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Mittwoch, 16. Juli 2008
order # 11.08
Jonathan?
Oui, Madame?
Jonathan schnell, ... mein Plümmo, eine Wärmflasche, drüsche Pasta und ein Glas Rotwein!
Die üblichen Frankreich-Bauchdings, Madame?
Genau. Die Rache der Muschel, oder so.
Oui, Madame?
Jonathan schnell, ... mein Plümmo, eine Wärmflasche, drüsche Pasta und ein Glas Rotwein!
Die üblichen Frankreich-Bauchdings, Madame?
Genau. Die Rache der Muschel, oder so.
Donnerstag, 10. Juli 2008
order # 10.08
Jonathan?
Maam?
Jonathan, bist Du so gut und sagst jedem der auf der Miagolare anruft, ich sei in Frankreich, für eine kurze aber dolle Zeit?
Sicher, Maam.
Und Jonathan?
Oui, Madame?
Lass noch etwas von den Weinvorräten übrig, keine über 90% lockeren Frauen nach Mitternacht und mach die Musik nur zu jeder vollen Stunde etwas leiser, die Nachbarn sollen schließlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden.
Christina Aguilera, Maam?
Wenn es sein muss, mein Bester, dann auch das Äußerste, ja.
Gute Erholung am Meer, Maam.
Danke, Jonathan. Lass es krachen.
Maam?
Jonathan, bist Du so gut und sagst jedem der auf der Miagolare anruft, ich sei in Frankreich, für eine kurze aber dolle Zeit?
Sicher, Maam.
Und Jonathan?
Oui, Madame?
Lass noch etwas von den Weinvorräten übrig, keine über 90% lockeren Frauen nach Mitternacht und mach die Musik nur zu jeder vollen Stunde etwas leiser, die Nachbarn sollen schließlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden.
Christina Aguilera, Maam?
Wenn es sein muss, mein Bester, dann auch das Äußerste, ja.
Gute Erholung am Meer, Maam.
Danke, Jonathan. Lass es krachen.
Mittwoch, 9. Juli 2008
reisenotizen/ hopfen am see, oder 'im namen der traube'
Auftakt / 830 Meter über dem Meeresspiegel.
Hauptbahnhof am frühen Sonntagmorgen ist geprägt von Starbucksduft und den blutigen Pinkelpfützen am Ausgang Bertha-von-Suttnerplatz. Sieben Uhr in der Frühe, und die aktuelle Besetzung des Bahnhofs besteht aus Japanern mit komplizierten Gepäckpaketen, Gewerbliche mit Gucci-Imitaten und müden Augen und einer Taube ohne Flügel, tot auf den Gleisen vor dem Regionalexpress Dortmund.
Im Zug herrliche Ruhe und Leere. Ich belebe den Platz 91 und zwischen Köln bis Bonn gehe ich den Wagen Richtung Bord-WC ab und schlage alle Zeitungen 'mobil' Ausgabe Nr. 7 2008 auf, genau zwischen Seite 26 und 27, damit der Fahrgast gar nicht erst die ganze Zeitung durchblättern muss, um auf die -wie ich finde- relevante Information zu kommen.
Lieber Leser daheim, ich greife einmal kurz dem Textablauf vor und sage:
Solltest Du bis Ende des Monats eine Zeitung 'mobil' Nr. 7 2008 in die Hand bekommen, schlage die Zwischenseite mittig von Seite 26 und 27 auf, und Du hast ein hübsches Bild davon, mit wem ich die letzten Nächte in einem Doppelbett verbracht habe. Fängt auch mit M an, war aber nicht M.
Bis Augsburg lese ich ein Buch gefüllt mit Abschiedsbriefen von Männern ('Das war's dann wohl'- Abschiedsbriefe von Männern; Dva) und es rasen Kilometer von regenschiefen Feldern an mir vorbei.
An Bahnhöfen wird mir ein neuer Trend farbenprächtig und am lebenden Objekt vor Augen geführt.
Trugen noch vor einiger Zeit meist Frauen Shirts mit Aufdrucken wie ZICKE!, Flittchen, 'blond&will ich' etc, hat sich der Trend jetzt auf das unbescholtene Haustier verlagert. Hunde werden nichts ahnend in Halfter gesteckt auf denen 'Azubi' steht, Blondenhund und Egoist. Als ich aus dem Bahnhof Augsburg rolle, entfernt sich das Bild eines kleinen Terriers aus meinem Sichtfeld, auf dessen Geschirr 'Führer' steht. In braun.
Am Horizont plötzlich die Berge.
Ich meine- Berge!
Ich hätte nicht gedacht, dass diese mich so aufgeregt werden lassen, und ich klebe an der Bummelzugscheibe und fotografiere das, was sich auf den Bildern leider nicht widergeben lässt. Meine Aufregung und deren Präsenz.
Hey, ich bin Flachlandautorin, ich will mich nicht so einfach durch ein paar riesige Steine bezirzen lassen!

Und: Die ganze Fahrt über freue mich auf den dritten Teil des Seminares. Man gewöhnt sich an die anderen Teilnehmer, die von mal zu Mal eine Schicht mehr bekommen, durch jede Anekdote und jedes Tun. Die Interessierte, die Ruhige, die eine in laut und fröhlich, und andere in ewig gelangweilt.
Aus Augsburg bringe ich ein kräftiges Gewitter mit. Die Taxifahrerin erklärt mir derweil das hohe Japaneraufkommen in Füssen mit den Schlößern um die Ecke am Hang. Natürlich, haue ich mir mit beiden Händen vor die Stirn. Franz, Sissy, Ludwig und die ganzen Berge und Seen drumherum. Nehme mir vor, gleich nach einem Kaffee alle Berge zu erklimmen und Geschichte nachzuholen.
Im Zimmer angekommen schlafe ich - Dank Bergluft- mit dem Gewitter ein. Letzer Gedanke wie meist, die Landesnotiz für das Hirn:
Bayern duftet also lecker nach Regen, Kuhmist und Bergen.
Später dann.
Mit dem Abendessen vor atemberaubender Kulisse bekam ich eine Zimmernachbarin, die wie ich erstaunt war.
Schullandheimerinnerungen kommen hoch, und ich bestelle mir darauf noch einen Viertel Rotwein für tiefen Schlaf.
Dem Mann zu Hause tippe ich 'Habe eine Vorbildfrau in meiner Gewalt, wir teilen Zimmer und Napf und ich kann alles fragen!'
Entwicklung / Die Kartoffel ist das Fleisch.
Dieses ewige Erschrecken vor den Bergen. Man denkt nichts großes, und plötzlich wendet man den Kopf und da sind sie wieder, diese riesigen Steine die einfach so vor einem stehen. Ich sass gestern noch eine Weile vor ihnen und mit dem ratlosen angucken kamen die Doors dazu und sangen in meinem Kopf ‚The End’ auf Repeat.
Alles wäre anders, gingen diese Bergketten einmal um mich herum. So sind sie einfach ein schönes Panorama, welches alle paar Minuten anders aussieht, je nach Licht und Wolke. Denke viel an Hobbits, weniger an Franz und Sissy.

