptop, um immerhin ein paar Punkte der Liste zu schaffen, die links liegt. Daneben die Kekse vom Frühstück. Rechts vom Laptop zwei sich schämende Felle, zwei Packungen LU-Kekse, halbleer. Telefone, Buch und Comic. Bettdecke.
Herr, wirf Energie vom Himmel.
zum weltfrauentag :
sorry, dude, den scheiss kannst du dir jetzt im TV angucken.
Dienstag, 7. März 2006
"Weblog-Party" ist ganz großes Tennis !
vor anker seit 777 tagen.
schnapsblog.
schnapsblog.
hamburgs eimer 4.

motzespass.
An den Netzmenschen, die Weisheit wie Content mit einem goldenen Bloglöffel so tief im Arsch stecken haben, dass ihr Spasszentrum im Hirn stark in Mitleidenschaft gezogen scheint.
( Rubrik : Wenn andere genau wissen, wie und mit was und vor allem wie lange Blogs zu funktionieren haben, und dabei selber vom Klauben leben. )
Darauf eine Tonne mit Einladung.
( Rubrik : Wenn andere genau wissen, wie und mit was und vor allem wie lange Blogs zu funktionieren haben, und dabei selber vom Klauben leben. )
Darauf eine Tonne mit Einladung.
klitzekurz.
thank you, MTV, that du hast so furchterlich doll gepimpt meine trainingsunit. now i know, das ich kann am besten wiggeln auf die crossteil, wenn notorius BIG mitwiggelt, und ich muss so heftisch darauf achte, that i do not shake my booty so fröhlich to the left und to the rechte seit, because da sind a lot of other mithuppelnde people und they don't use their headphones and können not hear the music of da notoooorius!
( peinlich.egal.)
wenn mein ex-trainer t. sehen könnte, wie glücklich und angefixt ich vor den fernsehern trainiere, statt schön zentral bei jeder bewegung in meiner mitte zu ruhen, und wie ich begeistert je nach training zwischen dem kochkanal, MTV und n-TV hin und herzappe, er würde mich in die ecke mit den matten schicken und 50 liegestütz extra aufbrummen.
ex-trainer. HA!
( - 1 karma-punkt wegen unnützer schadenfreude. )
der neueste trend in rap-videos ist einfach und geht so :
die frauen sehr drall und mittlerweile mit körbchengröße super-size-doppel-D, und die jungs mit beißschiene welche stark glitzert ausgestattet.
der song handelt dann davon, dass die mädels immer wissen wollen, wie teuer die schiene war, und die jungs sie währenddessen in einem pool ablecken ( LUSH-bodylotion ? ) und die beißschiene untereinander tauschen. oder so.
clip hier.
( na toll, arschlochwerbung. )
fuck 'n go.
(hä?)
( peinlich.egal.)
wenn mein ex-trainer t. sehen könnte, wie glücklich und angefixt ich vor den fernsehern trainiere, statt schön zentral bei jeder bewegung in meiner mitte zu ruhen, und wie ich begeistert je nach training zwischen dem kochkanal, MTV und n-TV hin und herzappe, er würde mich in die ecke mit den matten schicken und 50 liegestütz extra aufbrummen.
ex-trainer. HA!
( - 1 karma-punkt wegen unnützer schadenfreude. )
der neueste trend in rap-videos ist einfach und geht so :
die frauen sehr drall und mittlerweile mit körbchengröße super-size-doppel-D, und die jungs mit beißschiene welche stark glitzert ausgestattet.
der song handelt dann davon, dass die mädels immer wissen wollen, wie teuer die schiene war, und die jungs sie währenddessen in einem pool ablecken ( LUSH-bodylotion ? ) und die beißschiene untereinander tauschen. oder so.
clip hier.
( na toll, arschlochwerbung. )
fuck 'n go.
(hä?)
Montag, 6. März 2006
eine handbreit unter der bettdecke.
Falls sich wer für meine genaue Ortung interessieren sollte, oben steht sie.
