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Mittwoch, 10. Dezember 2008
post natal.
(...)"Plötzlich war ich Vater mit einem Sohn Namens Hannes Yul Fietje Dietrich (das ist alles total Wahnsinn. Das geht einfach so. Schwupps, schon bin ich Vater)."
Allein für den Namen "Fietje" sollte man ihnen alles tolle wünschen!
Allein für den Namen "Fietje" sollte man ihnen alles tolle wünschen!
Dienstag, 9. Dezember 2008
post mortem.
Der Tag gestern war schlimm, und das beste an ihm: er ist rum.
Ein Aschebehältnis mehr in der Wohnung, Dizzy und Janis haben nun Luna bei sich, Skat wäre möglich, wäre Skat bei Katzes ein Thema.
Luna ging unschön. Luna ging schmerzvoll. Luna ging wohl Dank einer falsch gesetzten Spritze (Diazepam) einer Vertretungsärztin am Samstag Mittag.
Sie hatte ein paar Tage eine Magen-Darm-Sache, bekam B-Vitamine und Infusion unter die Haut, damit die Nieren diesen Infekt unbeschadet überstehen. Sie bekam Blut abgenommen, eine Innenaufnahme via Röntgen und Ultraschall. Freitag Abend wussten wir um des Lünchens Gesundheit, die völlig in Ordnung war, bis auf das alte Herz welches seit einem Jahr Unterstützung bekam.
Samstag dann die Vertretungsärztin und ihre sportliche, schulmedizinische Auffassung, das Tiere ja nun mal fressen müssen. Und ihre Spritze, die mit unserer Tierärztin nicht abgesprochen war.
Zwei und eine halbe Stunde später starb Luna an einer Herzattacke, richtig bei sich war sie seit der Spritze mit dem Sedativum nicht mehr.
Man kann wütend sein.
Man kann die Ärztin am Telefon zur Schnecke machen.
Man kann mit seiner Tierärztin eine halbe Stunde telefonieren und die Sprachlosigkeit an allen Enden spüren.
Es tut allen leid, auch besagter Vertretungsärztin.
Ich bin mittlerweile in der Lage, nicht mehr voll mit Zorn zu sein. Ich denke, eine Seele geht, wenn sie will, und die Umstände die sie dazu nutzt können drastisch sein.
Das wäre eine Art der Sichtweise.
Betroffenheit geht mir dabei wirklich von links nach rechts, der Restzorn gegen mich selbst, den kann mir keiner nehmen, der muss sich von allein abbauen.
Luna ist jetzt woanders. Irgendwo.
Es ist nicht mehr und nicht weniger, und es tut natürlich weh, aber es ist in Ordnung.
Heute jährt sich des Leaderfellchens Todestag. Er machte heute vor einem Jahr den Anfang und nun sind von den ursprünglichen vier Fellchen drei woanders und noch einer bei uns. Irma und Hugo zahnen und ich genoss heute im nieseligen Morgen die Normalität eines Dienstags im Dezember.
Diese Trauer und der Abschied haben in diesem Jahr eine Art eigene Dynamik entwickelt, in deren Bugwasser ich gelernt habe, wie man mit persönlichen Verlusten umgeht. Wie ich mit persönlichen Verlusten umgehe. Umgehen sollte.
Ich hoffe, ich bin mit dem Thema für mich durch, weil ich nicht noch den letzten, Tin-Tin, an die anderen drei abgeben möchte. Noch nicht. Es waren und sind alles meine Flaschenkinder, es tut immer weh, wenn auch immer anders.
Ich habe gelernt, gehen zu lassen. Ohne ein wenn und ein aber und ein willichnicht. Wer gehen will, der geht, der Weg ist vielleicht nur für uns zurück gebliebenen gefühlt ein ungerechter, ein schmerzhafter, und ein zu früh eingeschlagener.
Das letzte Geheimnis, das wissen wir am Ende dann doch erst dann, wenn wir es keinem anderen mehr stecken können.