Tagsüber Seminar. Ich sauge auf was geht, und spucke aus wenn es muss. Theorie und Praxis in fröhlicher Umarmung, dazu gibt es am Ende viele rote Wangen, glasige Blicke und ich jubele über zwei Kopien von Aromarädern. Ich könnte noch Stunden über die Themen Weinbereitung und
alles über Spanien hören, mein Magen aber leider nicht, zum Abendessen eine halbe Flasche die noch übrig war, man opfert sich natürlich gern.

Freizeit. Da kein Barfußweg in der Nähe war und auch sonst irgendwie alles zu oder weg war, ging eine kleine Gruppe von siebenHobbits Geißlein Teilnehmern beherzt und per Pedes los, um die Dämmerung am Seerand zu erleben. Einmal rum um den Hopfensee heißt 6,8 Kilometer Fußmarsch, so bei 3,5 gibt’s den Wiesbauer, und da kann man sich aufhalten.
Als die kleine Gruppe dann um 22uhr15 eintraf hatte dieser grad die guten Stuben sauber und dunkel gelegt, und konnte nur mit einer Mischung aus Augenaufschlag (Angst im Dunkeln) und männlichem Druck (Nur n Bier!) zur Türöffnung bewegt werden.
Aber dann!
Ausgestopftes, Angezapftes und Geschichten (G’schichtn!) von ekligen Seegründen die keine messbare Tiefe besitzen, so tief sind die, Hitlers Schätzen und Ludwigs Todesgründe. Alles vom Chef persönlich erzählt.

Mein Highlight, auch bebildert: der Wolpertinger!

Ein bayrisches Fabelwesen, welches es natürlich genau in diesem Wald geben soll, durch den wir zurück müssen, in stockfinsterer Nacht. Ich gebe mich unbeeindruckt wenn auch ein wenig verliebt und erzähle ganz rheinländisch in Stimmung von unserem Kuno, den Dackel fressenden Wels aus 2001.
Keiner will mir glauben, und ich zische dem Wolpertinger zu, dass die alle schon sehen werden, Kuno hat bestimmt Verwandschaft im See zu Hopfen.
Für unser Überleben auf dem Rückweg (und das von ungezählten Kröten, die nachtaktiv eine rauhe Party feierten in einer kühlen Sommernacht) gab uns der nette Wirt noch drei Fackeln mit, und so sah der Wald kurz darauf das:
Sieben leicht hysterisch kichernde Menschen (erwachsen, 4 w. / 3 m.) mit drei Fackeln, die bei jeder Pfütze, vermeindlichen Schlange oder ‚irgendetwas im Walddunkel’ stoppten, kicherten oder die nächste Gänsehautgeschichte aus dem Pool der Gänsehautgeschichten erzählten.
Um Mitternacht waren alle dann sicher im Hotel und verstauten sich in die jeweiligen Doppelbetten, bevor sie sich in Wolpertinger verwandeln konnten.
Amen.

Abgang / Wenn das Fackerl brodelt.
Morgens um sieben sehen meine müden Augen zwei erfreuliche Dinge:
Eine frische Oenologin (Doppelbetthälfte links) und ein Reh (Fensteraussicht, auf 11 Uhr).
Straffer Zeitplan = schnelles Frühstück. Ich schaffe Dank Nachtwanderung geschätzt ein Pfund Rührei, 1 Glas Buttermilch mit Fruchtmolke und eine große Schüssel Bircher Müsli.
Mit vollen Backen schwöre ich dem Löffel und dem Koch, der mich nicht hören kann, dass ich in dem Zeug begraben werden möchte, so lecker ist es.
Danach zum zweiten Tag des Seminares, heute ist Italien dran.
Wacker prosten wir uns noch vor zehn am Morgen zu, und Dank einiger Spuckschwächen bekommt das Bircher Müsli Gesellschaft von ein paar kleinen Schlückchen Venezien, Sizilien, Toskana und etc.

Meine Lieblings-Oenologin (mobil, Ausgabe Nr. 7, 2008 zwischen den Seiten 26 und 27, der Leser erinnert sich) übersetzt Etiketten-Latein und behält auch die Fassung, als wir das dann tun. Dazu Lektionen in Maschinentrends (Weinernte) und am Objekt selbst (Rebe, lebendig).

Gegen Mittag wird als letzte Tat etwas anderes probiert: Olivenöl.
Vier verschiedene Sorten, mit Luft und Speichel durch den Gaumen gezwirbelt, gesellen sich als Dritter Spieler im Bunde zu Bircher Müsli und Rotwein.
Taxi wartet, Tschö sagen bis August, dem Taxifahrer entschuldigend die Fahne erklären, die er nicht riechen kann, da er selber welchen zur Brotzeit hatte.
Bayern, stimmt ja.
Der Regionalexpress (wobei das Wort „Express“ für diese Bummelversion eine totale Fehlbenennung ist) soll um 13uhr06 fahren.
Um 13uhr06 sagt ein Lautsprecher in Füssen, dass dieser Zug ausfällt. Dafür würde ein Bus fahren. Ich fahre also nicht mit dem Zug nach Augsburg, sondern in einem Bus mit einem Grantler als Fahrer nach Marktoberdorf.
Notiz für mich selbst: Wenn das nächste Mal ein aufgeregter Teenager neben mir Platz nimmt und mich fragt, ob ich eigentlich auch den Zug hätte nehmen wollen und müssen, dann bin ich jetzt vorbereitet.Vorbereitet, das ich unter Umständen unter einem Redeschwall nicht unter zwei Stunden über das gesamte weibliche Teenagerdasein (Ausbildung zur kaufm. Angestellten, Freundeskreis der sich ausdünnt, AlkoPops und Schlösser von außen, und der Unterschied der Franken zu den Bayern) hinweg durch Bayern gekarrt werde. Ausgeliefert an eine gewisse Art hormoneller Aufruhr und den Regionalbahnen Bayerns.
Dort steht ein Zug auf den Schienen, der ab dort nach Buchloe fährt. Sagt die Frau am Kiosk, die wohl durch irgendwelche unsicheren Gründe auch zur DB gehört.
Der Zug selbst ist Ur-alt, dreckig und – er fährt nicht.
Nach 30 Minuten drin herumsitzen (was will man sonst in der Pampa auch tun?) und ohne einen Hauch von Bahnbediensteten fuhr dieser dann los. Einfach so.
Wildes Gefühl von Abenteuer mitten in Bayern. Selbst das Teenagermädchen holt kurz erstaunt Luft, und führt dann weiter aus.
In Buchloe dann kurzes herumsitzen und problemloses umsteigen, dann tatsächlich noch vor errechneter Zeit Augsburg erreicht, unschlüssig am Bahnhof herumgelaufen, einen Schauer angeguckt, und dann in den ICE gen Rheinland. Bei Stuttgart eingeschlafen. In den Sitzen des ICEs versunken träumte mir, ich ginge durch meinen tunnelartigen Keller, strich sanft über meine brandneuen Tonerde-Eier und erklärteder Presse den Leuten, dass ich tatsächlich den besten Bio-Weißwein des Sommers geschafft hätte, unwissend und mit meiner Balkontraube, die sich jetzt in freier Natur mal so richtig verausgabt hätte. Es gäbe aber leider nur eine Kiste davon, Tiffanys sei schon informiert.
Tja.
Man sieht sich immer zwei Mal im Leben, das werde ich Bayern in knapp sechs Wochen beweisen, wenn der letzte Teil des Sommelier-Kurses von Delinat ansteht.

