Samstag, 21. Februar 2009

#21 Have I told you lately that I love you

What are your middle names?

Unsere Eltern hatten wohl weder Zeit, noch Lust, sich etwas spannendes zwischen dem Vor- und dem Nachnamen auszudenken, wir haben jeweils nur einen Vornamen. Wenn ich allerdings an die leicht seichte Kreativität der Namensgeber denke, so sollte man Danke sagen.
Mut zur Lücke!

How long have you been together?

Im April sechs Jahre.

How long did you know each other before you started dating?

Vom Sehen her hatten wir um die zwölf Jahre vorher schon so eine Art Täglichkeit, weil wir morgens die selbe Straßenbahn benutzten. Er zur Schule, ich zur Lehre. Er heimlich verknallt, ich nichtsahnend. Tja, und dann hat Amor einfach eine ewige Weile gewartet und uns dann in einem Viertel aufeinander treffen lassen. Und dann nochmal, weil wir beim ersten Mal so mit Angucken beschäftigt waren, dass wir das Reden nicht hinbekommen haben. Und dann haben wir uns tatsächlich direkt und sehr unkompliziert einfach so verabredet. Das war an einem Kühlregal in einem Discounter. Amor hat sich in den gut 60 Minuten sicher einen Schnupfen geholt.

Who asked whom out?

Herr M. hat mich gefragt, ob ich nicht zu seiner Geburtstagsfeier kommen möchte. Das habe ich abgelehnt (und bin mir noch heute dankbar!) weil ich nach Hamburg fahren wollte. Die Woche darauf aber, und ab da nicht mehr aufgehört.

How old are each of you?

Wir haben einen Unterschied von knapp 6 Jahren, wobei ich die Erstgeborene bin.

Whose siblings do you see the most?

Die Schwester von Herrn M. Mein Bruder guckt von oben zu.

Which situation is the hardest on you as a couple?

Alltagsgedöns im Streß. Wir können uns dann super in Argumenten verbeißen, welche Ordnung die einzig Wahre ist.
(Meine pingelige natürlich!)

Did you go to the same school?

Nein. Meine Eltern fanden die Pionier-Idee der Gesamtschule super, weil ich da von 7 bis 16 Uhr aus den Füssen war.
Herr M. hingegen wurde liebevoll in ein Gymnasium gesteckt und durfte Latein und all das, während ich zum x-ten Male 'Animal Farm' in allen Sprachen interpretierte und in Hauswirtschaft noch nachkochte.
Dafür schlage ich ihn im alltgäglichen Kopfrechnen, was er mir dann mit fließend Französisch heimzahlt.

Are you from the same home town?

Nein. Herr M. hat seinen ersten Schrei in Prag getätigt, ich bin Vollblut-Düsseldorfern. In Friedrichstadt gezeugt,
in Bilk geboren.

Who is smarter?

Wir haben beide unsere Fachbereiche.

Who is the most sensitive?

Auch da haben wir beide unsere Fachbereiche und interne Knöpfe. Schenken tun wir uns da nichts.

Where do you eat out most as a couple?

Aaah, schönes Thema. Am liebsten dort, wo ein inspirierter wie leidenschaftlicher Koch die Pfanne hält, und man
nach der Rechnung einen Schnaps braucht.
Adressen nur auf Anfrage.

Where is the furthest you two have traveled together as a couple?

Weia. Diese eine griechische Insel? Ich bin so ein Flugschissergegner, alles im Radius von drei Stunden geht noch, was erklärt, warum wir (wegen mir) diesen New York-run ausgelassen haben.

Who has the craziest exes?

Ich befürchte, da würde ich das Match mit Längen gewinnen, leider.

Who has the worst temper?

Da stehen wir uns in nichts nach. Zwei Feuerzeichen in einem Raum. Wir brauchen Millisekunden, um den anderen auf 180 zu bekommen, dann meist die volle Rundenzahl und dann technisches KO. Temperament gilt aber auch in allen anderen Bereichen, muss man ja auch mal positiv sehen.

Who does the cooking?

