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Freitag, 10. April 2009
#51
Heute den Garten von gefühlten 12 Tonnen Efeu befreit und aus dem Keller (Denkmalgeschützes Haus, alles aus Ziegeln und Schweiß gebaut) gleiche Tonnenzahl mit ein paar Gramm plus Erdreich und Sand rausgefegt. Der Keller hat keine Standhöhe und ist zudem ein sogenannter "Kriechkeller", was man noch an den 1,20 hohen Kriechlöchern sieht, und nun von Lu Propper im Bestzustand für Waschmaschine und Einmachgläser gebracht worden.
Wohin nur mit all dem Schutt und Efeu.
Davor den Nachbarn direkt mal gezeigt, wie ich schlafend aussehe. Kaffee rechts in der Hand, linke Hand gemütlich und ruhend auf dem Bauch abgelegt, so lag ich auf zwei Stühlen drapiert im Garten darnieder, eingelullt im leisen Treiben der Nachbarschaft. Töpfe klappern, Fernseher, irgendwo schellt ein Telefon, kläfft ein Hund -
16 Hunde gibt es in unserer neuen, kleinen Runde, und ein paar Katzen. Der Fliederbaum in unserem Garten ist offensichtlich Kratzbaum, und habe ich schon die Tonnen an Efeu erwähnt, der sportlich und dunkelgrün aus dem Nachbargarten über Jahre und Jahreszeiten Grund und Boden erobert hat?
Morgen wird angegrillt, und was ich auch noch erwähnen sollte: Wir haben einen neuen Guru, und der heißt Uwe.
Uwe ist ein stiller Handwerker, der alles kann.
Ich meine: Der Mann kann ein komplettes Haus bauen!
Und zu jedem Problem, zu jeder Frage, zu allem hat Uwe mindestens eine Lösung parat, und das ist so was von Gold, das M. und ich jetzt hörige Fans sind, die bei jeder Frage und jedem Wunsch "Uwe?" rufen, und das ist phantastisch!
Offiziell heißt das: Nie wieder ohne einen Uwe.
Wunschlos glücklich, wenn auch absolut im Brass, aber das neue bald-Wohn-Gefühl ist wie Urlaub. Erzähle den Fellchen täglich davon, und habe heute eine volle Träne vergossen, weil ich ans Leaderfellchen denken musste, an Janis und Luna Jones, und das ich alle drei nur als Urne mitnehmen kann. Wo ich ihnen diese Art zu leben immer versprochen habe. Da stand ich dann im baldigen Wohnzimmer mit Blick in den Garten, und mir war ganz mau im Drinnen.
Wohin nur mit all dem Schutt und Efeu.
Davor den Nachbarn direkt mal gezeigt, wie ich schlafend aussehe. Kaffee rechts in der Hand, linke Hand gemütlich und ruhend auf dem Bauch abgelegt, so lag ich auf zwei Stühlen drapiert im Garten darnieder, eingelullt im leisen Treiben der Nachbarschaft. Töpfe klappern, Fernseher, irgendwo schellt ein Telefon, kläfft ein Hund -
16 Hunde gibt es in unserer neuen, kleinen Runde, und ein paar Katzen. Der Fliederbaum in unserem Garten ist offensichtlich Kratzbaum, und habe ich schon die Tonnen an Efeu erwähnt, der sportlich und dunkelgrün aus dem Nachbargarten über Jahre und Jahreszeiten Grund und Boden erobert hat?
Morgen wird angegrillt, und was ich auch noch erwähnen sollte: Wir haben einen neuen Guru, und der heißt Uwe.
Uwe ist ein stiller Handwerker, der alles kann.
Ich meine: Der Mann kann ein komplettes Haus bauen!
Und zu jedem Problem, zu jeder Frage, zu allem hat Uwe mindestens eine Lösung parat, und das ist so was von Gold, das M. und ich jetzt hörige Fans sind, die bei jeder Frage und jedem Wunsch "Uwe?" rufen, und das ist phantastisch!
Offiziell heißt das: Nie wieder ohne einen Uwe.
Wunschlos glücklich, wenn auch absolut im Brass, aber das neue bald-Wohn-Gefühl ist wie Urlaub. Erzähle den Fellchen täglich davon, und habe heute eine volle Träne vergossen, weil ich ans Leaderfellchen denken musste, an Janis und Luna Jones, und das ich alle drei nur als Urne mitnehmen kann. Wo ich ihnen diese Art zu leben immer versprochen habe. Da stand ich dann im baldigen Wohnzimmer mit Blick in den Garten, und mir war ganz mau im Drinnen.