Pfüati.
* Bei Interesse an mehr:
Sämtliche Bilder zum Umfeld gibt es hier.
Alle auf dem Tisch stehende biolog. Weine gibt es genau hier.
Und residiert wurde dieses Mal im Eggensberger Bio-Hotel Hopfen am See.
Den Chef vom Wiesbauer und seinen Wolpertinger kann man hier besuchen.
Hauptbahnhof am frühen Sonntagmorgen ist geprägt von Starbucksduft und den blutigen Pinkelpfützen am Ausgang Bertha-von-Suttnerplatz. Sieben Uhr in der Frühe, und die aktuelle Besetzung des Bahnhofs besteht aus Japanern mit komplizierten Gepäckpaketen, Gewerbliche mit Gucci-Imitaten und müden Augen und einer Taube ohne Flügel, tot auf den Gleisen vor dem Regionalexpress Dortmund.
Im Zug herrliche Ruhe und Leere. Ich belebe den Platz 91 und zwischen Köln bis Bonn gehe ich den Wagen Richtung Bord-WC ab und schlage alle Zeitungen 'mobil' Ausgabe Nr. 7 2008 auf, genau zwischen Seite 26 und 27, damit der Fahrgast gar nicht erst die ganze Zeitung durchblättern muss, um auf die -wie ich finde- relevante Information zu kommen.
Lieber Leser daheim, ich greife einmal kurz dem Textablauf vor und sage:
Solltest Du bis Ende des Monats eine Zeitung 'mobil' Nr. 7 2008 in die Hand bekommen, schlage die Zwischenseite mittig von Seite 26 und 27 auf, und Du hast ein hübsches Bild davon, mit wem ich die letzten Nächte in einem Doppelbett verbracht habe. Fängt auch mit M an, war aber nicht M.
Bis Augsburg lese ich ein Buch gefüllt mit Abschiedsbriefen von Männern ('Das war's dann wohl'- Abschiedsbriefe von Männern; Dva) und es rasen Kilometer von regenschiefen Feldern an mir vorbei.
An Bahnhöfen wird mir ein neuer Trend farbenprächtig und am lebenden Objekt vor Augen geführt.
Trugen noch vor einiger Zeit meist Frauen Shirts mit Aufdrucken wie ZICKE!, Flittchen, 'blond&will ich' etc, hat sich der Trend jetzt auf das unbescholtene Haustier verlagert. Hunde werden nichts ahnend in Halfter gesteckt auf denen 'Azubi' steht, Blondenhund und Egoist. Als ich aus dem Bahnhof Augsburg rolle, entfernt sich das Bild eines kleinen Terriers aus meinem Sichtfeld, auf dessen Geschirr 'Führer' steht. In braun.
Am Horizont plötzlich die Berge.
Ich meine- Berge!
Ich hätte nicht gedacht, dass diese mich so aufgeregt werden lassen, und ich klebe an der Bummelzugscheibe und fotografiere das, was sich auf den Bildern leider nicht widergeben lässt. Meine Aufregung und deren Präsenz.
Hey, ich bin Flachlandautorin, ich will mich nicht so einfach durch ein paar riesige Steine bezirzen lassen!

Und: Die ganze Fahrt über freue mich auf den dritten Teil des Seminares. Man gewöhnt sich an die anderen Teilnehmer, die von mal zu Mal eine Schicht mehr bekommen, durch jede Anekdote und jedes Tun. Die Interessierte, die Ruhige, die eine in laut und fröhlich, und andere in ewig gelangweilt.
Aus Augsburg bringe ich ein kräftiges Gewitter mit. Die Taxifahrerin erklärt mir derweil das hohe Japaneraufkommen in Füssen mit den Schlößern um die Ecke am Hang. Natürlich, haue ich mir mit beiden Händen vor die Stirn. Franz, Sissy, Ludwig und die ganzen Berge und Seen drumherum. Nehme mir vor, gleich nach einem Kaffee alle Berge zu erklimmen und Geschichte nachzuholen.
Im Zimmer angekommen schlafe ich - Dank Bergluft- mit dem Gewitter ein. Letzer Gedanke wie meist, die Landesnotiz für das Hirn:
Bayern duftet also lecker nach Regen, Kuhmist und Bergen.
Später dann.
Mit dem Abendessen vor atemberaubender Kulisse bekam ich eine Zimmernachbarin, die wie ich erstaunt war.
Schullandheimerinnerungen kommen hoch, und ich bestelle mir darauf noch einen Viertel Rotwein für tiefen Schlaf.
Dem Mann zu Hause tippe ich 'Habe eine Vorbildfrau in meiner Gewalt, wir teilen Zimmer und Napf und ich kann alles fragen!'
Entwicklung / Die Kartoffel ist das Fleisch.
Dieses ewige Erschrecken vor den Bergen. Man denkt nichts großes, und plötzlich wendet man den Kopf und da sind sie wieder, diese riesigen Steine die einfach so vor einem stehen. Ich sass gestern noch eine Weile vor ihnen und mit dem ratlosen angucken kamen die Doors dazu und sangen in meinem Kopf ‚The End’ auf Repeat.
Alles wäre anders, gingen diese Bergketten einmal um mich herum. So sind sie einfach ein schönes Panorama, welches alle paar Minuten anders aussieht, je nach Licht und Wolke. Denke viel an Hobbits, weniger an Franz und Sissy.

Tagsüber Seminar. Ich sauge auf was geht, und spucke aus wenn es muss. Theorie und Praxis in fröhlicher Umarmung, dazu gibt es am Ende viele rote Wangen, glasige Blicke und ich jubele über zwei Kopien von Aromarädern. Ich könnte noch Stunden über die Themen Weinbereitung und
alles über Spanien hören, mein Magen aber leider nicht, zum Abendessen eine halbe Flasche die noch übrig war, man opfert sich natürlich gern.