Das letzte, was ich letzte Nacht vor dem ersten tiefen Atemzug noch von mir gab, waren diverse Restbestände, die ich aus dem Buch hatte, welches neben mir auf den Holzdielen langsam kalt wurde. Da schreibt diese Frau, sie müsse für ihr Buch noch etwas nachdenken, so bestimmt ein Jahr lang. Nachdenken. Und in der Zwischenzeit fährt sie halt ein bißchen rum, man kann ja nicht nur so sitzen, man muss ja auch Input haben und sich mal über sich selber klar werden und so.
Ich las diese wenigen Sätze zur Sicherheit gleich noch einmal und dann noch einmal, fassungslos und mit ein wenig wehem Herz.
Ein Jahr lang Zeit zum Nachdenken haben, da hat sie aber einen wunden Punkt getroffen. Am Anfang, ich finde die Seite jetzt leider nicht mehr, da stand schon mal so ein Dorn. Sinngemäß las ich dort, sie wäre sehr glücklich, diesen Weg für sich gewählt zu haben, am Tag genau acht Stunden für sich zu haben, alleine zu sein, zu lesen, zu denken, zu schreiben, und abends wäre sie dann wieder sehr gern in Gesellschaft. Nur diese acht Stunden am Tag -
Ich weiß noch, dass ich das gerade las, als der Mittagsbus, der mich zur Arbeit schaukelte, um die Ecke am Hauptbahnhof fuhr, ich das Buch auf die Knie sinken liess, ein wenig zu matt vielleicht, und dachte : DAS wärs.
Input, andauen, Output.
Selbst Schuld, was liest du auch fremder Leuts Bücher, schelte ich mich gerade, das Schlafshirt zurecht ziehend, dabei feste ans Leaderfellchen löffelnd. Dieser liegt rundum zufrieden neben mir, tief atmend seine Katerkerlträume geniessend, mein halbes Taiga-Brot mit französischer, gesalzener Butter und Bio-Schnittkäse im Magen, inklusive eines großen Schlucks Milchkaffee. Was Kater halt so schaffen, wenn der Mensch mal eben kurz aus dem Zimmer ist.
Komplettverweigerung heute. Kein Sport, keine Idee, keine Unterschrift unter die eigentlich fertige Steuererklärung, nur halbdunkel in der Bettkuhle und übers Leben nachdenken.
[Versuch, Klappe 1, Ruhe bitte, uuund Action !]
Gestern klagte ich schon etwas zögernd mein Leid, dieses Gehetze gerade mal wieder, und überhaupt. Und was passiert auf einen "Ich weiß nicht mehr wo mein Kopf drauf steckt!" ?
Meine Mutter zum Beispiel passiert.
Sie dann nämlich so: "Och du Arme, ihr habt aber auch immer ein straffes Programm. aber mal was anderes : Wann können wir denn mal zum IKEA, ich hätte da gerne …"
Und dann legt sie los, will den Schrank am besten mittig aussägen (lassen), um dann dort den Fernseher, und wenn man schon einmal dabei ist, könnte man doch gleich den Boden-
Ich liege mit nach oben gedrehten Augen in der Couchecke, in der mein Vater früher immer sass, nur an einem anderen Ort, und schicke Stossgebete gen Himmel = Paps, ob er nicht vielleicht doch wieder auferstehen könnte, und mit mir teilen will ? Vielleicht ?
Grimmig guckt mich sein Photo an, welches je nach Situation den Gesichtsausdruck anpasst. Wenn ich an einer Kasse, nur als Beispiel, mein Portemonnaie aufklappe und sein Bild ans Tageslicht kommt, guckt er immer ein bißchen erschrocken. Sitze ich, wie gestern, in der Couchecke und sterbe Partiell an Wiederholungslangeweile, schaut er anklagend und mit leicht erhobenen Augenbrauen von seinem letzten Passbild.
Auch so was.
Jedenfalls war ich seit genau siebzehn Monaten nicht mehr richtig im Urlaub, von kleineren Städteausflügen mal abgesehen. Aber so richtig alle Systeme runter in den Urlaubsmodus, keine 2do-Liste, die einen täglich verfolgt, keine Anrufe, keine Anforderungen, alles spürbar drei Leben zurück.