Mittwoch, 8. April 2009
#50
Die Berliner Gazette hat mich neulich für ihre schnafte Protokoll-Serie 'Wasserwissen' interviewt.
Was ich über Aquarien, Ozeane, Häfen und das Internet denke, und was mein Vater damit zu hat, das kann man hier über eine kleine Strecke von ca. sieben tausend Zeichen nachlesen:
Die Hafenversion
Silke Lu Nolden
Auf Kreuzfahrt im Netz
Was ich über Aquarien, Ozeane, Häfen und das Internet denke, und was mein Vater damit zu hat, das kann man hier über eine kleine Strecke von ca. sieben tausend Zeichen nachlesen:
Die Hafenversion
Silke Lu Nolden
Auf Kreuzfahrt im Netz
Dienstag, 7. April 2009
#49
#48
"Hätt ich mich heut erwartet, ich hätt Kuchen gemacht."
#47
Während ich seit 8Uhr4 den Familien-Gulasch für die Handwerker koche, muss ich euch dringend wieder einen von Flix nahelegen, und zwar den hier.
Dachausbau läuft in vollen Dings, und die Böden sind immer noch nicht fertig. Das Klo suppt. Was aber nichts macht, da es das alte Klo ist, was die nächsten Tage in einem Container seinen Frieden findet. Und in den Gärten flattern im Gerresheimer Wind plötzlich zig Deutschlandfahnen mit drunter gesetztem (jeweiligen) Fussballverein. Fortuna, Bayern München, Schalke, alles dabei. Nehme St.Pauli-Fahnenspenden ab jetzt entgegen (auch ohne im Besitz eines Fahnenmastes zu sein).
Läuft, würde Stromberg jetzt sagen.
Läuft.
Dachausbau läuft in vollen Dings, und die Böden sind immer noch nicht fertig. Das Klo suppt. Was aber nichts macht, da es das alte Klo ist, was die nächsten Tage in einem Container seinen Frieden findet. Und in den Gärten flattern im Gerresheimer Wind plötzlich zig Deutschlandfahnen mit drunter gesetztem (jeweiligen) Fussballverein. Fortuna, Bayern München, Schalke, alles dabei. Nehme St.Pauli-Fahnenspenden ab jetzt entgegen (auch ohne im Besitz eines Fahnenmastes zu sein).
Läuft, würde Stromberg jetzt sagen.
Läuft.
Sonntag, 5. April 2009
#46
Aus einem Brief:
(...)"Höllen-Woche, Höllen-Laune.
Freunde fanden mich heute im Haus in einem sehr staubigen Raum vor, taub weil Pod-Knöpfe im Ohr, und Bon Scott brüllte mich zur Verputz-Arbeit an. Allgemeine Heiterkeit, 40% Frisur, 20% Arbeit, 40% Laune meets Musik. Eierlikörkuchen.
Gestern und Freitag Böden abgezogen mit irre lauten Maschinen. Der Mann hatte die große Männermaschine. Die war zwar einen Teil lauter als meine, aber dafür konnte man sie in artgerechter Körperhaltung (aufrecht) durch den Raum schieben.
Ich, als Frau, war für die „Feinarbeit“ zuständig. Bedeutete: Mit einer Miniaturausgabe dieses Gerätes (mit Licht!) kriechend an den Rändern des Holzbodens entlang schreddern, wobei das Gerät die Kraft und das Gemüt eines wild gewordenen Keilers hatte. Trotz Kraftsport verließ mich selbige alle 10 Minuten, und ich klemmte das Gerät fest zwischen Hände, Ellbogen und dann komplett in die Knieinnenseiten, weil es bei besonders hohem Ochsenblutaufkommen gern mal schlimm nach links ausbrach. Ich hing derweil hinten dran. Das alles mit Licht. War Toll. "
Bildbeweis:

Man denkt, es wird nie.
Morgen große Bauhauslieferung in engster Gasse.
Nervenprobe meets Montag.
Bitte bleiben Sie dran, wir alle gehen nämlich unter!
(...)"Höllen-Woche, Höllen-Laune.
Freunde fanden mich heute im Haus in einem sehr staubigen Raum vor, taub weil Pod-Knöpfe im Ohr, und Bon Scott brüllte mich zur Verputz-Arbeit an. Allgemeine Heiterkeit, 40% Frisur, 20% Arbeit, 40% Laune meets Musik. Eierlikörkuchen.
