Samstag, 11. Oktober 2008

elektrisch stimmung machen.

Ich stehe unter Pheromoneinfluss.
Eigentlich wurde diese kleine Flasche, die man erst enthauptet und dann in die Steckdose parkt für die vier Fellchen gekauft. Sie verspricht schnellere Harmonie in Streßsituationen weil alle ganz puschelig drauf kommen dank vernebelter Sinne Pheromone. Ist seriös, nicht vom Tele-Shopping.
Jedenfalls steckt dieses Ding in einer Steckdose meines Arbeitszimmers, weil natürlich genau da immer alle Pelzmatrosen rumhängen und mir wie jetzt völlig begeistert die auf dem Display erscheinenden Buchstaben fangen wollen.

Kurzer Einwurf an Gott oder Santa Claus:
Weihnachtswunsch Lu -> noch vier Arme bitte.

Zurück zur Gegenwart. Ich befürchte, dass diese Pheromone auch bei mir irgendetwas bewirken, von einem gewissen Nestbautrieb und fünfe mal gerade sein lassen kann ich in jedem Fall berichten, habe aber immer noch keine Lust auf Dauerwelle oder braune Wildlederpumps.

Die Fellchen finden es toll. Haben die kleinen sich nach einer Woche angeknurrt werden zur Aufgabe gemacht, sich über Ohrenputzen der Großen an den Rest der Katzen anzubiedern, klappt das schon ziemlich gut. Ab und an erwische sie, wie sie sich freundlich angucken und über Köpfe lecken, was die Großen jetzt ebenso nach ausgewachsenem Iltis riechen lässt wie die kleinen. Das liegt an dem richtigen Gebiß, was sich jetzt langsam seinen Weg bahnt und an den Hormonen der Kleinen, die langsam in ihre Startposition schlendern. Das bedeutet noch ein paar Wochen niedliche Gesichter mit phasenweiser Mundratte.

Völlig harmonisiert unterdrücke ich eventuell jetzt auch meinen Drang, vor meiner Abfahrt die ganze Wohnung mit Zetteln wie "Fenster ZU?!!!" und "frisches Wasser?!!!" zu tapezieren, bevor ich mich gleich mit festem Schuhwerk und praktischen Klamotten in den Zug Richtung Mosel setze und erst in Wittlich wieder aussteige. Der Mann schafft das auch ohne 50 Post-its, und mit einem Liter Riesling in der Blutbahn schaffe ich vielleicht auch das Einschlafen ohne Bilder von verdurstenden Katzen, die sich selbst im gekippten Fenster umbringen und anderen Horrorszenarien.

Wie ein Pheromonentzug aussieht, schreib ich dann von der Mosel weg.


Mittwoch, 8. Oktober 2008

.

Boah.

(Ey)


Dienstag, 7. Oktober 2008

@a.

In anderen Phasen oder Jahren, A., da würde ich jetzt vielleicht einen Ghettoblaster an die Hand nehmen, eine Flasche Bordeaux und eine Kerze. Ich würde all das und mich an Deinen Stein lehnen, A., und ich würde die Musik für Dich spielen.
Heute wäre Dein Geburtstag, und wir hätten ihn sicher nicht gefeiert wie früher, mit Marshmellow-Torte in der Agentur und Schnaps im Kaffee.
Alles hat seine Zeit, und für Dich habe ich heute keine Kerze, A., aber ich hab viel an Dich gedacht, an unsere Geburtstage, an Dein Lachen und mit was ich Dir eine Freude machen könnte, wo auch immer Du jetzt steckst.

Ich höre Deinen Traummann, A., und ich denke, zu diesem Lied hätten wir getanzt, damals.
Lass es Dir schmecken, A. ich mache jetzt den Bordeaux auf und trinke ein Glas für Dich mit.
Wir sehen uns!

Albert goes west

funkspruch | © Lu um 20:39h | keine meldung | meldung machen?

Montag, 6. Oktober 2008

absonders.

Ich passe gerade nicht in mich hinein, und auch nicht um mich herum.
Ein Zustand, der mich mindestens fünf mal am Tag nervös macht.
Dazu hibbel ich mit den Händen und den ganzen Beinen.
Dann.

In Bilder verliebt sein.
So wie in dieses hier.

Tage wie diese.
Immer wieder, gut.


immer, wenn ich hamburg seh'.

Gestern Abend beim Tatort geheult. Vier Mal am Stück, Katze Luna war hinterher mit einem feuchten Rücken zu sehen.

Als ich heute Morgen aufwachte, hatte ich einen Satz im Kopf.
"Immer wenn ich Hamburg seh'."
Ja was denn dann?
Und nu?
Mein Kopf gibt mir fragwürdige Kurznachrichten, und da ich wegen Wetter heute nun doch noch nicht im Zug an die Mosel sitze, um mich dort an steilen Weinbergen zu vergreifen, habe ich einen kompletten verregneten Montag Zeit meinen Muskelkater von gestern zu pflegen und über diese Nachricht nachzudenken.
"Immer wenn ich Hamburg seh'."
(Das Buch der vollendeten Sätze, Suhrkamp 2010)

Achtung, Interna, weil ich es die Tage wiederfand:

Ja, das machen wir. Aber vorher musst Du alle Staffeln Sopranos sehen, da sind auch viele Stangentänzerinnen.
Und ja, das ist tatsächlich so. Ab der Kö bin ich dann mit Reden dran. (An dieser Stelle was zwinkerndes, liebe m.)

logbuch | © Lu um 10:36h | keine meldung | meldung machen?