Freizeit. Da kein Barfußweg in der Nähe war und auch sonst irgendwie alles zu oder weg war, ging eine kleine Gruppe von sieben
Als die kleine Gruppe dann um 22uhr15 eintraf hatte dieser grad die guten Stuben sauber und dunkel gelegt, und konnte nur mit einer Mischung aus Augenaufschlag (Angst im Dunkeln) und männlichem Druck (Nur n Bier!) zur Türöffnung bewegt werden.
Aber dann!
Ausgestopftes, Angezapftes und Geschichten (G’schichtn!) von ekligen Seegründen die keine messbare Tiefe besitzen, so tief sind die, Hitlers Schätzen und Ludwigs Todesgründe. Alles vom Chef persönlich erzählt.

Mein Highlight, auch bebildert: der Wolpertinger!

Ein bayrisches Fabelwesen, welches es natürlich genau in diesem Wald geben soll, durch den wir zurück müssen, in stockfinsterer Nacht. Ich gebe mich unbeeindruckt wenn auch ein wenig verliebt und erzähle ganz rheinländisch in Stimmung von unserem Kuno, den Dackel fressenden Wels aus 2001.
Keiner will mir glauben, und ich zische dem Wolpertinger zu, dass die alle schon sehen werden, Kuno hat bestimmt Verwandschaft im See zu Hopfen.
Für unser Überleben auf dem Rückweg (und das von ungezählten Kröten, die nachtaktiv eine rauhe Party feierten in einer kühlen Sommernacht) gab uns der nette Wirt noch drei Fackeln mit, und so sah der Wald kurz darauf das:
Sieben leicht hysterisch kichernde Menschen (erwachsen, 4 w. / 3 m.) mit drei Fackeln, die bei jeder Pfütze, vermeindlichen Schlange oder ‚irgendetwas im Walddunkel’ stoppten, kicherten oder die nächste Gänsehautgeschichte aus dem Pool der Gänsehautgeschichten erzählten.
Um Mitternacht waren alle dann sicher im Hotel und verstauten sich in die jeweiligen Doppelbetten, bevor sie sich in Wolpertinger verwandeln konnten.
Amen.

Abgang / Wenn das Fackerl brodelt.
Morgens um sieben sehen meine müden Augen zwei erfreuliche Dinge:
Eine frische Oenologin (Doppelbetthälfte links) und ein Reh (Fensteraussicht, auf 11 Uhr).
Straffer Zeitplan = schnelles Frühstück. Ich schaffe Dank Nachtwanderung geschätzt ein Pfund Rührei, 1 Glas Buttermilch mit Fruchtmolke und eine große Schüssel Bircher Müsli.
Mit vollen Backen schwöre ich dem Löffel und dem Koch, der mich nicht hören kann, dass ich in dem Zeug begraben werden möchte, so lecker ist es.
Danach zum zweiten Tag des Seminares, heute ist Italien dran.
Wacker prosten wir uns noch vor zehn am Morgen zu, und Dank einiger Spuckschwächen bekommt das Bircher Müsli Gesellschaft von ein paar kleinen Schlückchen Venezien, Sizilien, Toskana und etc.

Meine Lieblings-Oenologin (mobil, Ausgabe Nr. 7, 2008 zwischen den Seiten 26 und 27, der Leser erinnert sich) übersetzt Etiketten-Latein und behält auch die Fassung, als wir das dann tun. Dazu Lektionen in Maschinentrends (Weinernte) und am Objekt selbst (Rebe, lebendig).

Gegen Mittag wird als letzte Tat etwas anderes probiert: Olivenöl.
Vier verschiedene Sorten, mit Luft und Speichel durch den Gaumen gezwirbelt, gesellen sich als Dritter Spieler im Bunde zu Bircher Müsli und Rotwein.
Taxi wartet, Tschö sagen bis August, dem Taxifahrer entschuldigend die Fahne erklären, die er nicht riechen kann, da er selber welchen zur Brotzeit hatte.
Bayern, stimmt ja.
Der Regionalexpress (wobei das Wort „Express“ für diese Bummelversion eine totale Fehlbenennung ist) soll um 13uhr06 fahren.
Um 13uhr06 sagt ein Lautsprecher in Füssen, dass dieser Zug ausfällt. Dafür würde ein Bus fahren. Ich fahre also nicht mit dem Zug nach Augsburg, sondern in einem Bus mit einem Grantler als Fahrer nach Marktoberdorf.
Notiz für mich selbst: Wenn das nächste Mal ein aufgeregter Teenager neben mir Platz nimmt und mich fragt, ob ich eigentlich auch den Zug hätte nehmen wollen und müssen, dann bin ich jetzt vorbereitet.Vorbereitet, das ich unter Umständen unter einem Redeschwall nicht unter zwei Stunden über das gesamte weibliche Teenagerdasein (Ausbildung zur kaufm. Angestellten, Freundeskreis der sich ausdünnt, AlkoPops und Schlösser von außen, und der Unterschied der Franken zu den Bayern) hinweg durch Bayern gekarrt werde. Ausgeliefert an eine gewisse Art hormoneller Aufruhr und den Regionalbahnen Bayerns.
Dort steht ein Zug auf den Schienen, der ab dort nach Buchloe fährt. Sagt die Frau am Kiosk, die wohl durch irgendwelche unsicheren Gründe auch zur DB gehört.
Der Zug selbst ist Ur-alt, dreckig und – er fährt nicht.
Nach 30 Minuten drin herumsitzen (was will man sonst in der Pampa auch tun?) und ohne einen Hauch von Bahnbediensteten fuhr dieser dann los. Einfach so.
Wildes Gefühl von Abenteuer mitten in Bayern. Selbst das Teenagermädchen holt kurz erstaunt Luft, und führt dann weiter aus.
In Buchloe dann kurzes herumsitzen und problemloses umsteigen, dann tatsächlich noch vor errechneter Zeit Augsburg erreicht, unschlüssig am Bahnhof herumgelaufen, einen Schauer angeguckt, und dann in den ICE gen Rheinland. Bei Stuttgart eingeschlafen. In den Sitzen des ICEs versunken träumte mir, ich ginge durch meinen tunnelartigen Keller, strich sanft über meine brandneuen Tonerde-Eier und erklärte
Tja.
Man sieht sich immer zwei Mal im Leben, das werde ich Bayern in knapp sechs Wochen beweisen, wenn der letzte Teil des Sommelier-Kurses von Delinat ansteht.