Gestern und Freitag Böden abgezogen mit irre lauten Maschinen. Der Mann hatte die große Männermaschine. Die war zwar einen Teil lauter als meine, aber dafür konnte man sie in artgerechter Körperhaltung (aufrecht) durch den Raum schieben.
Ich, als Frau, war für die „Feinarbeit“ zuständig. Bedeutete: Mit einer Miniaturausgabe dieses Gerätes (mit Licht!) kriechend an den Rändern des Holzbodens entlang schreddern, wobei das Gerät die Kraft und das Gemüt eines wild gewordenen Keilers hatte. Trotz Kraftsport verließ mich selbige alle 10 Minuten, und ich klemmte das Gerät fest zwischen Hände, Ellbogen und dann komplett in die Knieinnenseiten, weil es bei besonders hohem Ochsenblutaufkommen gern mal schlimm nach links ausbrach. Ich hing derweil hinten dran. Das alles mit Licht. War Toll. "
Bildbeweis:

Man denkt, es wird nie.
Morgen große Bauhauslieferung in engster Gasse.
Nervenprobe meets Montag.
Bitte bleiben Sie dran, wir alle gehen nämlich unter!
Samstag, 4. April 2009
#45
Schöne Musike zum Fliesen abprügeln und Böden von Schichten befreien.
Zum Hände zerstören und im Garten rumsitzen.
Schön, mal wieder was von Samy zu hören.
PS: Liebes Punkymood-Team: Ich benötige ein "Handwerker"-Mood, danke.
Donnerstag, 2. April 2009
#44
Wer Nachts um 4 Uhr aufwacht, sich eine Stunde durchs Laken wühlt um dann um 5 Uhr das Bett mit gestreckten Waffen endgültig zu verlassen, der hat den Tag für sich verloren.
Wer dann noch bedenkt, dass es Dank Zeitumstellung für den Körper noch eine Stunde früher ist, der lässt das Kaffee trinken, weil es eh nichts mehr bringt.
Lektionen inDemut totmüde.
Wer dann noch bedenkt, dass es Dank Zeitumstellung für den Körper noch eine Stunde früher ist, der lässt das Kaffee trinken, weil es eh nichts mehr bringt.
Lektionen in
Mittwoch, 1. April 2009
#43
Die Sache ist die:
Würden in dieser Lebensphase nicht immer die Klein-Fellchen auf mir herumliegen, mich an Orte fesseln, mich befusseln und mit Fischgeruch behaften, dann hätte ich mehr Platz und auch ein wenig mehr Zeit, um hier die Zeilen prall zu Völlen. Kaum aber sitze ich mit Vorhaben parat und bereit zum salbadern bis die Tastatur das qualmen beginnt, da endeckt mich eine Katz, rennt schnellen Fusses auf mich zu, springt, legt sich ab und schläft binnen Millisekunden tief und fest ein.
Statt dessen also Fell sortieren, beim schlafen zuhören, mit zwischen Ohr und schmerzender Schulter geklemmtem Telefon (schwierig, die Apparate werden ja auch immer kleiner ausgedacht, was mich dann immer in Versuchung führt, an zwergige Designer in winzig kleinen Design-Kartons zu denken, an Kommafehler und die Unpraktischheit von kleinen Telefonen, welche man bei Alarm nie findet und von dem Ohr-Schulter-Platz, aber da fing ich ja eben mit an-) Telefonate ausüben, um im direkten Anschluss von allen Fellen rechtsarmig belagert die Arbeit nicht erledigen können. Dafür kräftige Bisse in die Armbeuge wenn ich die Dinge lebendig angehe und Ablecken von Handknöchel und Hals, was zu nach Fisch riechender Haut führt.
Eben zur Nachrichtenzeit unter zweien gelegen, eine Tatze auf linkem Augenlid, heißer Atem im Ohr, da kam ich nicht an die Fernbedienung heran und musste RTL2-News gucken.
Höre wegen Tatze auf Auge nur, dass Luca Toni aus irgendwelchen Gründen nackt durch München laufen will. Bin begeistert, bekomme dafür aber direkt weitere Pfote auf rechtes Auge und Liebesbiss ins Ohr. Vollständig blind und halb taub stehe ich bei wichtiger Nachricht übertragen gesehen im Dunkeln und schlucke Fell.
In einem Monat ist das alles vorbei. Umgezogen und ein Arbeitszimmer mit dicker Tür versehen, da gehören meine Arme und warmen Ablageflächen wieder mir allein, kein Alt-Kater muss unbedingt mitten auf meinem Laptop sein komatöses und sechs Stunden dauerndes Mittagsnickerchen nehmen. Und das mit Luca Toni bekomme ich dann sicher auch noch raus.
