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Freitag, 19. September 2008
order # 16.08
AAAaaaaarrrrr!
Jonathan?
...
Jonathan?
...
ahoy, me hearty!
Heute ist nicht nur der 19. September, also der Tag, an dem der Mann und ich ins Tierheim fahren. Heute ist auch und immer der 19. September, an dem man vollen Herzens den Piraten in sich raushängen lassen kann, weil: Heute ist der internationale
"Talk like a pirate day"
Wie das geht? Hier ein Crash-Kurs aus der Tube:
AAAaaaaaarrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
(Ich glaube, der Mann war eben etwas irritiert, als ich im rosa Schlafanzug
in der Küche stand und ihn mit einem lauten Aaaaaarrrrrrrrr! anbrüllte.
Aber wie hat mein Ur-Opa Malte immer so schön gesagt?
'Wat mutt dat mutt.')
"Talk like a pirate day"
Wie das geht? Hier ein Crash-Kurs aus der Tube:
AAAaaaaaarrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!
(Ich glaube, der Mann war eben etwas irritiert, als ich im rosa Schlafanzug
in der Küche stand und ihn mit einem lauten Aaaaaarrrrrrrrr! anbrüllte.
Aber wie hat mein Ur-Opa Malte immer so schön gesagt?
'Wat mutt dat mutt.')
Donnerstag, 18. September 2008
order # 15.08
Jonathan?
Maam?
Jonathan, einen Espresso bitte, und zwar so hoch wie das Empire State, so schwarz wie Loch Ness und so lecker wie ganz Italien.
Der Jonathan-Spezial-Narkolepsie-Shot, Maam? Oder der Jonathan-Spezial-Voodoo-Latte mit Haselnuss und Puderkante?
Kaffee. Intravenös.
Zauberwort, Maam?
Bitte.
Maam?
Jonathan, einen Espresso bitte, und zwar so hoch wie das Empire State, so schwarz wie Loch Ness und so lecker wie ganz Italien.
Der Jonathan-Spezial-Narkolepsie-Shot, Maam? Oder der Jonathan-Spezial-Voodoo-Latte mit Haselnuss und Puderkante?
Kaffee. Intravenös.
Zauberwort, Maam?
Bitte.
post.
Da blättere ich eben meine eMails durch, und bleibe an einer hängen, die meint, das es ja toll wäre, das ich "den Blog miagalore mit Katzen-Konter (!) pushen würde, und ob ich nicht Lust hätte, Mal zu verlinken und so...".
Liebe Googler und Mädchen, hier muss ich doch einmal kurz die Blutgrätsche machen, textlich gesehen, und sagen:
Sie befinden sich auf einem sehr alten Blog, ein alter Klapperkahn sozusagen, und ich habe tatsächlich Katzen, eigentlich vier, jetzt nur noch zwei, wobei es in Bälde auch wieder eine puschelige Aufstockung geben könnte, und das ist jetzt Zufall, weil normal geht es hier tatsächlich um Kraut und die Rübe darunter. Ein bissl Reiseberichte (Achtung, im Oktober mein Selbstversuch Mosel, zwei Wochen Bio-Winzer-Sklavin in festem Schuhwerk!), dazwischen Tod und Musik, Wein und Brot und Tanz und Katzen, hier ein Text, da ein Dialog.
Und ich will ja nicht pingelig wirken, lieber Googler, aber mein Kahn heißt immer noch Miagolare, nicht Miagalore, was auch sehr hübsch klingt, aber thematisch in einem ganz anderen Graben liegt. Und "pushen" tu ich gar nix, nur reinschreiben und wegteilen. Muss ja nicht alles allein verleben, kann ja auch mal was abgeben und sagen, guck hier, schon wieder ins Klo gegriffen. Oder da, Eiffelturm. Oder dahinten, Sensemann. Und dazwischen ein Stück aus der Tube, zur musikalischen Unterbrechung.
Und: es heißt Content, nicht Konter.
Mit Katzen den Blog pushen. Wo sind wir denn hier?
(An dieser Stelle würde sich absolut toll ein Smiley mit Sonnenbrille machen,
aber dann hätte ich Morgen die nächste Mail in der Briefablage.)