Pfüati.
* Bei Interesse an mehr:
Sämtliche Bilder zum Umfeld gibt es hier.
Alle auf dem Tisch stehende biolog. Weine gibt es genau hier.
Und residiert wurde dieses Mal im Eggensberger Bio-Hotel Hopfen am See.
Den Chef vom Wiesbauer und seinen Wolpertinger kann man hier besuchen.
Samstag, 5. Juli 2008
ballast ablegen.
Was ich, während ich meine Tasche für das/den Allgäu ab Morgen packe, so wohlwollend erst akustisch wahrnehme, dann aus einem Augenwinkel beobachte, um es am Ende dann wegzuwischen, ist:
Woher weiß ein Fellchen, daß es genug Haare im Magen gesammelt hat, um diese dann sehr theatralisch aber meist gezielt wieder loszuwerden? Ist es eine Ahnung, ein genaues Wissen, ein katzenesker Zeitplan oder funktioniert es nach der wat mutt dat mutt-Regel, raus & gut ist?
Jedenfalls wird sich vorab erst einmal gründlich der Bauch geputzt (Rumoren), dann mehrfach mit der Zunge über die Lefzen geleckt (Übelkeitssabbern) und dann geht das Schauspiel in Phase zwei: Zeitung, Shirt oder ein Stück guten Teppich suchen, dann wie beim Exorzisten rückwärts gehen mit stark gewölbten Rücken, dazu Geräusche ausstoßen wie ein sterbender Alien (Espressomaschine ist gleichwertig), dann mit einem Geräusch, was jeder Fellbesitzer kennt, in einem Rutsch die Fellwurst (Gewöll) auf Zeitung/Shirt/Teppich, noch einmal verdutzt den Mensch angeguckt (Haha!) und dann wieder der vorab betriebenen Tätigkeit nachgehen (schlafen).
Und während ich überlege, ob Rock oder Hose, welcher Pulli, welches Buch für die Zugfahrt und wie viele Stullen und bloß die Seminarunterlagen nicht vergessen, da finde ich so ein Fellchen schon ziemlich gut, so oder so. Und ich werde sie alle, wie immer (und den Mann dazu, auch wenn er das mit der Gewöll-Show nicht drauf hat) (dafür anderes) die nächsten drei Tage vermissen.
Dafür bringe ich Bilder von Bergen mit, und von vollen Weingläsern, dann von geleerten, von Gelehrten (der musste sein, der lag da so) und von einem See. Und so.
Ein Lied zur Pause. Denn von allen Gedanken schätz' ich doch am meisten-
- die Interessanten.
Bis später.
Woher weiß ein Fellchen, daß es genug Haare im Magen gesammelt hat, um diese dann sehr theatralisch aber meist gezielt wieder loszuwerden? Ist es eine Ahnung, ein genaues Wissen, ein katzenesker Zeitplan oder funktioniert es nach der wat mutt dat mutt-Regel, raus & gut ist?
Jedenfalls wird sich vorab erst einmal gründlich der Bauch geputzt (Rumoren), dann mehrfach mit der Zunge über die Lefzen geleckt (Übelkeitssabbern) und dann geht das Schauspiel in Phase zwei: Zeitung, Shirt oder ein Stück guten Teppich suchen, dann wie beim Exorzisten rückwärts gehen mit stark gewölbten Rücken, dazu Geräusche ausstoßen wie ein sterbender Alien (Espressomaschine ist gleichwertig), dann mit einem Geräusch, was jeder Fellbesitzer kennt, in einem Rutsch die Fellwurst (Gewöll) auf Zeitung/Shirt/Teppich, noch einmal verdutzt den Mensch angeguckt (Haha!) und dann wieder der vorab betriebenen Tätigkeit nachgehen (schlafen).
Und während ich überlege, ob Rock oder Hose, welcher Pulli, welches Buch für die Zugfahrt und wie viele Stullen und bloß die Seminarunterlagen nicht vergessen, da finde ich so ein Fellchen schon ziemlich gut, so oder so. Und ich werde sie alle, wie immer (und den Mann dazu, auch wenn er das mit der Gewöll-Show nicht drauf hat) (dafür anderes) die nächsten drei Tage vermissen.
Dafür bringe ich Bilder von Bergen mit, und von vollen Weingläsern, dann von geleerten, von Gelehrten (der musste sein, der lag da so) und von einem See. Und so.
Ein Lied zur Pause. Denn von allen Gedanken schätz' ich doch am meisten-
- die Interessanten.
Bis später.
Donnerstag, 3. Juli 2008
Sequenzen, oder "Der Versuch einer Freizeit im Stadtsommer", Teil 2
Heute: Gedanken über Dosen-Prosecco und Siedepunkte.
Gestern am frühen Morgen habe ich dann nachgegeben.
Den Kopf noch tief und verknautscht im Kissen, dachte ich nicht an 2do-Listen und deren Eigendynamik wie Reihenfolge. Ich dachte nicht an Haushalt und ob der Korb mit Buntwäsche wieder dran wäre. Ich dachte nicht an die Arbeit am Klapprechner und nicht die am Menschen, ich dachte nur eins:
Nehme ich Aprikosen mit oder eine Stulle, und wie lange brauche ich wohl insgesamt vom Bett bis ins Becken.
Wenn ich zügig fahre, bin ich mit meinem Drahtgeschoss in dreißig Minuten im Schwimmbad am Rhein. Schöne Strecke, einmal durchs Viertel, einmal über eine Brücke, und dann den Fluss entlang bis der Rheinturm sehr klein geworden ist, und dann ist man da.
In diesem Schwimmbad habe ich als Göre schwimmen gelernt, und in den Becken habe ich selbst kleinen(nicht eigenen) Gören das Schwimmen beigebracht. Ich habe alte, unverarbeitbare Traumen von dem meilenlangen Weg von der Bushaltestelle bis zum Eingang Schwimmbad (Danke, Mutti) die sich als Kind anfühlten, als würde man zu Fuß nach Polen auswandern. Ohne Papa, weil der war Arbeiten.
Normalerweise gehe ich nicht in Schwimmbäder. Also nicht in gut besuchte, weil mich irgendwas an Akustik und Stimmung wirklich verzagen lässt. Aber auch da gibt es Ausnahmen, und die heißen "sehr früh" und "sehr spät".
Außerhalb der Schulferien kann man morgens früh gehen, schwimmen und schnell wieder fahren, wenn die Kühltaschenfront im Rudel über den Rheindamm anmarschiert kommt. Und man kann sehr spät gehen, wenn alle anderen längst zu Hause vor RTL sitzen und in Ruhe den Tag im Wasser ausklingen lassen.
Und, und hier die Ausnahme, und man kann vor der Hitze kapitulieren und trotz Schulferien gegen acht am Morgen denken: Noch ist es früh genug, nur ein oder zwei Stunden, und dann bin ich wieder weg. Man kann sich noch völlig verschlafen aufs Rad setzen, seinen Beutel schultern und auf direktem Wege und optimistisch gestimmt ins Schwimmbad fahren.
