Sonntag, 29. Juni 2008

holländischer hochflug durch italienische bohnen.

Diese Überschrift kann einen ganz schön in die falsche Richtung führen, aber da ich heute höchstpersönlich etwas verpeilt und planlos durch die Wohnung irre und im Gegensatz dazu sehr scharf konzentriert, frisiert und generell fit wie ein deutscher Fussballer dem Abend Entgegenschauen sollte, aber das ist eine ander Geschichte, und deswegen hier ein 1a-Schachtelsatz mit dem Ausgang: erzähle ich die Geschichte am besten einspurig.
So.
Jedenfalls wir gestern so Samstag und Regen, da können wir auch gleich ins Ausland fliehen, und eigentlich wurde dieser Gedanke schon in der Nacht zuvor in einer sauberen Spelunke geboren, also standen wir müde und knittrig um Punkt eine Minute nach zehn vor einem Haus und holten einen ab. Zu dritt dann ins Niederland gefahren, da ist schon keine EM mehr, aber das Wetter war dramatischer und ein Outlet haben die dort auch, genau wie einen Samstagsmarkt mit Hering und günstigen Pflanzen im Topf. Man kann sich also toll verdingen und dazu den ganzen Tag Frittjes futtern.

28juni08

Im Outlet dann selber dieses Erschlagenheitsgefühl was mich/uns immer überkommt, wenn man in so einer Konsumhölle mit Parkplatzbeschallung länger als eine Stunde ausharrt und durch Geschäfte läuft, die man sonst so nicht aufsuchen würde, aber da sind sie nun mal grad da und man selbst auch, und so steht man plötzlich Hand in Hand mit einem gigantischen Ermüdungsanfall bei Armani und fragt sich Dinge wie 'Hä?'.
Deswegen erst ein paar Fritjes mit einem Kilo Sauce zu einer freien Bank balanciert, dann versucht, das alles aufzuessen (Fehlgeschlagen, bitte gehen sie zurück auf START und ziehen keine 4000 Gulden ein) und dann nur noch ein Gedanke, der aber 3fach gedacht:
Eine Tasse Kaffee und dann weg von hier.
Segafredo, könnte man meinen, ist eine gute Wahl und aber schon beim im Segafredo-Sitzen kam das Thema beim Nippen an den heißen Tassen auf Rausch und Drogen und ich kürze einmal ab: eine Stunde später saßen wir alle fernab vom Outlet auf einer Bank an der Maas, ein Mann auf einem Boot (halbnackt, also der Mann) spielte auf einem Schifferklavier und wir alle drei schliefen an die Mauer gelehnt einen süßen aber seltsamen Schlaf für eine nicht gerade kleine Weile.
Dem voraus gingen ein paar völlig alberne Kicheranfälle und der durchgezogene Drang, an jedes Wort ein tje anzuhängen und somit gefühlt Landessprache zu sprechen. Ohne Kommentar, nur zum Unterstreichen dieser seltsamen drei Stunden nach Kaffeegenuss bei Segafredo im Outlet-Gehege.
Abends zu Hause direkt weitergemacht, allerdings nicht mit Kaffee sondern den Wein-Vorräten, weiteren Lachanfällen und einer Menge alter Kassetten.

28juni08

Dazu gab es Brot und Smoothies.

Keine Pointe an dieser Stelle, nur die kollektive Meinung, dass unsere Kekse zum Kaffee wohl um waren.

Lied des Abends: alle.


Freitag, 27. Juni 2008

order # 9.08

Jonathan?

Maam?

Es gibt kein Bier auf Hawaii.

Danke für diese Überinformation, Maam.

Gern, Jonathan. Richtig gern.


trallala.