Ich schalte mich zurück in den Alltag, ich hab auch nur den einen.
Ein Aschebehältnis mehr in der Wohnung, Dizzy und Janis haben nun Luna bei sich, Skat wäre möglich, wäre Skat bei Katzes ein Thema.
Luna ging unschön. Luna ging schmerzvoll. Luna ging wohl Dank einer falsch gesetzten Spritze (Diazepam) einer Vertretungsärztin am Samstag Mittag.
Sie hatte ein paar Tage eine Magen-Darm-Sache, bekam B-Vitamine und Infusion unter die Haut, damit die Nieren diesen Infekt unbeschadet überstehen. Sie bekam Blut abgenommen, eine Innenaufnahme via Röntgen und Ultraschall. Freitag Abend wussten wir um des Lünchens Gesundheit, die völlig in Ordnung war, bis auf das alte Herz welches seit einem Jahr Unterstützung bekam.
Samstag dann die Vertretungsärztin und ihre sportliche, schulmedizinische Auffassung, das Tiere ja nun mal fressen müssen. Und ihre Spritze, die mit unserer Tierärztin nicht abgesprochen war.
Zwei und eine halbe Stunde später starb Luna an einer Herzattacke, richtig bei sich war sie seit der Spritze mit dem Sedativum nicht mehr.
Man kann wütend sein.
Man kann die Ärztin am Telefon zur Schnecke machen.
Man kann mit seiner Tierärztin eine halbe Stunde telefonieren und die Sprachlosigkeit an allen Enden spüren.
Es tut allen leid, auch besagter Vertretungsärztin.
Ich bin mittlerweile in der Lage, nicht mehr voll mit Zorn zu sein. Ich denke, eine Seele geht, wenn sie will, und die Umstände die sie dazu nutzt können drastisch sein.
Das wäre eine Art der Sichtweise.
Betroffenheit geht mir dabei wirklich von links nach rechts, der Restzorn gegen mich selbst, den kann mir keiner nehmen, der muss sich von allein abbauen.
Luna ist jetzt woanders. Irgendwo.
Es ist nicht mehr und nicht weniger, und es tut natürlich weh, aber es ist in Ordnung.
Heute jährt sich des Leaderfellchens Todestag. Er machte heute vor einem Jahr den Anfang und nun sind von den ursprünglichen vier Fellchen drei woanders und noch einer bei uns. Irma und Hugo zahnen und ich genoss heute im nieseligen Morgen die Normalität eines Dienstags im Dezember.
Diese Trauer und der Abschied haben in diesem Jahr eine Art eigene Dynamik entwickelt, in deren Bugwasser ich gelernt habe, wie man mit persönlichen Verlusten umgeht. Wie ich mit persönlichen Verlusten umgehe. Umgehen sollte.
Ich hoffe, ich bin mit dem Thema für mich durch, weil ich nicht noch den letzten, Tin-Tin, an die anderen drei abgeben möchte. Noch nicht. Es waren und sind alles meine Flaschenkinder, es tut immer weh, wenn auch immer anders.
Ich habe gelernt, gehen zu lassen. Ohne ein wenn und ein aber und ein willichnicht. Wer gehen will, der geht, der Weg ist vielleicht nur für uns zurück gebliebenen gefühlt ein ungerechter, ein schmerzhafter, und ein zu früh eingeschlagener.
Das letzte Geheimnis, das wissen wir am Ende dann doch erst dann, wenn wir es keinem anderen mehr stecken können.
Ich schalte mich zurück in den Alltag, ich hab auch nur den einen.
Sonntag, 7. Dezember 2008
† Luna Jones.

Sie ist gestern Mittag in Auto 'Ügo zum Leaderfellchen und Janis Jones gegangen. Wir kamen zu spät, die Tierärztin konnte sie nur noch für uns auf Eis legen.
(Wie steht man das alles eigentlich immer wieder durch?)