Dienstag auf der ProWein gewesen. Fachmesse ohne Volkspöbel, alle im wichtigen Zwirn und viele mit roten Nasen. Die Klofrau erzählte, dass am Vortag die Krankenwagen allerorts Fachbesucher abtransportiert hätten, randvoll und mit schwachen Knien. Da fand ich die Anklemmschilder direkt praktisch, muss man sich nicht mehr an die eigenen Daten (Name/Firma) erinnern, nachdem man sich fachkundig um sämtliche Ländererzeugnisse gekümmert hat. (Erinnere mich gerade an die Butterberge in Deutschland und die Tomatenschlachten im Süden. Frage: Gibt es irgendwann Weinwellen? Wird das jemand zulassen, oder sperren da alle kollektiv die Münder auf und lassen laufen?)

Nach der dritten Weinprobe (Frankreich) hatte ich einen umfassenden Messebericht von geschätzten 5000 Zeichen im Kopf verfasst, welchen ich in Italien versumpfend wieder vergass.
Unrichtig.
Gestern auf der ProWein gewesen und wilde Dinge vorgehabt.
Kaum durch die Tür, Lust auf Askese bekommen durch den ganzen Überfluss und die Erfahrungsberichte der Klofrau.
Vor lauter Irritiertheit fast in eine Wand bestehend aus Barolo-Flaschen gelaufen. Wäre ein angenehmer Tod geworden. Statt dessen nur geguckt, nichts getrunken und mal hier, mal dort mit gespitzten Lippen homöopathische Dosen Rivaner, Tropfenweise Riesling und einen Nieselregen vom Veltliner. Und dann bis auf den letzten Tropfen wieder ausgespuckt. Das war so gegen zehn, elf Uhr, und alles ohne Mentor. An einem Stand (Frankreich, zweiter Durchmarsch) lasse ich mich durch Bilder optisch einfangen, durch einen Carlos in ein Gespräch verwickeln und dann zu Rotwein verführen. Nur mal nippen meint Carlos, und gießt schwungvoll bis zur Unteren Glaskante ein. Ich gucke, atme weg, fange an zu speicheln und nehme einen kräftigen Schluck. Der Rest ging schnell - lüften, noch mal schmecken und dann aus Versehen alles runtergeschluckt. 'Mit Mentor wär mir das nicht passiert' sag ich noch, und Carlos versucht mir in seinem Deutsch zu erklären, was er morgens in Frankreich auf seinem Arbeitsweg alles vor die Augen bekommt. Flamingos und Torros, und weiße Pferde, und ich frage mich ob das Landschaft oder Weingeist ist, aber Wurst- Torros am Morgen vertreibt sicher alles genau so gründlich wie die deutsche Spinne.
Der nächste Wein wird eingeschenkt, und Frau Carlos trinkt jetzt einen mit und schreibt mir die Adresse auf, wo ich dann unbedingt hinkommen muss zum trinken und Geschichten hören. St. Emilion, ick hör Dir trapsen. Syrah (70%) und Grenache (30%), von zwei Winzern mit altem Wissen zusammengebracht, wechseln den Aufenthaltsort. Lecker! sage ich und bekleckere meine Visitenkarte. Anker, Herz und Schiffchen bekommen einen kleinen Klecks Rotwein als Zusatzsymbol. Überlege, dass generell zu übernehmen und ziehe nach sämtlichen gegebenen Versprechen weiter.

Denke wieder, dass ein Mentor jetzt eine nötige Begleitung wäre, und renne gegen eine der strategisch günstig aufgestellten Spuckstationen. Arbeite mich durch meine Mission, danke ab oder stecke ein. Selten lasse ich eingießen, nur wenn der Winzer unglücklich im Anzug steckt, oder meine Neugier geweckt wird, oder -
Wenn ich Jürgen von der Mark plötzlich im Getümmel entdecke. Die Stammleser erinnern sich vielleicht dunkel an meinen Lobgesang auf den Master of Wine letztes Jahr im Osten. Vollbremsung, Hand suchen und schütteln, und irgendwie hatte ich schnell ein Glas von der Mark'schen Pinot Noir in der Hand.
Es folgt eine Abhandlung über Weinbau und Demut, in deren Mitte ich Herrn Walter die Hand schüttel und Herr von der Mark meint, ich würde plotten (meint 'bloggen'), wo ich erkläre, wie man das ins Internet schreiben nennt, und er über den Rock'n'Roll in der Rebe philosophiert.