Liebe Googler und Mädchen, hier muss ich doch einmal kurz die Blutgrätsche machen, textlich gesehen, und sagen:
Sie befinden sich auf einem sehr alten Blog, ein alter Klapperkahn sozusagen, und ich habe tatsächlich Katzen, eigentlich vier, jetzt nur noch zwei, wobei es in Bälde auch wieder eine puschelige Aufstockung geben könnte, und das ist jetzt Zufall, weil normal geht es hier tatsächlich um Kraut und die Rübe darunter. Ein bissl Reiseberichte (Achtung, im Oktober mein Selbstversuch Mosel, zwei Wochen Bio-Winzer-Sklavin in festem Schuhwerk!), dazwischen Tod und Musik, Wein und Brot und Tanz und Katzen, hier ein Text, da ein Dialog.
Und ich will ja nicht pingelig wirken, lieber Googler, aber mein Kahn heißt immer noch Miagolare, nicht Miagalore, was auch sehr hübsch klingt, aber thematisch in einem ganz anderen Graben liegt. Und "pushen" tu ich gar nix, nur reinschreiben und wegteilen. Muss ja nicht alles allein verleben, kann ja auch mal was abgeben und sagen, guck hier, schon wieder ins Klo gegriffen. Oder da, Eiffelturm. Oder dahinten, Sensemann. Und dazwischen ein Stück aus der Tube, zur musikalischen Unterbrechung.
Und: es heißt Content, nicht Konter.
Mit Katzen den Blog pushen. Wo sind wir denn hier?
(An dieser Stelle würde sich absolut toll ein Smiley mit Sonnenbrille machen,
aber dann hätte ich Morgen die nächste Mail in der Briefablage.)
Mittwoch, 17. September 2008
scheinschwangerigkeit.
Ich kann nicht flunkern, und von so richtig gewaltigen Lügen lasse ich erst recht beide Hände. Wo andere anderen mächtige Elefanten und Mücken auftischen, bekomme ich schon einen intensiven Teint wenn ich nur daran denke.
So ging ich also volle drei Tage mit niedergeschlagenen Augen an M. vorbei und zählte Stunden und knöpfte mir die übrigen zwei Fellchen vor, ob sie gewillt wären, ihre Mäuse und Näpfe wieder solidarisch zu teilen.
Gestern dann saß ich im Zug und fuhr einer kleinen Verknalltheit nach, die mich vor zwei Wochen im WDR bei 'Tiere suchen ein Zuhause' frontal auf dem falschen Bein erwischt hatte. Ein Problemkater, unglücklich und schon zweifach zurückgebracht, weil scheu und gestresst.
Immer musste ich an den Kerl denken, und dass es dem da nicht gut geht, und das er bei uns alle Zeit der Welt hätte und auch unter der Couch wohnen könnte, wenn es denn so sein soll.
'Ich hab noch ein paar Erledigungen' sagte ich Richtung Boden, als M. mich fragte, wohin es ginge, und ich dachte, hoffentlich sieht er nicht, wie unglaublich schwer die ganzen Katzendosen meine Tasche auf dem Rücken machen und eigentlich konnte man den Inhalt noch sehen.
Mit dem Rad zum Bahnhof, Zug finden, Zug bekommen, Bus finden, Bus fahren, ankommen und: mitten in der Pampa stehen.
Ich ging davon aus, dass der Namensgeber einer Haltestelle dann auch quasi einen Fingerbreit daneben zu finden ist, und
so stand ich am Ende der Odyssee mit einer Tasche voll Katzenfutter mitten in einem fremden Industriegebiet geparkt und das Mutterseelenallein und ohne Adresse. Aber auch in einem Industriegebiet trifft man alle Jubelmomente auf einen anderen Menschen, und so verdrängte ich zaghafte Verstummungslust, und fragte diesen drei Meter großen Mann mit Tattoos im Gesicht, wo ich denn bitte das Tierheim finden würde.
Wort- wie Gestenreich schickte er mich mit einem Kopfnicken in eine Straße, grunzte 'zwei mal links' und fuhr weiter.