Man kann, und hier schlägt die Realität dann mit voller Wucht zu, eine halbe Stunde später in einer kleinen Schlange an der Kasse stehen (9 Uhr 12), von rechts reißt einem ein kleiner Junge am Portemonnaie (Mammaaa, HABEN!), den man dann streng aber mütterlich anschaut, 'Nein!' sagt, worauf der anfängt zu brüllen und durch irgendeine geheime Kraft sich sein Darm lockert und er das genau jetzt raus lässt, was Mutti gestern sorgsam reinstopfte.
Ich hatte nur einen Kaffee im Magen und mogelte mich flugs vor der nun den Jungen anbrüllenden Mutti, sagte noch einmal laut 'Nein!' als die Bademeisterin meinte 'Sind sie nicht süß, wenn sie so klein sind?' und dann im Stechschritt Richtung Erwachsenenbecken.
Wo um diese Uhrzeit normalerweise nur zwei Dinge herrschen, nämlich Ruhe und konzentriertes Bahnen ziehen, waren nun alle Liegen belegt und das Becken gefüllt mit einer Spezies, die in dieser Form sonst so auch nicht dort ist.
Hippe Renter mit Nebenjobs.
Ich hab das so noch nie erlebt, aber nun lag ich hinter einer Hecke in Deckung und bekam Gespräche mit, die ich sonst so noch nie gehört habe. Menschen locker über 70 ziehen über ihre Kinder her, die ja angeblich nie Zeit haben wegen der Firma, aber sie hätten ja Dank Mitarbeit den Überblick, und da würde ja gelogen was Qualifizierung anginge, was Freizeit anginge, Hobbys und Fortbildungen, und eigentlich sei Bernd eine Null, aus welchem Strang der Familie er das wohl hätte, und ohne den und dem würde er die Geschäfte nie stemmen können.
Daneben, ebenfalls laut mitschimpfend, Omas oben ohne und mit iPod in der Hand. Da wurde über die Musik im Ohr die Anita laut bejohlt, die gestern im Hafen (hippe Medienmeile, gut getarntes after-Work-Gehege für alle) dermaßen über den Durst und nun erst mal einen Prosecco bräuchte. Sprachs, und zischte sich einen Dosen-Prosecco (9 Uhr 25 ).
Neben mir lag eine junge Frau in sichtbaren Umständen, die alles ebenfalls mitbekommen hatte, und wir sahen und tief in die Augen und trauten uns nicht, die Köpfe zu schütteln.
Von 9 Uhr 27 bis 11 Uhr 12 lag ich durchgehend im Wasser.
Das war Sinn und Zweck der Übung.
Auch schön am Stadtsommer ist es, wenn sich Asphalt und Häuser wie heiße Steine aufheizen und die Stadt ein gigantisch großer Raclette-Grill wird, mit Salatflächen (Park), Dip (Schwimmbäder und Seen) und Beilagen (Menschen in Biergärten oder Restaurants mit Außenbereich).
Bei der Rückfahrt in die Stadt hinein wurde es von Kilometer zu Kilometer heißer, und bis ich an der Brücke an einer Ampel stand, war ich trotz Fahrtwind überhitzt wieder bereit, mich in jede Pfütze zu werfen und gründlich zu suhlen.
Der Rhein schimmerte verführerisch in grünlich-blauen Tönen, die Menschen schleppten Tonnen von Eis in Waffeln vor sich her, jeder suchte Schatten und Italiener auf.
Düsseldorf war zur Adria mutiert, das Thermometer an der Strasse zeigte 35°, es war auf den Gongschlag zwölf Uhr.
Bevor ich zum nächsten Termin aufbrach, legte ich LSF 30 nach, kaum noch ein Mensch auf der Strasse, und das Wassereis ginge weg wie Brot, hörte ich den Kiosk-Mann.
13 Uhr 35, das Thermometer an der Hauptstraße blinkte mit 37°, Fahrrad und ich verschmolzen mit der Strasse, alles schien sich aufzulösen.
Das könnte man jetzt den ganzen Text so weiterführen, zum Beispiel wie ich am späten Nachmittag mit meiner Friseurin verklebte, als sich mein Folienumhang mit ihrer Gummischürze vereinte, und wir schwitzend versuchten, uns voneinander zu lösen. Oder das Gewitter, was herrlich elektrisch den Abend beim Griechen mit neuer Würze spickte. ("War DAS schon die ganze Zeit auf meinem Salat?" - "Nein.")
Oder.
Aber mir ging es eigentlich nur um die Sache mit den Rentnern und ihren neuen Freizeitbeschäftigungen.
Und darum, dass es sich abgekühlt hat.
Gestern am frühen Morgen habe ich dann nachgegeben.
Den Kopf noch tief und verknautscht im Kissen, dachte ich nicht an 2do-Listen und deren Eigendynamik wie Reihenfolge. Ich dachte nicht an Haushalt und ob der Korb mit Buntwäsche wieder dran wäre. Ich dachte nicht an die Arbeit am Klapprechner und nicht die am Menschen, ich dachte nur eins:
Nehme ich Aprikosen mit oder eine Stulle, und wie lange brauche ich wohl insgesamt vom Bett bis ins Becken.
Wenn ich zügig fahre, bin ich mit meinem Drahtgeschoss in dreißig Minuten im Schwimmbad am Rhein. Schöne Strecke, einmal durchs Viertel, einmal über eine Brücke, und dann den Fluss entlang bis der Rheinturm sehr klein geworden ist, und dann ist man da.
In diesem Schwimmbad habe ich als Göre schwimmen gelernt, und in den Becken habe ich selbst kleinen(nicht eigenen) Gören das Schwimmen beigebracht. Ich habe alte, unverarbeitbare Traumen von dem meilenlangen Weg von der Bushaltestelle bis zum Eingang Schwimmbad (Danke, Mutti) die sich als Kind anfühlten, als würde man zu Fuß nach Polen auswandern. Ohne Papa, weil der war Arbeiten.
Normalerweise gehe ich nicht in Schwimmbäder. Also nicht in gut besuchte, weil mich irgendwas an Akustik und Stimmung wirklich verzagen lässt. Aber auch da gibt es Ausnahmen, und die heißen "sehr früh" und "sehr spät".
Außerhalb der Schulferien kann man morgens früh gehen, schwimmen und schnell wieder fahren, wenn die Kühltaschenfront im Rudel über den Rheindamm anmarschiert kommt. Und man kann sehr spät gehen, wenn alle anderen längst zu Hause vor RTL sitzen und in Ruhe den Tag im Wasser ausklingen lassen.
Und, und hier die Ausnahme, und man kann vor der Hitze kapitulieren und trotz Schulferien gegen acht am Morgen denken: Noch ist es früh genug, nur ein oder zwei Stunden, und dann bin ich wieder weg. Man kann sich noch völlig verschlafen aufs Rad setzen, seinen Beutel schultern und auf direktem Wege und optimistisch gestimmt ins Schwimmbad fahren.