Vergleiche mit dick geschminkten Frauen und dunklen Weinen, Körbchengrößen und Kopfnoten, und am Ende die Frage, die mich tatsächlich auf Null wirft:
"Und? Was sagen Sie zu meinem Wein?"
Das ist, wie wenn einen plötzlich eine Fremdsprache verlässt. Ich stand dort mit den zwei Gläsern und dachte
<...>
und sagte 'ähm', und dann, dass ich gerade von allen Weingeistern verlassen wäre, Angesicht zu Angesicht mit dem Master und seinem eigenen Tropfen, und er 'schmeckt er denn?' und ich 'lecker!', und gut war.
Neben Carlos und seinen Torros mein persönliches Highlight der ProWein.
Ansonsten geht der Trend hin zu vernetzten und verbändelten Jung-Winzern mit frischen Auftritten und Etiketten, was ich hinsichtlich Produkt und Vermarktung spannend finde.
Da- die nächste Katze kommt, ich muss an dieser Stelle -
Würden in dieser Lebensphase nicht immer die Klein-Fellchen auf mir herumliegen, mich an Orte fesseln, mich befusseln und mit Fischgeruch behaften, dann hätte ich mehr Platz und auch ein wenig mehr Zeit, um hier die Zeilen prall zu Völlen. Kaum aber sitze ich mit Vorhaben parat und bereit zum salbadern bis die Tastatur das qualmen beginnt, da endeckt mich eine Katz, rennt schnellen Fusses auf mich zu, springt, legt sich ab und schläft binnen Millisekunden tief und fest ein.
Statt dessen also Fell sortieren, beim schlafen zuhören, mit zwischen Ohr und schmerzender Schulter geklemmtem Telefon (schwierig, die Apparate werden ja auch immer kleiner ausgedacht, was mich dann immer in Versuchung führt, an zwergige Designer in winzig kleinen Design-Kartons zu denken, an Kommafehler und die Unpraktischheit von kleinen Telefonen, welche man bei Alarm nie findet und von dem Ohr-Schulter-Platz, aber da fing ich ja eben mit an-) Telefonate ausüben, um im direkten Anschluss von allen Fellen rechtsarmig belagert die Arbeit nicht erledigen können. Dafür kräftige Bisse in die Armbeuge wenn ich die Dinge lebendig angehe und Ablecken von Handknöchel und Hals, was zu nach Fisch riechender Haut führt.
Eben zur Nachrichtenzeit unter zweien gelegen, eine Tatze auf linkem Augenlid, heißer Atem im Ohr, da kam ich nicht an die Fernbedienung heran und musste RTL2-News gucken.
Höre wegen Tatze auf Auge nur, dass Luca Toni aus irgendwelchen Gründen nackt durch München laufen will. Bin begeistert, bekomme dafür aber direkt weitere Pfote auf rechtes Auge und Liebesbiss ins Ohr. Vollständig blind und halb taub stehe ich bei wichtiger Nachricht übertragen gesehen im Dunkeln und schlucke Fell.
In einem Monat ist das alles vorbei. Umgezogen und ein Arbeitszimmer mit dicker Tür versehen, da gehören meine Arme und warmen Ablageflächen wieder mir allein, kein Alt-Kater muss unbedingt mitten auf meinem Laptop sein komatöses und sechs Stunden dauerndes Mittagsnickerchen nehmen. Und das mit Luca Toni bekomme ich dann sicher auch noch raus.
Dienstag auf der ProWein gewesen. Fachmesse ohne Volkspöbel, alle im wichtigen Zwirn und viele mit roten Nasen. Die Klofrau erzählte, dass am Vortag die Krankenwagen allerorts Fachbesucher abtransportiert hätten, randvoll und mit schwachen Knien. Da fand ich die Anklemmschilder direkt praktisch, muss man sich nicht mehr an die eigenen Daten (Name/Firma) erinnern, nachdem man sich fachkundig um sämtliche Ländererzeugnisse gekümmert hat. (Erinnere mich gerade an die Butterberge in Deutschland und die Tomatenschlachten im Süden. Frage: Gibt es irgendwann Weinwellen? Wird das jemand zulassen, oder sperren da alle kollektiv die Münder auf und lassen laufen?)

Nach der dritten Weinprobe (Frankreich) hatte ich einen umfassenden Messebericht von geschätzten 5000 Zeichen im Kopf verfasst, welchen ich in Italien versumpfend wieder vergass.