Mittwoch, 3. Dezember 2008
jaja.
Die Sehnsucht, sich endlich einmal wieder in einem Buch komplett zu verlieren vergessen. Wann war es das letzte Mal?
Ewigkeiten.
Dagegen der ganze morgige Donnerstag, das fehlende Buch, und die Sache mit dem bloggen, was dringend, weil sonst wirds schlecht.
Jonathan?
Ewigkeiten.
Dagegen der ganze morgige Donnerstag, das fehlende Buch, und die Sache mit dem bloggen, was dringend, weil sonst wirds schlecht.
Jonathan?
Samstag, 29. November 2008
eine vorgegriffene reisenotiz.
Singe sehr laut Adriano Celentanos beste Fetenkracher und packe dazu meine Tasche. Starnberger See, und ich benötige tatsächlich gedrückte Daumen.
Una festa sui prati.
(Schuhe, warme Socken, alle Bücher die ich nicht gelernt habe, Laptop, Wärmflasche, Telefonakku, Hoteladresse, ...)
Una festa sui prati.
(Schuhe, warme Socken, alle Bücher die ich nicht gelernt habe, Laptop, Wärmflasche, Telefonakku, Hoteladresse, ...)
Freitag, 28. November 2008
heute, kinder, wirhirds wahas geben...
Nein, ich bin nicht dem vorfestlichem Irrsinn erlegen, obwohl mir dieses Liedchen jetzt doch so auf der Zunge brannte, dass ich es loswerden musste.
Kurzer Programmhinweis, falls doch noch irgendwer in der gefluteten Netzosphäre nicht erreicht wurde:
Um 19:35 heute Abend, also quasi gleich, wird auch meine Internet freie Mutter, als Beispiel, den Elektrischen Reporter gebannt verfolgen und mich immer noch nicht verstehen können, weil er ab heute im ZDF Infokanal läuft. Wöchentlich.
Hier die ZDFsche Ankündigung (alt und von gestern) , dort ein paar wirklich warme Worte von Sascha Lobo, und falls ihr um 19:35 grad die Alkoholvorräte für das Wochenende aufstocken seid, könnt ihr hier alles nachholen.
Und jetzt muss ich mir die Haare einrollen, damit ich beim Korkenknall in den Sixtus'schen Hallen den Anpfiff nicht verpasse.
Kurzer Programmhinweis, falls doch noch irgendwer in der gefluteten Netzosphäre nicht erreicht wurde:
Um 19:35 heute Abend, also quasi gleich, wird auch meine Internet freie Mutter, als Beispiel, den Elektrischen Reporter gebannt verfolgen und mich immer noch nicht verstehen können, weil er ab heute im ZDF Infokanal läuft. Wöchentlich.
Und jetzt muss ich mir die Haare einrollen, damit ich beim Korkenknall in den Sixtus'schen Hallen den Anpfiff nicht verpasse.
Donnerstag, 27. November 2008
über die familie soprano.
Jetzt wird es schwierig, aber ich versuche mein Bestes.
An all die, welche die Sopranos noch ansehen möchten, oder gerade mitten drin stecken: ich verrate das Ende nicht. Ihr könnt also weiterlesen, dies wird ein Spoilerfreier Text.

Vorab muss ich zugeben, das ich Mafia-Filme richtig schnafte finde. Ich weiß nicht, ob das prägend war, aber meine erste Liebe war Sizilianer und ich weit unter 20. Mein erstes Zusammentreffen mit seiner Familie fand in einem Wohnzimmer bei Düsseldorf statt, und es hätte optisch auch der Kern um das Bada Bing! sein können. Alte Herren in Freizeitkleidung mit polierten Schuhen und wachen Augen, was soll ich noch weiter erklären. Im Anschluss an Kaffee, Biskotti und Freundin von C. gucken ging es ins nächste Casino. Basta.
Aber ich schweife ab.