Ich habe mich in der Zeit die ich für zwei Mal links brauchte um die 200 Mal umgedreht, ob er nicht zufällig den gleichen Weg hat und mich als Abendessen ins nächste Niemandsland vorgeschickt hat. Aber Schwamm drüber, am Ende stand ich vor einer Mauer hinter der viel gebellt wurde und es muss ja nicht jeder geschwätzig und mit einer adäquaten Größe ausgestattet sein.
Im Tierheim selbst über Stunden im Katzenhaus verbracht, mit einem bekannten Düsseldorfer Puffbesitzer zwei
Perserkatzen aus der Reserve gelockt, die heute wohl schon beim Friseur liegen und sich föhnen lassen und geschätzt mit 120 Katzen Körperkontakt gehabt. Jedenfalls sah meine Jacke später so aus.
Ich habe Bilder mitgebracht, und in ein paar Stunden koche ich damit den Mann Windelweich, und dann wollen wir doch einmal sehen.
Ich kann nicht flunkern, also wäre es gelogen, würde ich behaupten, ich wäre nicht verknallt (in 120 Katzen).

Ganzes Album
So ging ich also volle drei Tage mit niedergeschlagenen Augen an M. vorbei und zählte Stunden und knöpfte mir die übrigen zwei Fellchen vor, ob sie gewillt wären, ihre Mäuse und Näpfe wieder solidarisch zu teilen.
Gestern dann saß ich im Zug und fuhr einer kleinen Verknalltheit nach, die mich vor zwei Wochen im WDR bei 'Tiere suchen ein Zuhause' frontal auf dem falschen Bein erwischt hatte. Ein Problemkater, unglücklich und schon zweifach zurückgebracht, weil scheu und gestresst.
Immer musste ich an den Kerl denken, und dass es dem da nicht gut geht, und das er bei uns alle Zeit der Welt hätte und auch unter der Couch wohnen könnte, wenn es denn so sein soll.
'Ich hab noch ein paar Erledigungen' sagte ich Richtung Boden, als M. mich fragte, wohin es ginge, und ich dachte, hoffentlich sieht er nicht, wie unglaublich schwer die ganzen Katzendosen meine Tasche auf dem Rücken machen und eigentlich konnte man den Inhalt noch sehen.
Mit dem Rad zum Bahnhof, Zug finden, Zug bekommen, Bus finden, Bus fahren, ankommen und: mitten in der Pampa stehen.
Ich ging davon aus, dass der Namensgeber einer Haltestelle dann auch quasi einen Fingerbreit daneben zu finden ist, und
so stand ich am Ende der Odyssee mit einer Tasche voll Katzenfutter mitten in einem fremden Industriegebiet geparkt und das Mutterseelenallein und ohne Adresse. Aber auch in einem Industriegebiet trifft man alle Jubelmomente auf einen anderen Menschen, und so verdrängte ich zaghafte Verstummungslust, und fragte diesen drei Meter großen Mann mit Tattoos im Gesicht, wo ich denn bitte das Tierheim finden würde.
Wort- wie Gestenreich schickte er mich mit einem Kopfnicken in eine Straße, grunzte 'zwei mal links' und fuhr weiter.
Ich habe mich in der Zeit die ich für zwei Mal links brauchte um die 200 Mal umgedreht, ob er nicht zufällig den gleichen Weg hat und mich als Abendessen ins nächste Niemandsland vorgeschickt hat. Aber Schwamm drüber, am Ende stand ich vor einer Mauer hinter der viel gebellt wurde und es muss ja nicht jeder geschwätzig und mit einer adäquaten Größe ausgestattet sein.
Im Tierheim selbst über Stunden im Katzenhaus verbracht, mit einem bekannten Düsseldorfer Puffbesitzer zwei
Perserkatzen aus der Reserve gelockt, die heute wohl schon beim Friseur liegen und sich föhnen lassen und geschätzt mit 120 Katzen Körperkontakt gehabt. Jedenfalls sah meine Jacke später so aus.
Ich habe Bilder mitgebracht, und in ein paar Stunden koche ich damit den Mann Windelweich, und dann wollen wir doch einmal sehen.
Ich kann nicht flunkern, also wäre es gelogen, würde ich behaupten, ich wäre nicht verknallt (in 120 Katzen).