Man kann, und hier schlägt die Realität dann mit voller Wucht zu, eine halbe Stunde später in einer kleinen Schlange an der Kasse stehen (9 Uhr 12), von rechts reißt einem ein kleiner Junge am Portemonnaie (Mammaaa, HABEN!), den man dann streng aber mütterlich anschaut, 'Nein!' sagt, worauf der anfängt zu brüllen und durch irgendeine geheime Kraft sich sein Darm lockert und er das genau jetzt raus lässt, was Mutti gestern sorgsam reinstopfte.
Ich hatte nur einen Kaffee im Magen und mogelte mich flugs vor der nun den Jungen anbrüllenden Mutti, sagte noch einmal laut 'Nein!' als die Bademeisterin meinte 'Sind sie nicht süß, wenn sie so klein sind?' und dann im Stechschritt Richtung Erwachsenenbecken.
Wo um diese Uhrzeit normalerweise nur zwei Dinge herrschen, nämlich Ruhe und konzentriertes Bahnen ziehen, waren nun alle Liegen belegt und das Becken gefüllt mit einer Spezies, die in dieser Form sonst so auch nicht dort ist.
Hippe Renter mit Nebenjobs.
Ich hab das so noch nie erlebt, aber nun lag ich hinter einer Hecke in Deckung und bekam Gespräche mit, die ich sonst so noch nie gehört habe. Menschen locker über 70 ziehen über ihre Kinder her, die ja angeblich nie Zeit haben wegen der Firma, aber sie hätten ja Dank Mitarbeit den Überblick, und da würde ja gelogen was Qualifizierung anginge, was Freizeit anginge, Hobbys und Fortbildungen, und eigentlich sei Bernd eine Null, aus welchem Strang der Familie er das wohl hätte, und ohne den und dem würde er die Geschäfte nie stemmen können.
Daneben, ebenfalls laut mitschimpfend, Omas oben ohne und mit iPod in der Hand. Da wurde über die Musik im Ohr die Anita laut bejohlt, die gestern im Hafen (hippe Medienmeile, gut getarntes after-Work-Gehege für alle) dermaßen über den Durst und nun erst mal einen Prosecco bräuchte. Sprachs, und zischte sich einen Dosen-Prosecco (9 Uhr 25 ).
Neben mir lag eine junge Frau in sichtbaren Umständen, die alles ebenfalls mitbekommen hatte, und wir sahen und tief in die Augen und trauten uns nicht, die Köpfe zu schütteln.
Von 9 Uhr 27 bis 11 Uhr 12 lag ich durchgehend im Wasser.
Das war Sinn und Zweck der Übung.
Auch schön am Stadtsommer ist es, wenn sich Asphalt und Häuser wie heiße Steine aufheizen und die Stadt ein gigantisch großer Raclette-Grill wird, mit Salatflächen (Park), Dip (Schwimmbäder und Seen) und Beilagen (Menschen in Biergärten oder Restaurants mit Außenbereich).
Bei der Rückfahrt in die Stadt hinein wurde es von Kilometer zu Kilometer heißer, und bis ich an der Brücke an einer Ampel stand, war ich trotz Fahrtwind überhitzt wieder bereit, mich in jede Pfütze zu werfen und gründlich zu suhlen.
Der Rhein schimmerte verführerisch in grünlich-blauen Tönen, die Menschen schleppten Tonnen von Eis in Waffeln vor sich her, jeder suchte Schatten und Italiener auf.
Düsseldorf war zur Adria mutiert, das Thermometer an der Strasse zeigte 35°, es war auf den Gongschlag zwölf Uhr.
Bevor ich zum nächsten Termin aufbrach, legte ich LSF 30 nach, kaum noch ein Mensch auf der Strasse, und das Wassereis ginge weg wie Brot, hörte ich den Kiosk-Mann.
13 Uhr 35, das Thermometer an der Hauptstraße blinkte mit 37°, Fahrrad und ich verschmolzen mit der Strasse, alles schien sich aufzulösen.
Das könnte man jetzt den ganzen Text so weiterführen, zum Beispiel wie ich am späten Nachmittag mit meiner Friseurin verklebte, als sich mein Folienumhang mit ihrer Gummischürze vereinte, und wir schwitzend versuchten, uns voneinander zu lösen. Oder das Gewitter, was herrlich elektrisch den Abend beim Griechen mit neuer Würze spickte. ("War DAS schon die ganze Zeit auf meinem Salat?" - "Nein.")
Oder.
Aber mir ging es eigentlich nur um die Sache mit den Rentnern und ihren neuen Freizeitbeschäftigungen.
Und darum, dass es sich abgekühlt hat.
Dienstag, 1. Juli 2008
sommers und der bestseller.
Letzte Nacht einen kompletten Bestseller geschrieben und einen zweiten noch angefangen, weil die Kerze noch zwei Zentimeter Platz hatte. Kapitel an Kapitel, Idee an Idee, die Wörter flogen nur so aus den Hirnkurven, und dann gurrten irgendwo zwei Dinosaurier.
Geträumt.
Die Dinosaurier waren das Taubenpärchen Herr und Frau Sommer, welche zwei Meter Luftlinie schräg gegenüber in der Ecke brüten und sich morgens vor Abflug gern noch eine Runde lebhaft unterhalten. Thermik, Wurmtiefe, Wetteraussichten.
Traum futschikato.
Dann eben das Erstaunen. Werte Leser, jetzt ein Tipp der so ganz ungewöhnlich nicht ist, wenn man seit Jahren sein Blog füttert, kämmt und gut wegtuppert was älter als eine Woche ist. Der Tipp also: gleicht euer aktuelles Sein mit eurem aktuellen Blog ab. Ich zum Beispiel sah eben, dass ich seit zwei Tagen das falsche Buch lese. Meinem Blog habe ich (bitte sehen sie kurz nach Links, Rubrik 'in der koje') folgendes Buch genannt, in echt griff ich aber gestern zu einem ganz anderen. So. Nicht schlimm, aber verzerrt. Dann ereilte mich letzte Nacht eine aufgeregte Mail einer lieben Langzeitleserin, welche mir ganz lieb Prozac empfahl. Damit hätte sie 'das' auch weggekriegt. Ich aber hab keinen Zahnstein, sondern mein Karma, und mit dem geh ich grad täglich Gassi an den Rhein, lasse es etwas mit den anderen Stadtdepressionen über die Wiesen tollen, und dann gehen wir nach Hause und machen Abendbrot.
Soll heißen, es geht mir ausgesprochen so dingens, Leben ist bunt und mal rauf und dann wieder runter, und das Einzige was mir in Kapselform über die Zunge darf ist hochdosiertes Vitamin C. Jedem anderen, jetzt muss man es wieder erklären, jedem anderen sein Pillchen, da halte ich mich komplett raus, es hilft, es renkt ein, es ist eine Möglichkeit.
Was wollte ich eigentlich? Ach so, mein Traum. Mein Buch. Meine Idee.
Wenn Vatti Sommer wieder einfliegt, hab ich mit ihm ein Täubchen zu rupfen.
Geträumt.