Bevor hier heute einer meckert, wo ich mich direkt liebevoll mit einschließen möchte, dass der Siebenschläfer mit reichlich Regen gesegnet war, und es jetzt ganz im Sinne des zerbrochenen Spiegels (7 Jahre krachschlechter Sex!) die nächsten sieben Wochen nur regnen soll, dem halte ich zwei Sachen entgegen:
Sieben Wochen Regen kann man mit sieben Wochen Sex ausliegen, wenn man denn möchte und (Mist, Faden verloren. Eiere jetzt Arm in Arm mit dieser undankbaren Sexthematik durch die Eingabemaske) und ausserdem gibts es heute noch viel tollen Wind und Sonne dazu.
(Uff)
Ich habe eben zum Beispiel eine sehr (sehr!) ausgedehnte Mittagspause am Fluss verbracht, nach einem Teller guter Suppe, und alles in den Wind gehalten, was nicht fest am Körper anlag. Also alles. Sah komisch aus, war aber egal, weil das am Rheinturm jeder gemacht hat. Dazu habe ich mir Gedanken um die Zukunft gemacht (sehr!) und durchgehend an Zitronensorbet denken müssen.
Heiße Mischung, gerade an Siebenschläfer, und ich hoffe, dass ich jetzt nicht sieben volle Wochen an die Zukunft und Zitronensorbet denken muss. (sehr!)

Gedanke des Tages: Zitronensorbet.
Wunsch bis später: Herr, wirf 18 Uhr vom Himmel.

Lied bis dahin:


logbuch | © Lu um 18:38h | keine meldung | meldung machen?

Donnerstag, 26. Juni 2008

heisere autos und keine krise.

Heute Morgen, ich radle grad über eine Rheinbrücke, da merke ich das alle Autos heiser sind. Deutschland hat die ganze Nacht wie doll gehupt, und es war nur dem köstlichen spanischen Rotwein zuzuschreiben, dass ich nach Mitternacht in einen sehr tiefen und spanischen Traum verfiel.
Jetzt ist hier quasi Ruhe im Karton, die deutschen Flaggen, achwastippich, der komplette Deutsche baumelt jetzt mit beseeltem Gesichtsausdruck dem Sonntag entgegen, und dann sind wir alle Jogi und bekommen die Zeit bis zur nächsten WM mit dem gewissenhaften Verstauen der ganzen Fan-Artikel 'Deutschland' um. Mein Wunsch wäre ja, dass sich die figurbetonte Trainer-Mode Löw und Frisur Donadoni ein wenig durchsetzt, auch der entschlossene Gesichtsausdruck, dann geht es in Supermärkten und an anderen Stellen wo man schlaff ansteht sicher auch etwas strammer zu.

Ich derweil habe zu melden, dass ich mitnichten einer Midlife-Krise zum Opfer gefallen bin (jetzt hab ich schon Oppa statt Opfer geschrieben, die Sonne und die Trainer-Mode essen Hirn auf), kann also ganz und in aller Ruhe meine alten Rock-n-Roll Platten rauf und runter hören kann und dabei lauthals 'Metal rulez' denken. Auch ein Poster alter Schnuffis im Arbeitsbereich wäre kein Indiz, und das war nur ein flacher Spaß meinerseits, hängen in meiner Denkzone doch nur vier bis fünf Bilder, und auf keinem ist ein Mann zu sehen.
Also alles später, und in der Zwischenzeit auch mal die Götter trainierte Männer sein lassen und am Fluß Seelchen auslüften und dabei ein schlechtes Buch lesen.

24juni08

Ich verabschiede mich für heute mit einem lauten Knall, denn ich begebe mich in einen weiteren Teil meiner Lieblingsbeschäftigung 'Selbstversuch', und gehe gleich mit dem Mann an den Rhein, um so ein Schön-Wetter-Ding zu machen. Picknicken.

Aloha.


Mittwoch, 25. Juni 2008

mittwochs, kurz bevor D ins finale geht.