Ganzes Album
Dienstag, 16. September 2008
order # 14.08
Jonathan?
Maam?
Ich bin so aufgeregt.
Maam?
Na wegen später. Du nicht?
Maam, ich habe bei ihrem Einstellungsbogen
'Weltfrieden & Katzen: aber immer!' angekreuzt.
Stimmt.
Maam?
Jonathan?
Nur gucken. Nichts anfassen.
Ja doch.
Maam?
Ich bin so aufgeregt.
Maam?
Na wegen später. Du nicht?
Maam, ich habe bei ihrem Einstellungsbogen
'Weltfrieden & Katzen: aber immer!' angekreuzt.
Stimmt.
Maam?
Jonathan?
Nur gucken. Nichts anfassen.
Ja doch.
Montag, 15. September 2008
über laub, am ende.
Muss man alles mal gemacht haben. Zum Beispiel bei einer Performance loslachen, weil man tatsächlich keinen Sinn und auch keinen Ton versteht.
Oder sehr viele Tiersendungen ansehen. Habe ich die letzten Tage mit viel Herzblut und viel Zeit. Da muss ich auch nicht loslachen. VOX ist da gerade der Sender meiner Wahl. Die machen viel mit Geschichten drumherum und einen gesunden Mix aus Tierheim, Menschen mit Ideen und so süßen Tierbabys, das Meese vor Begeisterung seine Sportjacke enger schnallen würde.
Dazwischen viel Vollmond gerade. Auch so eine Sache, wo die schreiende Frau und die Trompete am Freitag super reinpassten. Genau wie der tote Rottweiler, vor dem ich auf dem nächtlichen Weg nach Hause (rettende Burg) plötzlich abbremste. Die ganzen Menschen drum herum. Irgendwer wollte irgendwen kalt machen, dazwischen hysterische Frauen, ein Kinderwagen und viele sehr kräftige Männer in Anzügen und mit appen Haaren.
Zu Hause rief ich bei der Polizei an. Das Bild des Rottweilers, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob tot oder bewusstlos gemacht, hing mir nach und dieses sehr beklemmende Gefühl, als ich durch diese nächtliche Blase von Leuten fuhr. Manchmal spürt man das Gift in der Luft.
Der Beamte am Telefon sagte, es wäre gut das ich Bescheid sage und er hat schon einen Anruf wegen eines überfahrenen Hundes an der gleichen Ecke und er schickt einen Wagen dorthin. Bei Tieren würden die Emotionen schnell hochkochen, gerade in so Gegenden. Da wusste ich dann, dass keiner den Hund 'kalt' machen will, was meine Horrorversion der paar Minuten bis nach Hause war. Ich bin so. Die Glatzenmänner im Anzug interessieren mich nicht.
Wo war ich? Ach ja. Meese und die Weltherrschaft der Tierbabys. Auch eine Vision.
Die übrigen zwei in diesem Haushalt erfinden neue Rituale, auf deren Einhaltung täglich hingewiesen und gepocht wird.
Am Ende stehe ich mit besabbertem T-Shirt (Kater) vor der Couch auf der eine wildgewordene Fellfurie (Katze) mit Stoßatmung sitzt und werfe Papierknäuel.
Thema des Tages: Haus finden. Haus mit Garten, gerne was schräges mit Hand anlegen. Gerne Miete, zur Not Kauf, je nachdem. Auch wenn es nur für eine Zeit ist, es muss sehr dringend ein Garten her. Für die Tierbabys und die Weltherrschaft. Der Weltfrieden fängt doch meist in den eigenen vier Laubwänden an. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
(bebildert, zum tiefsten Verständnis)
Oder sehr viele Tiersendungen ansehen. Habe ich die letzten Tage mit viel Herzblut und viel Zeit. Da muss ich auch nicht loslachen. VOX ist da gerade der Sender meiner Wahl. Die machen viel mit Geschichten drumherum und einen gesunden Mix aus Tierheim, Menschen mit Ideen und so süßen Tierbabys, das Meese vor Begeisterung seine Sportjacke enger schnallen würde.