Die Sopranos waren nach Sex & the City und Six Feet Under die dritte Produktion aus dem Hause HBO, welche ich mir komplett angesehen habe. Sex & the City war unterhaltsamer Mädchenkram, Six Feet Under dagegen eine TV-Therapie. Tief, dicht und stimmig, die Stammleser werden sich an das letzte Jahr erinnern, wo ich alle dran teilhaben ließ und sämtliche Trailer über youtube ins Blog packte.
Die Sopranos hatte ich also noch übrig, und ich freute mich sehr über diesen Umstand und auf die komplette Serie. Von Mai bis letzten Sonntag wurde die Mafia-Box dann Scheibe für Scheibe durchgesehen, Staffel auf Staffel und ich war nur über eine Sache etwas enttäuscht. Die Charaktere haben mich nicht sonderlich überrascht über die 'Jahre' hinweg. Bei Six Feet Under ging man mit den Personen wirklich auf eine Entwicklungsreise, man rieb sich mit wund an Themen und es wurde nichts ausgelassen. Moral, Liebe, Ethik, Sex und Tod. Da ist für jeden mindestens etwas dabei.
Und bei den Sopranos? Sah man zu und hatte andauernd Hunger. Und das macht mir die Familie wieder so sympathisch, weil: Es wird ständig gegessen. Typisch italienisch? Richtig. In Italien wird man auch ständig gefragt, was man heute schon gegessen hätte, und was es später noch gibt. Deswegen fühlte ich mich bei den Sopranos im Geiste mehr zu Hause und auch am Tisch, essend und Wein nachschenkend.
Auf die Dauer hatte ich auch ein Problem, und das mit meiner Lieblingsfigur, Tony Soprano. Der Mann erinnert mich an meinen Vater, und das nicht nur optisch. Mein Vater war teilweise ein verschlagener Hund, der gern mit den großen Wölfen spielte. Als einfacher Bäckermeister sehnte er sich irgendwann nach ein wenig Abwechslung, und setzte sich fortan am Wochenende über Nacht in ein Taxi und fuhr die 176 in Düsseldorf. Und da lernte er den und die kennen, hatte bald eine verbotene Waffe aus Sicherheitsgründen dabei und spielte mit den Zuhältern in einer bekannten Oberbilker Spelunke Karten. Ab da wurde nicht nur das Thyssen-Hochhaus und das Theater mit frischen Brötchen aus Papas Ofen beliefert, sondern auch noch der ein oder andere Puff. Meine Mutter schmeckte das alles natürlich nie, und wenn mein Vater und ich uns Morgens über den Weg liefen, er frisch von einer Partie Poker kommend und ich eigentlich längst bei einer Freundin im Bett liegend, offizielle Version, dann nickten wir uns kurz zu und verloren zu Hause nie ein Wort darüber.
Jedem sein Leben. Basta.
Tony Soprano ist die Version meines Vaters, wie er sich selbst vielleicht ganz gerne und heimlich gesehen hätte. Ich kann ihn nicht fragen, aber ich bin Vaters Tochter, also denke ich ja, passt.
Ich habe also eine Art Ersatz-Vater in Bestform gefunden, und was tut der? Vögelt und frisst, und vögelt und frisst, und wird einmal so böse angeschossen, dass er fast durch den Tunnel passt, und alles ist so wie bei meinem Vater. Die Intensivstation, die Geräte, die Familie, die ratlos versucht, alles richtig zu machen. Viel geheult habe ich da, aber auch das war gut.
Dann geht alles weiter, und ich dachte immer, wie mag es enden? Was ist das große Ding der letzten Folge? Ist es dann tatsächlich die letzte, oder bleibt eine Tür nur angelehnt?
Neun Folgen bis zum Ende.
Der Trailer dazu ging so:
Sonntag Morgen. Nur noch eine Folge ist übrig, die letzte.