'Saure-Gurken-Zeit' können manche auch als Schwangerschaft interpretieren, drum Obacht mit den flapsigen Sammelbegriffen vor Zweiten.
So.
Ansonsten erschlafft die ganze Stadt unter dem Gewittereinfluß, da kann man richtig bei zugucken.
Ich mag ja Gewitter.
Falsch. Ich LIEBE Gewitter, um es einmal richtig grundsätzlich zu übertreiben. Macht man ja auch viel zu wenig in Saure-Gurke-Zeiten, man relativiert und sagt immer nett 'geht schon' und meint es dann auch noch.
Bei Gewitter ist was los, unten wie oben, und so lange ich nicht mit einem Flugzeug hindurch fliegen oder hochschwanger über ein Flachland rennen muss, kann ich dem knisternden Treiben alles abgewinnen. Heute Morgen zum Beispiel dachte ich boshaft gestimmt an diese Stadtmode, prompt zum Sommer überall Sand hinzukippen, an den Ecken Fackeln aufzustellen, blonde Kellner und Liegestühle, Strandbar fertig.
Für den Rest der Welt: Düsseldorf hat damit angefangen, hier ist quasi die Mutterstadt aller Sandkistenalkopoptempel, ergo darf ich ein bißchen drüber abmeckern.
Jetzt heißt es dann sicher gleich wieder, ich sei eine Spassbremse, und Starndbars doch super, und überhaupt könne man auch alles schlecht sprechen.
Stimmt, und auch ich könnte mich sicher einmal im Sand amüsieren und auch so ein Becks Sun mit Strohhalm trinken, oder aus dem Eimer mit Smarties, oder wie man das heute konsumiert. Kommt immer auf den Grad meiner Verzweiflung und Amüsierlust an, dann hab ich auch richtig Spaß an Partys in Tiefgaragen oder neu ausgehobenen Löchern mit schlafenden Baggern. Alles schon gemacht, plus hektisch in Aufstiegsschächten stecken bleiben, weil die Freundin über mir mitten im Schacht einen Liter Sangria ausspucken musste.
Aber, und was wäre ein Rant ohne Einwurf und Wende, aber ich habe ein Problem mit 'Ersatz'. Und das hat lange, dicke und tiefe Wurzeln.
Als meine Eltern mir im Alter von zwei Jahren den Schnuller ('Nenna') abgewöhnen wollten, wurde auf langsames Ausschleichen, EEG und generell ein klärendes Gespräch komplett verzichtet, und Nenna landete mit einem 'Jetzt is aber auch mal gut' im Mülleimer.

Drei Stunden später, die Müllmänner (alle weich gebrüllt, aber meine Eltern waren an der längeren Seite des Hebels) und mein nun im Müllwagen liegender Nenna waren längst aus dem Viertel, da hing ich immer noch mit rot-lila Kopf am Fensterbrett und brüllte das Viertel zusammen, bis mein Vater sich ein Herz fasste und mir eine Möhre gab.
Als Ersatz, mit dem ich nun glücklich werden sollte. Böse Zungen könnten auch raunen, dass er mir vielleicht eine kleinere Möhre hätte geben können, etwas mundgerechter für ein Kleinkind. Vielleicht war mein Vater ein gemeiner Vater und wollte er mir tatsächlich den Mund stopfen, den Lärmpegel senken, und steckte mir deshalb die gigantischste Karotte welche der Kühlschrank hergab in den verdutzten Mund?
Man weiß es nicht, aber die Lektion mit Ersatz hatte ich intus und einen ersten Vorgeschmack auf das, was das Leben noch in Petto hatte. Und mir war eins ganz klar, und das im zarten Alter von zwei:
Ersatz rockt nicht! und spuckte die Möhre aus.
Ich benutze nie Süßstoff, esse keinen Fleischersatz, besitze keinen Vibrator und lese keine Bücher, die so seien sollen, wie Buch X. Ich hatte nie Freunde, die aussahen wie Schauspieler X, knutschte nie mit Frauen, weil sich das anfühlen sollte wie mit Jungs, nur weicher, und Saucen koche ich selbst und schütte sie nicht aus Tüten.
Und dann, und hier ist die Brücke der Rückschau zu Ende, kommen die mir mit Strandbars.
Mitten in der Stadt.


Dienstag, 24. Juni 2008

fundstück.