Die Dinosaurier waren das Taubenpärchen Herr und Frau Sommer, welche zwei Meter Luftlinie schräg gegenüber in der Ecke brüten und sich morgens vor Abflug gern noch eine Runde lebhaft unterhalten. Thermik, Wurmtiefe, Wetteraussichten.
Traum futschikato.
Dann eben das Erstaunen. Werte Leser, jetzt ein Tipp der so ganz ungewöhnlich nicht ist, wenn man seit Jahren sein Blog füttert, kämmt und gut wegtuppert was älter als eine Woche ist. Der Tipp also: gleicht euer aktuelles Sein mit eurem aktuellen Blog ab. Ich zum Beispiel sah eben, dass ich seit zwei Tagen das falsche Buch lese. Meinem Blog habe ich (bitte sehen sie kurz nach Links, Rubrik 'in der koje') folgendes Buch genannt, in echt griff ich aber gestern zu einem ganz anderen. So. Nicht schlimm, aber verzerrt. Dann ereilte mich letzte Nacht eine aufgeregte Mail einer lieben Langzeitleserin, welche mir ganz lieb Prozac empfahl. Damit hätte sie 'das' auch weggekriegt. Ich aber hab keinen Zahnstein, sondern mein Karma, und mit dem geh ich grad täglich Gassi an den Rhein, lasse es etwas mit den anderen Stadtdepressionen über die Wiesen tollen, und dann gehen wir nach Hause und machen Abendbrot.
Soll heißen, es geht mir ausgesprochen so dingens, Leben ist bunt und mal rauf und dann wieder runter, und das Einzige was mir in Kapselform über die Zunge darf ist hochdosiertes Vitamin C. Jedem anderen, jetzt muss man es wieder erklären, jedem anderen sein Pillchen, da halte ich mich komplett raus, es hilft, es renkt ein, es ist eine Möglichkeit.
Was wollte ich eigentlich? Ach so, mein Traum. Mein Buch. Meine Idee.
Wenn Vatti Sommer wieder einfliegt, hab ich mit ihm ein Täubchen zu rupfen.
Montag, 30. Juni 2008
fernsehen mit Lu, oder 'achtung, metallischer inhalt'
Das ist jetzt wirklich ein gespaltener Eintrag, weil:
Wenn Wer nie Lust auf Gitarren hatte, auf Jungs in Spandex und Mädels in Leder-Bikinis, auf Harleys in Verbindung mit Haarspray, Feuer und noch mehr Bikinis, dazu literweise Alkohol, fragwürdigen Spaß und noch mehr Bikinis, Sex und dem guten Rock and Roll, dann:
Bitte gehen sie weiter. Wirklich.
*
Ich derweil freue mich -von Freunden wie Fremden belächelt- über das neue Album von Mötley Crüe, aber das nicht ohne Vorspiel. Ich muss an dieser Stelle laut eine Lanze für meinen alten Rock'n'Roll-Freund aka Leser dreizehn.com brechen, der mich mehr so Zwang, das Buch "The Dirt" von und über Mötley Crüe zu lesen, auch wenn ich es nach den ersten sagenwirmal 50 Seiten links habe liegen lassen.
Er deute nach, ich gab nach und las weiter, und siehe da:
Es hat gegriffen! Ichfühle mich wieder exakt wie zwischen 18 und 22 las es durch verknallte mich zum 150 Mal in Nikki Sixx und verstand um einiges mehr, was diese Band ausmachte. Und finde Herrn Nikki Sixx erneut sehr sympathisch.
Da die Band gerade ihr neues Album betourt und Tommy Lee wieder mit Pamela Anderson zusammen ist (zum wievielten Mal?) und Nikki Sixx sein neues Buch promoted und generell sehr viel passiert, werden sie durch die TV-Sender gereicht, und Dank youTube geht einem ja nichts mehr durch die Lappen. Und da alleine gucken dich macht, verlinke ich jetzt die Teile der Larry King Show, wo larry mit den Jungs ein wenig spielt und Tommy über Pam ausfragt.
Zum Beispiel.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
PS: Man muss das nicht mögen. Dieser Beitrag richtet sich tatsächlich nur an eingefleischte Rock'n'Roll- Fans, an dreizehn.com (ich wünsch mir Nikki Sixx Bettwäsche zum 40.!) und an: mich!
"Rock'n'Roll!"
(Ozzy Osbourne)
"Ich kann auch Beethoven."
(Lu)
Wenn Wer nie Lust auf Gitarren hatte, auf Jungs in Spandex und Mädels in Leder-Bikinis, auf Harleys in Verbindung mit Haarspray, Feuer und noch mehr Bikinis, dazu literweise Alkohol, fragwürdigen Spaß und noch mehr Bikinis, Sex und dem guten Rock and Roll, dann:
Bitte gehen sie weiter. Wirklich.
*
Ich derweil freue mich -von Freunden wie Fremden belächelt- über das neue Album von Mötley Crüe, aber das nicht ohne Vorspiel. Ich muss an dieser Stelle laut eine Lanze für meinen alten Rock'n'Roll-Freund aka Leser dreizehn.com brechen, der mich mehr so Zwang, das Buch "The Dirt" von und über Mötley Crüe zu lesen, auch wenn ich es nach den ersten sagenwirmal 50 Seiten links habe liegen lassen.
Er deute nach, ich gab nach und las weiter, und siehe da:
Es hat gegriffen! Ich
Da die Band gerade ihr neues Album betourt und Tommy Lee wieder mit Pamela Anderson zusammen ist (zum wievielten Mal?) und Nikki Sixx sein neues Buch promoted und generell sehr viel passiert, werden sie durch die TV-Sender gereicht, und Dank youTube geht einem ja nichts mehr durch die Lappen. Und da alleine gucken dich macht, verlinke ich jetzt die Teile der Larry King Show, wo larry mit den Jungs ein wenig spielt und Tommy über Pam ausfragt.
Zum Beispiel.
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
PS: Man muss das nicht mögen. Dieser Beitrag richtet sich tatsächlich nur an eingefleischte Rock'n'Roll- Fans, an dreizehn.com (ich wünsch mir Nikki Sixx Bettwäsche zum 40.!) und an: mich!
"Rock'n'Roll!"
(Ozzy Osbourne)
"Ich kann auch Beethoven."
(Lu)
anleitung,
oder der wirklich einzig brauchbare Bachmann-Preis-Kriterien-Katalog für den wer auch einmal in Klagenfurt einen Text einreichen und gewinnen möchte. Aus aktuellem Anlass.
Bitte holen sie sich dazu einen Keks und ein Glas mit Getränk.
Leseblatt
(via Don D.)
Wirklich alles andere rund um und im Bachmann 2008 - Getümmel gibt es liebevoll und in 1a Qualität bei Frau Sopran.
Bitte holen sie sich dazu einen Keks und ein Glas mit Getränk.
Leseblatt
(via Don D.)
Wirklich alles andere rund um und im Bachmann 2008 - Getümmel gibt es liebevoll und in 1a Qualität bei Frau Sopran.
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