Unrichtig.
Gestern auf der ProWein gewesen und wilde Dinge vorgehabt.
Kaum durch die Tür, Lust auf Askese bekommen durch den ganzen Überfluss und die Erfahrungsberichte der Klofrau.
Vor lauter Irritiertheit fast in eine Wand bestehend aus Barolo-Flaschen gelaufen. Wäre ein angenehmer Tod geworden. Statt dessen nur geguckt, nichts getrunken und mal hier, mal dort mit gespitzten Lippen homöopathische Dosen Rivaner, Tropfenweise Riesling und einen Nieselregen vom Veltliner. Und dann bis auf den letzten Tropfen wieder ausgespuckt. Das war so gegen zehn, elf Uhr, und alles ohne Mentor. An einem Stand (Frankreich, zweiter Durchmarsch) lasse ich mich durch Bilder optisch einfangen, durch einen Carlos in ein Gespräch verwickeln und dann zu Rotwein verführen. Nur mal nippen meint Carlos, und gießt schwungvoll bis zur Unteren Glaskante ein. Ich gucke, atme weg, fange an zu speicheln und nehme einen kräftigen Schluck. Der Rest ging schnell - lüften, noch mal schmecken und dann aus Versehen alles runtergeschluckt. 'Mit Mentor wär mir das nicht passiert' sag ich noch, und Carlos versucht mir in seinem Deutsch zu erklären, was er morgens in Frankreich auf seinem Arbeitsweg alles vor die Augen bekommt. Flamingos und Torros, und weiße Pferde, und ich frage mich ob das Landschaft oder Weingeist ist, aber Wurst- Torros am Morgen vertreibt sicher alles genau so gründlich wie die deutsche Spinne.
Der nächste Wein wird eingeschenkt, und Frau Carlos trinkt jetzt einen mit und schreibt mir die Adresse auf, wo ich dann unbedingt hinkommen muss zum trinken und Geschichten hören. St. Emilion, ick hör Dir trapsen. Syrah (70%) und Grenache (30%), von zwei Winzern mit altem Wissen zusammengebracht, wechseln den Aufenthaltsort. Lecker! sage ich und bekleckere meine Visitenkarte. Anker, Herz und Schiffchen bekommen einen kleinen Klecks Rotwein als Zusatzsymbol. Überlege, dass generell zu übernehmen und ziehe nach sämtlichen gegebenen Versprechen weiter.

Denke wieder, dass ein Mentor jetzt eine nötige Begleitung wäre, und renne gegen eine der strategisch günstig aufgestellten Spuckstationen. Arbeite mich durch meine Mission, danke ab oder stecke ein. Selten lasse ich eingießen, nur wenn der Winzer unglücklich im Anzug steckt, oder meine Neugier geweckt wird, oder -
Wenn ich Jürgen von der Mark plötzlich im Getümmel entdecke. Die Stammleser erinnern sich vielleicht dunkel an meinen Lobgesang auf den Master of Wine letztes Jahr im Osten. Vollbremsung, Hand suchen und schütteln, und irgendwie hatte ich schnell ein Glas von der Mark'schen Pinot Noir in der Hand.
Es folgt eine Abhandlung über Weinbau und Demut, in deren Mitte ich Herrn Walter die Hand schüttel und Herr von der Mark meint, ich würde plotten (meint 'bloggen'), wo ich erkläre, wie man das ins Internet schreiben nennt, und er über den Rock'n'Roll in der Rebe philosophiert.
Vergleiche mit dick geschminkten Frauen und dunklen Weinen, Körbchengrößen und Kopfnoten, und am Ende die Frage, die mich tatsächlich auf Null wirft:
"Und? Was sagen Sie zu meinem Wein?"
Das ist, wie wenn einen plötzlich eine Fremdsprache verlässt. Ich stand dort mit den zwei Gläsern und dachte
<...>
und sagte 'ähm', und dann, dass ich gerade von allen Weingeistern verlassen wäre, Angesicht zu Angesicht mit dem Master und seinem eigenen Tropfen, und er 'schmeckt er denn?' und ich 'lecker!', und gut war.
Neben Carlos und seinen Torros mein persönliches Highlight der ProWein.
Ansonsten geht der Trend hin zu vernetzten und verbändelten Jung-Winzern mit frischen Auftritten und Etiketten, was ich hinsichtlich Produkt und Vermarktung spannend finde.
Da- die nächste Katze kommt, ich muss an dieser Stelle -
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