Beide, wobei ich die deutsche Version der italienischen Mama am Herd bin, die immer zu viel und immer mit Herzblut, und der Mann gern die komplizierten Sachen auffährt,
wo man drei Stunden gegen das Weltall rühren muss.

Who is the neat-freak?

Beide.

Who is more stubborn?

Hmmm – sicher auch beide. Das nennt man partnerschaftliche Konditionierung und Angleichung.

Who hogs the bed?

Da wechseln wir uns nach Mondstand ab. Sollte es jemals nerven, wird ein größeres Bett angeschafft.

Who wakes up earlier?

Ich. Ich bin mittlerweile Frühstarter, mag es, alle Fenster aufzureissen, die Fellchen abzufüllen, Kaffeeduft und Ruhe.
Herr M. stößt dann nach der gefühlt richtigen Weile (wenn er den Milchaufschäumer gehört hat) dazu, mault, es wäre
kalt wie in der Arktis, und wird dann wach.

Where was your first date?

Weiß nicht. Irgendwann am Ende eines Märzes.

Who is more jealous?
Keiner. Ich geb es zu, der Mann nicht, also für mich Gleichstand. Kommt selten vor und gehört dazu, finde ich.

How long did it take to get serious?

Zwei Dates und fünf Mittagspausen meine ich. Ich war –trotz schwer verknallt- schwer zu knacken.
Als ich telefonisch nachgeben wollte, brach im kompletten Viertel die Stromversorgung zusammen (kein Scherz) und ich
saß geschlagene 40 Minuten in der dunklen Küche mit dem Telefon in der Hand, und hatte vergessen, dass das Mobiltelefon schon erfunden war.

Who eats more?

Er. Aber eigentlich ich. Für eine Frau esse ich viel. Herr M. liegt allerdings Appetitgenetisch sehr nah an einem Braunbär, was Hunger und Mengen angeht. Nein, er ist absolut schlank.

Who does the laundry?

Zu 98% ich. (Und jetzt keine Diskussion!)

Who’s better with the computer?

Wir haben einen Mischhaushalt, er Apfel, ich 'das andere', und wir lassen uns da in Ruhe.

Who drives when you are together?

Er, weil ich meinen Führerschein nie beendet habe. Aber ich bin aktive Beifahrerin. Ich kann bremsen, wimmern, Lenkrad übernehmen und mit Snacks auf langen Reisen punkten. Und Karten lesen (allerdings nur, wenn sie in Fahrtrichtung gehalten werden.)

--
via la Gröner


Freitag, 20. Februar 2009

order # 5.09

Jonathan?

Maam?

Jonathan, ich möchte auf den Arm, und zwar dringend!

Maam, ich bin ihr imaginärer Butler, sie würden, ich meine, ich kann doch gar nicht, also wenn es keine Umstände...

Jonathan, hör auf zu rebellieren und sei einmal eine Minute am Stück still.

...

Und halt die Arme auf, dann geht das besser.

...

Danke.

Frankreich, Maam?

Frankreich Jonathan. Sie haben dort einen roten Sonnenuntergang und Bier in den Händen.

...

Ich mache uns jetzt zur Dunkelheit und dem Regen eine Pizza. Aus der Folie. Seelisches Elend kann man nicht mit gutem Essen zelebrieren.

Ich ziehe mir eben etwas lockeres über Maam, und dann suche ich den schlechtesten Sender in diesem Fernsehgerät.

Danke Jonathan. Knoblauchscharf?

Knoblauchscharf, Maam.

jonathan unter deck | © Lu um 19:46h | keine meldung | meldung machen?

Mittwoch, 18. Februar 2009

#20 † Travis

Nach fünfzehn Jahren Windeln tragen und "gehalten werden" flippte er ein zweites Mal aus. Einmal vor ein paar Jahren, da rebellierte er für ein paar Stunden und legte den Verkehr lahm, ließ sich beschwichtigen und machte weiter wie er es gewohnt war.
Jetzt war die Freundin seiner Menschin dran. Er flippte bei ihrem Besuch aus, biß sie ein paar Mal ins Gesicht, und wurde dann von seiner Ziehmutter mit einem Messer mehrfach verletzt, die sich nicht anders zu helfen wusste.
Auf der Flucht vor dem Haus griff er -natürlich- die an, welche ihn aufhalten wollten. Er wurde ein paar Mal aus nächster Nähe angeschossen. Schleppte sich ins Haus, in sein vertrautes Zimmer und starb dort.