Dazwischen viel Vollmond gerade. Auch so eine Sache, wo die schreiende Frau und die Trompete am Freitag super reinpassten. Genau wie der tote Rottweiler, vor dem ich auf dem nächtlichen Weg nach Hause (rettende Burg) plötzlich abbremste. Die ganzen Menschen drum herum. Irgendwer wollte irgendwen kalt machen, dazwischen hysterische Frauen, ein Kinderwagen und viele sehr kräftige Männer in Anzügen und mit appen Haaren.
Zu Hause rief ich bei der Polizei an. Das Bild des Rottweilers, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, ob tot oder bewusstlos gemacht, hing mir nach und dieses sehr beklemmende Gefühl, als ich durch diese nächtliche Blase von Leuten fuhr. Manchmal spürt man das Gift in der Luft.
Der Beamte am Telefon sagte, es wäre gut das ich Bescheid sage und er hat schon einen Anruf wegen eines überfahrenen Hundes an der gleichen Ecke und er schickt einen Wagen dorthin. Bei Tieren würden die Emotionen schnell hochkochen, gerade in so Gegenden. Da wusste ich dann, dass keiner den Hund 'kalt' machen will, was meine Horrorversion der paar Minuten bis nach Hause war. Ich bin so. Die Glatzenmänner im Anzug interessieren mich nicht.
Wo war ich? Ach ja. Meese und die Weltherrschaft der Tierbabys. Auch eine Vision.
Die übrigen zwei in diesem Haushalt erfinden neue Rituale, auf deren Einhaltung täglich hingewiesen und gepocht wird.
Am Ende stehe ich mit besabbertem T-Shirt (Kater) vor der Couch auf der eine wildgewordene Fellfurie (Katze) mit Stoßatmung sitzt und werfe Papierknäuel.
Thema des Tages: Haus finden. Haus mit Garten, gerne was schräges mit Hand anlegen. Gerne Miete, zur Not Kauf, je nachdem. Auch wenn es nur für eine Zeit ist, es muss sehr dringend ein Garten her. Für die Tierbabys und die Weltherrschaft. Der Weltfrieden fängt doch meist in den eigenen vier Laubwänden an. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
(bebildert, zum tiefsten Verständnis)
Mittwoch, 10. September 2008
tin-tin & me at 21:12 p.m.

Denn bedenke: Ein echtes Blog braucht was mit Katzen.
bumm. (?)
Dienstag, 9. September 2008
spontane wetterdemenz an einem dienstagsbeispiel.
Dienstagmittag. Sitze völlig ratlos vor meiner KlapprechnerIn und überlege, warum genau ich das tue.
Was war der Plan, die Idee, der Grund als ich mich setzte, eben oder vielleicht sogar neulich?
Wie lange sitze ich überhaupt schon hier?
Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Gibt so Tage.
Tatsächlich aber zieht sich das als roter Faden schon seit heute Morgen.
Dienstagmorgen 8 Uhr-nochwas. Ich sattel mein Stahlross, steige auf, fahre los, weiß den Termin, Steuerberater, achja, Oberbilk, okay, und fahre erst einmal in genau die falsche Richtung, nach Bilk. Merke das aber auf dem ersten Achtel der Strecke Gottseidank noch, drehe um, freue mich über das schöne Wetter durch das ich fahre. Drehe beseelt die Musik in meinen Ohrknöpfen auf Ultimo und schaue keine drei Minuten später in zwei sehr entnervte und unrasierte Männergesichter, geschätzt russischer Herkunft, denen ich wohl ziemlich im Weg stand, um diesen wirklich glänzenden Jaguar ohne Nummerschild mit so hundert Sachen in eine Garage zu jagen, in deren Einfahrt ich versonnen meine Kopfhörer entknotete und Musik hörte.
Gibt so Tage.
Ich jedenfalls weitergefahren, der Steuerberater hat schließlich auch nicht ewig Zeit und da fallen mir die Belege ein, die ich ausgesondert in eine Ecke, und ob ich die jetzt …
Gehe in die Bremsen und drehe meine Tasche mit den Ordnern auf links. Alles fällt raus, bis auf die Ordner. Auch das ganze Kleingeld, die Haarklammern, Zuckerpäckchen aus Prag, Kugelschreiber, Zettel, Tampons, Bonbons, schlimm. Nachdem ich alles wieder eingesammelt hatte sehe ich den Stau hinter mir. Beschließe spontan, die Belege als unwichtig zu sehen und fahre weiter.