20juni08

(ohne Worte)

fischmarkt | © Lu um 18:06h | keine meldung | meldung machen?

gegen sich und den rest der welt.(inkl. nabel)

Am Fluss sitzen und es fast schmecken können, dass alle Menschen glücklicher, gefüllter, inspirierter, gewollter, satter, brauner, blasser, dünner, dicker, totaler, ähm, sind. Und ich bin die Einzige, die komplett in schwarz ist, wenn auch in wenig.
Aber schwarz. Die Sonnenbrille groß wie eine Leinwand, und, ähm, schwarz. Herrlich, man kann hinter den aktuellen Sonnenbrillen wohnen, muss sich kaum anziehen, nicht tuschen, kann heulen und lachen, mit sich selbst flirten und Eisauslagen anschauen. Keiner bekommt was mit, wenn man nur seine Sonnenbrille aufgesetzt hat.

Die Woche werde ich mich mittig gegen Mittag erklären müssen, mein Verhalten erst darlegen, dann untermauern und dann kläglich zugeben, dass es unsozial und auch schlecht für den Teint ist. Gerade im Gesicht, unter der Sonnenbrille. Sind ja alles EM-braun jetzt, vom Public Viewen (mein Unwort 2006 bis x) und Sommer abhalten.
Ich gehe nur raus weil ich es sollte, in die Stadt. Zu Hause/während der Arbeit starre ich wahlweise das Display oder meine Wand an. In der Stadt kaufe ich einen Kaffee im Becher und suche mir schnell eine Wand die ich dann anstarren kann. Aber draußen und unter Menschen.
Ich arbeite an 100 Dingen, nur nicht an denen, die dringend bearbeitet werden wollen und auch sollen.

Das Schlimme an so was ist ja, dass man immer empfindlicher statt ruhiger wird. Man ist ja so schnell raus aus diesem Großstadtding und irgendwann, wenn es alles zu viel wird, der besagte Tropfen, dann zieht man plötzlich im Stadtteil-REWE mit einem nicht guten Gesichtsausdruck den Schirm, lädt durch und wird fünfzehn Minuten später vom Filialleiter (Leiter des Monats!) und der Fleischfachkraft an die Sanitäter übergeben. Zur Abrundung der Gestik hat man Schaum vor dem Mund und eine Scheibe Kinderwurst in der Faust.

Und warum das alles? Weil man mal einfach ein bisschen drin bleiben wollte. Rückzug, sich selbst finden, oder einfach nur einmal eine komplette Staffel Dingens gucken.

Werden sie Deutscher.
Auch dazu fehlt mir der Ansporn, fühle ich mich nur sporadisch mal komplett deutsch, den Rest der Zeit über mehr so geht so und nie türkisch.
Das – liebe türkische Mitleser – ist kein Angriff auf die komplette Türkei, sondern eine Ausgeburt, nein, fast ein Aussetzer aus aktuellem Anlass, weil Mittwoch hat sich das, was sich seit Jahrzehnten Millimeter für Millimeter durch Migrationsprogramme, Döner-Buden und Bolzplätze aufeinander zu bewegte eventuell ganz schnell wieder. Allein heute sah ich mehrmals Kinder sich über die Strasse anpöbeln, "scheiß Deutscher/Türke", und Mittwoch würde man schon sehen.
Irgendwie fühlt sich das anders an, als wenn wir uns mit unseren direkten Nachbarn, den Niederländern die Brodjes und die Krönung von Jacobs und Rumstaffjes an die Köpfe hauen würden.

Naja.

Ich für meinen Teil habe meine eigene Flagge gestern Abend nach dem Spiel wieder weggetuppert, und heute auf meinem Lüftungslauf durchs Viertel überjovial meinen Pizzabäckern zurückgewunken, die alle in der Sonne saßen, und genau DAS Thema völlig ausgespart.