Mit dieser Nachricht von Travis, einem erwachsenen, 90 Kilo schweren Schimpansenmann (ich schreibe extra nicht "Männchen", er wiegt mehr als mancher Menschenmann) wurde ich heute Morgen quasi in den Tag entlassen.
Schimpansen sind uns vom Verhalten sehr nah, und sie können gleichwohl sozial wie auch stark gewalttätig reagieren.
Ich frage mich seitdem, wie sein Leben, sein Alltag und sein Anlass aussahen. Und muss immer an die Windeln und das artfremde Leben denken. Auch Schimpansenmänner brauchen echte Sozialkontakte, Liebe, Sex und ein Leben in angemessenem Umfeld. Sexuelles Frustrationsverhalten könnte da ein Motiv gewesen sein.
Dumme Menschin, armer Travis, und welch beschissenes Ende.

(...) "Der Schimpanse „Travis“ fiel nach Polizeiangaben über sie her. Die Frau habe schwere Gesichtsverletzungen erlitten, sagte Polizeisprecher Richard Conklin.

Um ihre Freundin zu retten, stach die Besitzerin am Montag mehrmals mit einem großen Küchenmesser auf den 15 Jahre alten Affen ein. Sie und zwei herbeigerufene Polizisten wurden ebenfalls verletzt. „Travis“ habe dann mehrere Beamte verfolgt, die sich in ihre Fahrzeuge flüchteten, sagte Conklin. Als der Affe die Tür eines Polizeiwagens öffnete, habe ihn ein Beamter mehrfach angeschossen. „Travis“ schleppte sich verletzt ins Haus seiner Besitzerin, wo er in seinem Zimmer tot aufgefunden wurde. "
Link


#19



(Ich würde jetzt sehr gern eine Jacke überwerfen, und in diese Ausstellung gehen können. Wurde die Zeitmaschine zufällig letzte Nacht erfunden?)


Dienstag, 17. Februar 2009

#18

"American Pie" ist doch das "Eis am Stiel" des Heute, oder?

Ausserdem vermisse ich schon heute den Urlaub, der von Freitag bis die Woche darauf somewhere in Frankreich mit lieben Freunden stattgefunden hätte. Ich kann das Salz riechen, den Muscadet, die Meerschnecken (lebend) und das Baguette (tot aber knackig). Ich kann mich riechen, wie ich nach Meerluft -und ich kann nur sagen, das ist das leckerste, wozu ich zu duften fähig bin. Sonne und Salz (frisch).

Ich werde arbeiten, und andere werden Helau rufen, und woanders wird es salzig in der Luft sein.

anker raus | © Lu um 21:57h | keine meldung | meldung machen?

Montag, 16. Februar 2009

#17

14februar2009

(Sonic Youth Ausstellung, Farbfotografie)


Sonntag, 15. Februar 2009

#16

Ich befinde mich jetzt in einem gnädigen Wurzelalter.
Als mir eben bei miesestem Schneeregen und steinigstem grau vier bunte Jecken entgegenkamen und ein lautes "Helau!" entgegen riefen, da rief ich, unjeckig und in schlammfarben, ebenfalls laut "Helau!" zurück, Rheinländerin durch und durch (dursch un dursch), statt säuerlich zu gucken und stumm weiter zu gehen.
Lächelnd den anderen alles zu gönnen, wo sie Spaß dran haben, sei es nun eine ruhige Ecke ausserhalb, oder eine schwoofige mitten innerhalb der anstehenden fünften Jahreszeit (gibt es nur in den Karnevalhochburgen, bitte lassen sie ihren Kalender liegen), das ist auch eine Form von - ja, was eigentlich?

Mir hier in Düsseldorf sagen bei so wat: Man muss auch jönne könne.
In diesem Sinne:

Helau!


Samstag, 14. Februar 2009

#15

Und wenn man meint, es geht immer mehr, dann kommt von irgendwo ein Virus daher.