Beim Steuerberater selbst vergesse ich erst einmal seinen Namen. Sage, dass ich einen Termin habe, aber nicht mehr weiß, mit wem genau. Frau guckt mich verständnislos an. Ich schlage vor, man könnte ja im System unter Uhrzeit und meinem Nachnamen nachsehen, und dann fände man schon den richtigen bärtigen Mann für mich und meine Ordner. Frau will den Witz ignorieren und brüllt durch den ganzen Gang, ob irgendwer irgendeine Frau erwartet.
Beschließe auf der Stelle, sie das nächste Mal sehr lässig zu ignorieren und laufe ergeben einem Mann mit Bart nach.
Später dann immer noch blendendes Wetter. Sehe wortwörtlich nichts, und fahre pfeifend in einen ungünstig abgestellten Verkehrspolizisten hinein. Entschuldige mich so oft, dass selbst er es nicht mehr hören kann, und unterdrücke den Drang, ihn mit abzuklopfen. Verspreche, mein Fahrrad noch am selben Tag durch die Waschanlage zu fahren und meine Sonnenbrille aufzusetzen. Drehe meine Tasche auf links, und alles fällt heraus, nur meine Sonnenbrille nicht.
Werfe mich mit ganzem Körper auf Tascheninhalt um keinen Einblick zu gewähren. Denke dabei, dass das verdächtig wirken könnte, schließlich sind wir hier in einem Brennpunkt hinter dem Bahnhof, und hocke mich gerade hin und jetzt liegen nur noch Paracetamol und Tampons auf dem Bürgersteig. Leider keine Sonnenbrille.
Gibt so Tage.
Komme in einem Stück am Bauernmarkt an. Kaufe Brot und Butter und Käse und treffe liebe Bekannte.
Liebe Bekannte möchte noch schnell mit mir auf einen Kaffee. Stelle Rad hinter uns ab und lege die Jacke und die Einkäufe auf den Stuhl neben mir. Überlege, wie die liebe Bekannte noch gleich heißt. Ich und Namen.
Unterhalten uns über Menschen, die ich wohl kenne, und ich erfahre Dinge, die ich so nie wusste. Kurz darauf trennen wir uns, und ich gehe pfeifend zum anderen Ende des Platzes und stehe etwas einsam vor dem leeren Fahrradständer, wo mein Ross sonst immer weidet. Drehe mich einmal im Kreis und sehe in einiger Entfernung auf der anderen Seite des Platzes, von wo ich grad herkam, mein Fahrrad neben meinem eben verlassenen Stuhl stehen. Unabgeschlossen. Ich sass ja daneben.
Gehe zurück und lache mit den übrigen Gästen, dass ich doch tatsächlich mein Rad vergessen hätte. Gehe wieder und nehme das Rad diesmal mit.
Halte noch kurz am Blumenstand und kaufe einen Strauß Maria Theresa Röschen.
Als die Verkäuferin 'Zweifuffzich' sagt, greife ich hinter mir ins Leere. Dort wo sonst meine Tasche hängt, ist nur mein Rücken, taschenlos und unbeschwert.
Oh, sage ich, und dass ich gleich wiederkomme. Frage mich, wo mein Portemonnaie ist.
Antworte mir mit 'In der Tasche. Wie immer.'
Frage mich dann logisch und scharf nachdenkend, wo meine Tasche ist.
'Haha, keinen Schimmer' antwortet mir meine innere Stimme.
Fahre zurück zum Café, wo ich schon mein Rad erfolgreich wiedergefunden hatte. Und siehe da:
Meine Tasche steht lässig in der Sonne und macht sich einen schönen Vormittag, allein.
Haha, lachen wir alle. Vergesse ich erst mein Rad und dann auch noch meine Tasche. Der Kellner schiebt noch ein 'Das ist das schöne Wetter' hinterher, und ich fahre mir Rad und Tasche glücklich durch das Viertel.
Kurz vor zu Hause fällt mir die Blumenverkäuferin und mein Strauß Rosen ein. Fahre pfeifend den Kilometer zurück und löse meine Blumen gegen die Zweifuffzich ein.