Der Trailer in Amerika dazu ging so, und es war auch ein Sonntag:
Die Folgen hatten eine Durschnittslänge von 55 Minuten. Ich wurde ab der 45 Minute langsam hysterisch, und als klar war, das vermutlich die letzte Sequenz begonnen hatte, heulte ich leise vor mich hin, ohne das etwas passiert wäre. Ich war innerlich kurz vor einer Ohnmacht!
Als es vorbei war, war ich zufrieden.
Mehr kann ich leider nicht sagen, Spoilergefahr, ihr wisst schon. Wer diskutieren möchte, kann gerne den Blick nach links oben richten, da steht meine eMail-Adresse.
Jetzt muss ich mich wieder von dieser Familie lösen, vor allem von Tony Soprano, diesem Felsen. Dieser Familie, der man über Monate zugesehen hat. Das wird noch etwas dauern, und als Nebenwirkung habe ich jetzt einen runtergeladenen Bildschirmschoner.
Alle Hühner, die ich später einmal haben werde, bekommen die Namen der DiMeo-Familie.
Anthony und Carmela Soprano, Lorraine, Meadow, Christopher Moltisanti, Adriana La Cerva, Corrado "Uncle Junior", usw, und einen Kater namens Salvatore "Big Pussy" Bonpensiero muss auch noch drin sein.
Für all die, welche ich jetzt hoffentlich ein wenig neugierig gemacht habe, ein Trailer über die Sopranos.
Seht es euch an, und lasst euch reinsaugen in diese Geschichte einer Familie. Es wird geliebt und geschossen, getanzt und gegessen, gebetet und gestrippt.
Ihr werdet es vielleicht lieben.
An all die, welche die Sopranos noch ansehen möchten, oder gerade mitten drin stecken: ich verrate das Ende nicht. Ihr könnt also weiterlesen, dies wird ein Spoilerfreier Text.

Vorab muss ich zugeben, das ich Mafia-Filme richtig schnafte finde. Ich weiß nicht, ob das prägend war, aber meine erste Liebe war Sizilianer und ich weit unter 20. Mein erstes Zusammentreffen mit seiner Familie fand in einem Wohnzimmer bei Düsseldorf statt, und es hätte optisch auch der Kern um das Bada Bing! sein können. Alte Herren in Freizeitkleidung mit polierten Schuhen und wachen Augen, was soll ich noch weiter erklären. Im Anschluss an Kaffee, Biskotti und Freundin von C. gucken ging es ins nächste Casino. Basta.
Aber ich schweife ab.
Die Sopranos waren nach Sex & the City und Six Feet Under die dritte Produktion aus dem Hause HBO, welche ich mir komplett angesehen habe. Sex & the City war unterhaltsamer Mädchenkram, Six Feet Under dagegen eine TV-Therapie. Tief, dicht und stimmig, die Stammleser werden sich an das letzte Jahr erinnern, wo ich alle dran teilhaben ließ und sämtliche Trailer über youtube ins Blog packte.
Die Sopranos hatte ich also noch übrig, und ich freute mich sehr über diesen Umstand und auf die komplette Serie. Von Mai bis letzten Sonntag wurde die Mafia-Box dann Scheibe für Scheibe durchgesehen, Staffel auf Staffel und ich war nur über eine Sache etwas enttäuscht. Die Charaktere haben mich nicht sonderlich überrascht über die 'Jahre' hinweg. Bei Six Feet Under ging man mit den Personen wirklich auf eine Entwicklungsreise, man rieb sich mit wund an Themen und es wurde nichts ausgelassen. Moral, Liebe, Ethik, Sex und Tod. Da ist für jeden mindestens etwas dabei.
Und bei den Sopranos? Sah man zu und hatte andauernd Hunger. Und das macht mir die Familie wieder so sympathisch, weil: Es wird ständig gegessen. Typisch italienisch? Richtig. In Italien wird man auch ständig gefragt, was man heute schon gegessen hätte, und was es später noch gibt. Deswegen fühlte ich mich bei den Sopranos im Geiste mehr zu Hause und auch am Tisch, essend und Wein nachschenkend.