Apropos Urlaub. In knapp zwei Wochen habe ich meinen Tattoo-Termin in Aachen, und der liegt mir auch schwer auf dem angepressten Seelchen. So lange geh ich schwanger damit, und was passiert ? Ich gerate ins Schwanken, und weiß nicht mehr, ob oder ob nicht. Das Datum wäre einen Tag vor Kiel, auch toll. Da sitz ich dann mit blutunterlaufenem Arm und bepanthene mein Shirt voll.
Überhaupt Shirt. Ich sterbe immer noch vor lauter Appetit auf Hähnchen mit Fritten, aber das geht ja nicht, das ist ja Industriefleisch, das hat Hafenverbot, und die Pommes allein machen es nicht. Wahlweise Oympiateller beim Griechen, auch böse, wahlweise ein gegrillter Fisch, nicht böse. Frau hats nicht leicht, und die Sonne ist auch schon wieder weg.
Deswegen und heute die Totalverweigerung. Mal nachdenken. Oder ein Buch lesen. Ich habe neben dem Bett sechs davon, die ich alle gerne lesen würde. Ich habe neben dem DVD player einen wachsenden Haufen von DVDs, die ich gerne sehen würde. Ich habe auf losen Zetteln lose kleine Ideen, die ich gerne zu Ende denken würde.
Acht Stunden am Tag input, dauen, output.
Statt dessen schon jetzt, nach zehn Minuten böse Unterbrechung : der Katerkerl bekommt akute Blähungen, und Taiga-Brot-Winde kriechen durch meinen frisch ausgehöhlten Untergrund, der zum Denken da war.
Lüften, Wäsche aufhängen, zur Arbeit fahren.
So wird das ja nie was.
Das letzte, was ich letzte Nacht vor dem ersten tiefen Atemzug noch von mir gab, waren diverse Restbestände, die ich aus dem Buch hatte, welches neben mir auf den Holzdielen langsam kalt wurde. Da schreibt diese Frau, sie müsse für ihr Buch noch etwas nachdenken, so bestimmt ein Jahr lang. Nachdenken. Und in der Zwischenzeit fährt sie halt ein bißchen rum, man kann ja nicht nur so sitzen, man muss ja auch Input haben und sich mal über sich selber klar werden und so.
Ich las diese wenigen Sätze zur Sicherheit gleich noch einmal und dann noch einmal, fassungslos und mit ein wenig wehem Herz.
Ein Jahr lang Zeit zum Nachdenken haben, da hat sie aber einen wunden Punkt getroffen. Am Anfang, ich finde die Seite jetzt leider nicht mehr, da stand schon mal so ein Dorn. Sinngemäß las ich dort, sie wäre sehr glücklich, diesen Weg für sich gewählt zu haben, am Tag genau acht Stunden für sich zu haben, alleine zu sein, zu lesen, zu denken, zu schreiben, und abends wäre sie dann wieder sehr gern in Gesellschaft. Nur diese acht Stunden am Tag -
Ich weiß noch, dass ich das gerade las, als der Mittagsbus, der mich zur Arbeit schaukelte, um die Ecke am Hauptbahnhof fuhr, ich das Buch auf die Knie sinken liess, ein wenig zu matt vielleicht, und dachte : DAS wärs.
Input, andauen, Output.
Selbst Schuld, was liest du auch fremder Leuts Bücher, schelte ich mich gerade, das Schlafshirt zurecht ziehend, dabei feste ans Leaderfellchen löffelnd. Dieser liegt rundum zufrieden neben mir, tief atmend seine Katerkerlträume geniessend, mein halbes Taiga-Brot mit französischer, gesalzener Butter und Bio-Schnittkäse im Magen, inklusive eines großen Schlucks Milchkaffee. Was Kater halt so schaffen, wenn der Mensch mal eben kurz aus dem Zimmer ist.
Komplettverweigerung heute. Kein Sport, keine Idee, keine Unterschrift unter die eigentlich fertige Steuererklärung, nur halbdunkel in der Bettkuhle und übers Leben nachdenken.