Auf dem zweiten Mal Rückweg wird mir ein wenig kalt, und ich halte an und will meine Jacke überziehen.
Der kluge Leser weiß, was als nächstes kommt.
Ich frage also Rad und Tasche: Jacke gesehen?
Beide: Nö.
Kenne nun den Weg auch im Schlaf und fahre den Kilometer zurück zum Café.
Sehe dort schon erwartungsvolle Gesichter. Der Kellner schenkt grad nach und meinte, es wären intern Wetten abgeschlossen worden, wie lange ich bräuchte. Die Dame mit der Schokotorte hätte gewonnen.
Meine Jacke lag derweil wohlig warm auf einem anderen Stuhl in der Sonne unter einem Terrier.
Ich, mittlerweile etwas verwirrt, fahre wieder zur Blumenfrau und möchte meine Rosen.
Gerade als ich das aussprechen möchte und nach meinem Portemonnaie angle habe ich meine Sonnenbrille in der Hand und sehe den Strauß in meiner Tasche. Sage nichts und fahre auf dem kürzesten Weg nach Hause.
Und jetzt sitze ich hier und frage mich, warum.
Aber: Gibt so Tage.
Was war der Plan, die Idee, der Grund als ich mich setzte, eben oder vielleicht sogar neulich?
Wie lange sitze ich überhaupt schon hier?
Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Gibt so Tage.
Tatsächlich aber zieht sich das als roter Faden schon seit heute Morgen.
Dienstagmorgen 8 Uhr-nochwas. Ich sattel mein Stahlross, steige auf, fahre los, weiß den Termin, Steuerberater, achja, Oberbilk, okay, und fahre erst einmal in genau die falsche Richtung, nach Bilk. Merke das aber auf dem ersten Achtel der Strecke Gottseidank noch, drehe um, freue mich über das schöne Wetter durch das ich fahre. Drehe beseelt die Musik in meinen Ohrknöpfen auf Ultimo und schaue keine drei Minuten später in zwei sehr entnervte und unrasierte Männergesichter, geschätzt russischer Herkunft, denen ich wohl ziemlich im Weg stand, um diesen wirklich glänzenden Jaguar ohne Nummerschild mit so hundert Sachen in eine Garage zu jagen, in deren Einfahrt ich versonnen meine Kopfhörer entknotete und Musik hörte.
Gibt so Tage.
Ich jedenfalls weitergefahren, der Steuerberater hat schließlich auch nicht ewig Zeit und da fallen mir die Belege ein, die ich ausgesondert in eine Ecke, und ob ich die jetzt …
Gehe in die Bremsen und drehe meine Tasche mit den Ordnern auf links. Alles fällt raus, bis auf die Ordner. Auch das ganze Kleingeld, die Haarklammern, Zuckerpäckchen aus Prag, Kugelschreiber, Zettel, Tampons, Bonbons, schlimm. Nachdem ich alles wieder eingesammelt hatte sehe ich den Stau hinter mir. Beschließe spontan, die Belege als unwichtig zu sehen und fahre weiter.
Beim Steuerberater selbst vergesse ich erst einmal seinen Namen. Sage, dass ich einen Termin habe, aber nicht mehr weiß, mit wem genau. Frau guckt mich verständnislos an. Ich schlage vor, man könnte ja im System unter Uhrzeit und meinem Nachnamen nachsehen, und dann fände man schon den richtigen bärtigen Mann für mich und meine Ordner. Frau will den Witz ignorieren und brüllt durch den ganzen Gang, ob irgendwer irgendeine Frau erwartet.
Beschließe auf der Stelle, sie das nächste Mal sehr lässig zu ignorieren und laufe ergeben einem Mann mit Bart nach.
Später dann immer noch blendendes Wetter. Sehe wortwörtlich nichts, und fahre pfeifend in einen ungünstig abgestellten Verkehrspolizisten hinein. Entschuldige mich so oft, dass selbst er es nicht mehr hören kann, und unterdrücke den Drang, ihn mit abzuklopfen. Verspreche, mein Fahrrad noch am selben Tag durch die Waschanlage zu fahren und meine Sonnenbrille aufzusetzen. Drehe meine Tasche auf links, und alles fällt heraus, nur meine Sonnenbrille nicht.