Sonntag, 5. Oktober 2008

tv-tipp.

Heute Abend um 21:45 kommt auf 3sat die 2007er Doku
"Roots Germania" von Mo Asumang.

(...)"Eine Neonazi-Band „widmete“ der Schauspielerin und TV-Moderatorin einen Mordaufruf. Um ihre Angst zu therapieren ging Mo Asumang in die Offensive: Sie befragte Neonazis nach ihrer Rassentheorie, erkundete die Quellen des Germanenkults und suchte in Ghana nach den eigenen Wurzeln. Ihr vielschichtiger Filmessay wurde 2008 für den Grimme-Preis nominiert." (TV-Spielfilm)

Selbst habe ich die Doku noch nicht gesehen, aber die zwei Happen auf youtube reichen mir, um mir heute Abend freiwillig die sehr peinlichen, dummen und rassistischen Aussagen mancher Interviewten anzusehen. Ich bin gespannt.

Hier die zwei Happen, 1 und 2.


Freitag, 3. Oktober 2008

tatsächliches taktwippen.

More news from nowhere, beste A., das lasse ich für Dich da oben laufen,
gerade ganz laut.



Ich könnte das Lied den ganzen Tag als Soundtrack hören, mit einem Anfang gegen sieben und einem ausblenden gegen Mitternacht. Obwohl ich Ausblenden nicht mag.
Fade out.
Was für Mamakinder.

(via)

schiffersklavier | © Lu um 13:46h | keine meldung | meldung machen?

Donnerstag, 2. Oktober 2008

zellenblues.

Nachdem die Tierärztin gestern grünes Licht gegeben hat und sämtliche rosa Fellchenschlünder wieder rosa leuchten statt rosa-rot, die Nieser leiser werden, das Futter wieder gegessen und generell alles ruhiger wird, habe ich mich heute einmal hingesetzt und Dinge geordnet. Ein magerer Versuch, wenn man vor einem Berg sitzt, aber gab es da nicht mal diesen Film mit oder von dem Mann der auf einen Hügel geht und von einem Berg hinunter kraxelte? So mache ich das nicht, hier wird Hügel für Hügel beguckt, erklettert, mit einer Fahne versehen und zack, auf zum nächsten.
Die Fellchen bekamen gestern jedes eine Drogenmaus, in Form eines Spielzeuges mit Katzenminze. Ich bekam den Katzenkrankenschwesterorden in Form eines Buttons mit einer netten Katze drauf. (Kein Wunder bei täglichen Besuchen mit EC-Karte zücken, aber nun gut. Besser den Button in der Hand als die Asche in der Urne, oder wie ging das?)
Hab mich dann heute hingesetzt, eine Folge Sopranos geguckt, Käsestullen gekaut und mir Gedanken gemacht zu den Dingen, die mir quer liegen. Toni Soprano regelt die Dinge flott und effektiv. Nebenbei erinnert er mich ein wenig an meinen Vater, was die Sache nicht immer einfacher macht. Dieses Blogdings zum Beispiel. Kennt ja jeder von den alten Hasen, dass man sich ab und an mit dem Gedanken befasst, wie es ohne wäre. Ich bin jetzt seit über sechs Jahren dabei, erzähle, lasse aus, erzähle, lasse raus. Hier ein Katzenbild, da eine launische Bemerkung. Ich habe tolle Sachen erlebt, die ich ohne mein Hausboot hier nicht erlebt hätte. Ich habe Freundschaften geschlossen und Blender erlebt, ich habe Geschichten vorgelesen und Sprüche geklopft. Ich hatte mit meiner miagolare immer eine gute Zeit. Aber dann erlebt man manchmal einzelne Sekunden, und dann kommt einem Unmut hoch. Dann zeigt sich die unschöne Seite, dieses gläserne, was Blogs manchmal draufhaben, und am Ende ist auch diese 'Community' wie ein Kaninchenzüchterverein. Da wird gelästert und angeblich gewusst, da wird schöngeredet und dumm daher geblökt wie bei dem Schafen. Blökt eines los, blökt kurz darauf die halbe Herde. In solchen Momenten, und meiner ist keine Woche alt, denke ich nur 'bah!' und würde mich am liebsten umdrehen, die Tür abschließen und den Schlüssel in den nächsten Fluss und gut ist.
Toni würde das so machen. Der würde sagen "Scheiß Schlüssel!" und platsch.

Keine Koketterie, kein 'ich schmeiß alles hin', aber ein interessanter Gedanke, den ich noch ein paar Meter weitergehen möchte.
Wie fühlt sich das wohl an, wenn man alle Netzdinge kappt? Kein Blog mehr, das zwischendurch twittern fällt weg, keine Bilder mehr auf ipernity, kein XINGen, kein last.fm, keine follower mehr hier, keine Kommentare dort, das alles einfach weg.

Was dann?
Herrliche Stille und den Fokus genauer auf andere, wenige Dinge? Oder deprimierende Ruhe ohne jedweden Austausch?

Ihr dürft gerne mitlaufen und dazwischenreden.