[Versuch, Klappe 1, Ruhe bitte, uuund Action !]
Gestern klagte ich schon etwas zögernd mein Leid, dieses Gehetze gerade mal wieder, und überhaupt. Und was passiert auf einen "Ich weiß nicht mehr wo mein Kopf drauf steckt!" ?
Meine Mutter zum Beispiel passiert.
Sie dann nämlich so: "Och du Arme, ihr habt aber auch immer ein straffes Programm. aber mal was anderes : Wann können wir denn mal zum IKEA, ich hätte da gerne …"
Und dann legt sie los, will den Schrank am besten mittig aussägen (lassen), um dann dort den Fernseher, und wenn man schon einmal dabei ist, könnte man doch gleich den Boden-
Ich liege mit nach oben gedrehten Augen in der Couchecke, in der mein Vater früher immer sass, nur an einem anderen Ort, und schicke Stossgebete gen Himmel = Paps, ob er nicht vielleicht doch wieder auferstehen könnte, und mit mir teilen will ? Vielleicht ?
Grimmig guckt mich sein Photo an, welches je nach Situation den Gesichtsausdruck anpasst. Wenn ich an einer Kasse, nur als Beispiel, mein Portemonnaie aufklappe und sein Bild ans Tageslicht kommt, guckt er immer ein bißchen erschrocken. Sitze ich, wie gestern, in der Couchecke und sterbe Partiell an Wiederholungslangeweile, schaut er anklagend und mit leicht erhobenen Augenbrauen von seinem letzten Passbild.
Auch so was.
Jedenfalls war ich seit genau siebzehn Monaten nicht mehr richtig im Urlaub, von kleineren Städteausflügen mal abgesehen. Aber so richtig alle Systeme runter in den Urlaubsmodus, keine 2do-Liste, die einen täglich verfolgt, keine Anrufe, keine Anforderungen, alles spürbar drei Leben zurück.
Apropos Urlaub. In knapp zwei Wochen habe ich meinen Tattoo-Termin in Aachen, und der liegt mir auch schwer auf dem angepressten Seelchen. So lange geh ich schwanger damit, und was passiert ? Ich gerate ins Schwanken, und weiß nicht mehr, ob oder ob nicht. Das Datum wäre einen Tag vor Kiel, auch toll. Da sitz ich dann mit blutunterlaufenem Arm und bepanthene mein Shirt voll.
Überhaupt Shirt. Ich sterbe immer noch vor lauter Appetit auf Hähnchen mit Fritten, aber das geht ja nicht, das ist ja Industriefleisch, das hat Hafenverbot, und die Pommes allein machen es nicht. Wahlweise Oympiateller beim Griechen, auch böse, wahlweise ein gegrillter Fisch, nicht böse. Frau hats nicht leicht, und die Sonne ist auch schon wieder weg.
Deswegen und heute die Totalverweigerung. Mal nachdenken. Oder ein Buch lesen. Ich habe neben dem Bett sechs davon, die ich alle gerne lesen würde. Ich habe neben dem DVD player einen wachsenden Haufen von DVDs, die ich gerne sehen würde. Ich habe auf losen Zetteln lose kleine Ideen, die ich gerne zu Ende denken würde.
Acht Stunden am Tag input, dauen, output.
Statt dessen schon jetzt, nach zehn Minuten böse Unterbrechung : der Katerkerl bekommt akute Blähungen, und Taiga-Brot-Winde kriechen durch meinen frisch ausgehöhlten Untergrund, der zum Denken da war.
Lüften, Wäsche aufhängen, zur Arbeit fahren.
So wird das ja nie was.
missing.
Wenn ich wie heute Morgen um halb sieben aufwache, und das erste woran ich denken kann ist ein halbes Hähnchen mit Fritten und Majo, dann wünsche ich mir so richtig innig die Unkymoods zurück. Meine erste Wahl des Tages wäre das PMS-Unky, und das "Ich hab zwar Hunger drauf, kanns aber nicht essen weil so gar nicht PC", das würd ich mir dann wünschen.
Hmpf.
Hmpf.
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