Werfe mich mit ganzem Körper auf Tascheninhalt um keinen Einblick zu gewähren. Denke dabei, dass das verdächtig wirken könnte, schließlich sind wir hier in einem Brennpunkt hinter dem Bahnhof, und hocke mich gerade hin und jetzt liegen nur noch Paracetamol und Tampons auf dem Bürgersteig. Leider keine Sonnenbrille.
Gibt so Tage.
Komme in einem Stück am Bauernmarkt an. Kaufe Brot und Butter und Käse und treffe liebe Bekannte.
Liebe Bekannte möchte noch schnell mit mir auf einen Kaffee. Stelle Rad hinter uns ab und lege die Jacke und die Einkäufe auf den Stuhl neben mir. Überlege, wie die liebe Bekannte noch gleich heißt. Ich und Namen.
Unterhalten uns über Menschen, die ich wohl kenne, und ich erfahre Dinge, die ich so nie wusste. Kurz darauf trennen wir uns, und ich gehe pfeifend zum anderen Ende des Platzes und stehe etwas einsam vor dem leeren Fahrradständer, wo mein Ross sonst immer weidet. Drehe mich einmal im Kreis und sehe in einiger Entfernung auf der anderen Seite des Platzes, von wo ich grad herkam, mein Fahrrad neben meinem eben verlassenen Stuhl stehen. Unabgeschlossen. Ich sass ja daneben.
Gehe zurück und lache mit den übrigen Gästen, dass ich doch tatsächlich mein Rad vergessen hätte. Gehe wieder und nehme das Rad diesmal mit.
Halte noch kurz am Blumenstand und kaufe einen Strauß Maria Theresa Röschen.
Als die Verkäuferin 'Zweifuffzich' sagt, greife ich hinter mir ins Leere. Dort wo sonst meine Tasche hängt, ist nur mein Rücken, taschenlos und unbeschwert.
Oh, sage ich, und dass ich gleich wiederkomme. Frage mich, wo mein Portemonnaie ist.
Antworte mir mit 'In der Tasche. Wie immer.'
Frage mich dann logisch und scharf nachdenkend, wo meine Tasche ist.
'Haha, keinen Schimmer' antwortet mir meine innere Stimme.
Fahre zurück zum Café, wo ich schon mein Rad erfolgreich wiedergefunden hatte. Und siehe da:
Meine Tasche steht lässig in der Sonne und macht sich einen schönen Vormittag, allein.
Haha, lachen wir alle. Vergesse ich erst mein Rad und dann auch noch meine Tasche. Der Kellner schiebt noch ein 'Das ist das schöne Wetter' hinterher, und ich fahre mir Rad und Tasche glücklich durch das Viertel.
Kurz vor zu Hause fällt mir die Blumenverkäuferin und mein Strauß Rosen ein. Fahre pfeifend den Kilometer zurück und löse meine Blumen gegen die Zweifuffzich ein.
Auf dem zweiten Mal Rückweg wird mir ein wenig kalt, und ich halte an und will meine Jacke überziehen.
Der kluge Leser weiß, was als nächstes kommt.
Ich frage also Rad und Tasche: Jacke gesehen?
Beide: Nö.
Kenne nun den Weg auch im Schlaf und fahre den Kilometer zurück zum Café.
Sehe dort schon erwartungsvolle Gesichter. Der Kellner schenkt grad nach und meinte, es wären intern Wetten abgeschlossen worden, wie lange ich bräuchte. Die Dame mit der Schokotorte hätte gewonnen.
Meine Jacke lag derweil wohlig warm auf einem anderen Stuhl in der Sonne unter einem Terrier.
Ich, mittlerweile etwas verwirrt, fahre wieder zur Blumenfrau und möchte meine Rosen.
Gerade als ich das aussprechen möchte und nach meinem Portemonnaie angle habe ich meine Sonnenbrille in der Hand und sehe den Strauß in meiner Tasche. Sage nichts und fahre auf dem kürzesten Weg nach Hause.
Und jetzt sitze ich hier und frage mich, warum.
Aber: Gibt so Tage.
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