Auf die Dauer hatte ich auch ein Problem, und das mit meiner Lieblingsfigur, Tony Soprano. Der Mann erinnert mich an meinen Vater, und das nicht nur optisch. Mein Vater war teilweise ein verschlagener Hund, der gern mit den großen Wölfen spielte. Als einfacher Bäckermeister sehnte er sich irgendwann nach ein wenig Abwechslung, und setzte sich fortan am Wochenende über Nacht in ein Taxi und fuhr die 176 in Düsseldorf. Und da lernte er den und die kennen, hatte bald eine verbotene Waffe aus Sicherheitsgründen dabei und spielte mit den Zuhältern in einer bekannten Oberbilker Spelunke Karten. Ab da wurde nicht nur das Thyssen-Hochhaus und das Theater mit frischen Brötchen aus Papas Ofen beliefert, sondern auch noch der ein oder andere Puff. Meine Mutter schmeckte das alles natürlich nie, und wenn mein Vater und ich uns Morgens über den Weg liefen, er frisch von einer Partie Poker kommend und ich eigentlich längst bei einer Freundin im Bett liegend, offizielle Version, dann nickten wir uns kurz zu und verloren zu Hause nie ein Wort darüber.
Jedem sein Leben. Basta.
Tony Soprano ist die Version meines Vaters, wie er sich selbst vielleicht ganz gerne und heimlich gesehen hätte. Ich kann ihn nicht fragen, aber ich bin Vaters Tochter, also denke ich ja, passt.
Ich habe also eine Art Ersatz-Vater in Bestform gefunden, und was tut der? Vögelt und frisst, und vögelt und frisst, und wird einmal so böse angeschossen, dass er fast durch den Tunnel passt, und alles ist so wie bei meinem Vater. Die Intensivstation, die Geräte, die Familie, die ratlos versucht, alles richtig zu machen. Viel geheult habe ich da, aber auch das war gut.
Dann geht alles weiter, und ich dachte immer, wie mag es enden? Was ist das große Ding der letzten Folge? Ist es dann tatsächlich die letzte, oder bleibt eine Tür nur angelehnt?
Neun Folgen bis zum Ende.
Der Trailer dazu ging so:
Sonntag Morgen. Nur noch eine Folge ist übrig, die letzte.
Der Trailer in Amerika dazu ging so, und es war auch ein Sonntag:
Die Folgen hatten eine Durschnittslänge von 55 Minuten. Ich wurde ab der 45 Minute langsam hysterisch, und als klar war, das vermutlich die letzte Sequenz begonnen hatte, heulte ich leise vor mich hin, ohne das etwas passiert wäre. Ich war innerlich kurz vor einer Ohnmacht!
Als es vorbei war, war ich zufrieden.
Mehr kann ich leider nicht sagen, Spoilergefahr, ihr wisst schon. Wer diskutieren möchte, kann gerne den Blick nach links oben richten, da steht meine eMail-Adresse.
Jetzt muss ich mich wieder von dieser Familie lösen, vor allem von Tony Soprano, diesem Felsen. Dieser Familie, der man über Monate zugesehen hat. Das wird noch etwas dauern, und als Nebenwirkung habe ich jetzt einen runtergeladenen Bildschirmschoner.
Alle Hühner, die ich später einmal haben werde, bekommen die Namen der DiMeo-Familie.
Anthony und Carmela Soprano, Lorraine, Meadow, Christopher Moltisanti, Adriana La Cerva, Corrado "Uncle Junior", usw, und einen Kater namens Salvatore "Big Pussy" Bonpensiero muss auch noch drin sein.
Für all die, welche ich jetzt hoffentlich ein wenig neugierig gemacht habe, ein Trailer über die Sopranos.
Seht es euch an, und lasst euch reinsaugen in diese Geschichte einer Familie. Es wird geliebt und geschossen, getanzt und gegessen, gebetet und gestrippt.
Ihr werdet es vielleicht lieben.
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