Hätte eh nichts gehört, hatte zur Abgrenzung nämlich die Knöpfe im Ohr, und das Stammhirn wackelte im Metal-Rauschen der jungen Crew zu Mötley.
Auch so eine Sache für Mittwoch. Ich befürchte, ich hab Midlife, und ich untermauere das damit:
Als ich am Samstag bei einer kleinen Aufräumaktion meiner Schmuckschatulle (Familien-Granaten, Urlaubsbändchen –Farbe nur noch ratbar-, Ledergedöns und ein Pfund Indianerschmuck, dazu viel schwarzem Stein) mein letztes Jahr herausgenommenes Nabelpiercing in der Hand hielt, wurden ich und mein leerer Nabel plötzlich sehr depressiv.
14 Jahre, der geneigte Leser kann jetzt gern zurückrechnen, 14 Jahre zierte es meinen Bauch. ‚Damals’ war das ja noch nicht so hip, und ich erinnere mich an unser erstes Treffen.
Ohne Narkose, mein Gewebe im Schockzustand schnürte sich um Zange wie Nadel, so dass der Ring an sich noch einmal genau so heftig in den Körper gebrasselt werden musste. Das große Bier vorab machte die Sache nicht lustiger, mich aber latent witzig, und so lagen die Piercerin und ich am Ende etwas verschwitzt und nervös lachend nebeneinander auf der Stechliege. Am nächsten Tag wurde es Sommer, ich hatte damals noch die Angewohnheit, in jeder Pfütze im Umkreis zu baden, und somit war der Heilprozess meines Nabels eine eher unlustige wie langfristige Sommerbeschäftigung, die auch mit Bier nicht aufzulockern war.
Das und noch ganz viele andere Geschichten lagen plötzlich mit dem Ring in meiner Hand. Ich also im Stechschritt ins Bad und den Alkohol geholt, Shirt hoch und ein paar Minuten später fand mich M. nach Desinfektionsmittel riechend im Bett vor, im Abstand von 5 Sekunden immer AUA! rufend, mit nichts in der Hand als dem Chirurgenstahl und einem entschlossenen Gesichtsausdruck.
Ich nehme mal die unglaubliche Spannung an dieser Stelle raus:
Nein, ich habe es nicht geschafft!
Was soll man auch erwarten von einem Körper, der schon am nächsten Tag nach der Entnahme (für besseren Energiefluss, Chi und Dingens) alle Pforten dicht gemacht hat (Ja, ich wurde schwach, schiss aufs Chi und wollte meinen Schmuck wieder reinhaben, nur einen Tag nach der Kapitulation vor meiner Lage und dem Chi ) als wären 14 Jahre nichts gewesen.
Ich sagte dann so was wie 'Arschlochkörper', ich erinnere mich noch.

Wie dem auch sei, heute ist wieder Sommer, die Fellchen liegen wie selbstgrillende Garnelen in den Sonnenflecken in meinem Arbeitszimmer und eines weiß noch nichts von seinem Pech und seinem Ausflug zur netten Frau Doktor heute Nachmittag. Da gibt’s wieder Hunde und Kopfküsse, während die Fellomi Vollzeit unter meiner linken Achsel hockt und in etwa nur noch 1/8 ihrer Körpergröße besitzt.

Morgen dann Deutschland, und dann sehen wir weiter. Werde heute noch einmal beim Türken meine Melone einkaufen, mir dazu erzählen lassen, wie ‚man rischtisch Fussball schapielt’ und ansonsten alle Götter gute Männer sein lassen und mich eine Stunde Welt und Sonne am Fluss aussetzen.
1:0 pour moi.
Selbstdiagnose: Sportentzugsdepression
Lieblingslied Dienstag: Home sweet home


Samstag, 21. Juni 2008

pixel für pixel- ich bin unterschrift 133,988

Tear it down

Mitmachen dauert exakt 30 Sekunden und ein paar.

(via anke via svenscholz via - )


Donnerstag, 19. Juni 2008

wo

ich gerade so dabei bin, überlege ich in depressivem übermut, doch mal wieder zurück zum anfang zu gehen. ich könnte die großschreibe wieder abschaffen, überschriften ad acta legen und generell, könnte ich es mir gerade aussuchen, sähe mein tag dann in etwa so aus, kleine schlenker werden erlaubt sein:

morgens nach dem aufstehen -wie gehabt, oh du wohlig ritual- einen großen becher milchkaffee.
danach auf den tagesplan gucken und mit dem zug in eine stadt fahren. eine andere als wo der lebensmittelpunkt hockt und auf einen wartet. im zug das aktuelle buch lesen, welches spannend und von betörender wortwahl bestückt ist, und es ist eins dieser, die eigentlich nie aufhören dürften. in der anderen stadt hat man dann etwas gutes zu tun was gegen mittag dann rum ist. dann trifft man sich zu lockerer pasta und einem schörlchen mit wem nettes, den man auch zu selten sieht, aber die städte und sie verstehen schon, die um_stän_de halten die menschen ja immer fern voneinander, und nie kann man ausreichend oft ausreichend pasta gemeinsam essen.
auf dem weg zum bahnhof überlegt man sich angeschickert, dass ein stadtwechsel ja mal töfte wäre, wobei dieser gedanke im zug auf der rückfahrt sofort und ohne wenn und aber vom zug-kaffee in die knie gezwungen und totgeschlagen wird.
wenn das erledigt ist, stellt man fest, dass man ja ICE-reisende ist und packt beseelt sein klitzekleines eee aus der handtasche und schreibt an dem buch, das dann irgendwann eine frau morgens in einem zug liest und dabei wohlig denkt, dass das wieder so ein buch ist, welches nie zu ende sein dürfte.

so.

variante zwo, die grüne version:

morgens nach dem aufstehen -wie gehabt, oh du wohlig ritual- einen großen becher milchkaffee.
danach wird es hell und das vieh brüllt. raus vor die tür, rein in die gummistiefel und gefühlt um die 2000 schlünder befüllen. in echt sind es dann 16 hühner und ein gockel, 13 alpakas, 2 möpse, 1 mischling, 6 fellchen und 1 mann.
danach ist es hell und es gibt stulle mit selbstgemachtem käse.

von 9:00 a.m. bis mittags schreibtisch, danach strandlauf mit den möpsen und eventuelle arbeit an rebe/zimmer/objekt.

bis abends kochen, und wie bei den waltons sitzen dann gäste/urlauber/möpse mit am tisch und man macht das, wofür man am ende fast alles tut:
man läßt es sich und allen anderen wohl ergehen.
über der tür hängt ein eigens besticktes küchentuch mit folgender weisheit:

"Kein Mops wird klagen
mit nem Klops im Magen."


(variante zwo führt.)


haken dran.

Vollmond geschafft, "The Dirt" durchgehechelt, Fenster alle blitzeblank und, und das ist das Eigentliche: Erkältung fast durch. Kostet heute ja auch alles. Insgesamt um die 80 Euro in der Apotheke gelassen, in zwei Etappen, da tut s nicht ganz so weh, und ausserdem habe ich den Mann erfolgreich angeniest, meine Erreger sich dort gemütlich eingenistet und zack, niest und rotzt er auch. Ein jeder weiß: beim tödlichen Männerschnupfen darf man weder die Zeit verlieren, noch mit den Euros geizen, da ist alles von Nöten, damit Mann nicht über Bord geht.
Und jetzt? Sommerloch ausliegen könnte man meinen, wenn es intern nicht so unglaublich brodeln würde. Sieht man mich von außen einfach so an, dann liegt da eine Frau auf dem Sofa, der man beim Lesen die Schuhe besohlen könnte durch die Haare streichen möchte. Immer dort, wo sonnenstandsbedingt die 8 Zentimeter Sonne hineinscheinen, da liegt sie mit zwei bis drei Katzen im Gefolge und suhlt sich lesend nach vollbrachter Arbeit.
Innerlich aber immer einen Blick auf die Uhr. Wann steht das nächste an, wann ist Zeit zum Essen, wann muss die Katze die nächste Tablette, wann ist es gesellschaftlich völlig in Ordnung den Rotwein zu köpfen und wann geht das nächste Spiel los? Wann werde ich das nächste Mal in ein Meer tunken, wann kommt die nächste wirklich reizvolle Aufgabe, wann das nächste Gehalt, und wann war ich eigentlich das letzte Mal am Stück eine Woche lang glücklich?
Wann habe ich das nächste Mal Lust, mit meiner Mutter zu telefonieren, wann küsst mich die Muse in zwei wichtigen Belangen und wieso eigentlich Muse?
Wann wird die Katze die Tablette wieder einfach nur so fressen, was wird das nächste Buch sein was ich lese, was war das letzte noch gleich, und wie wird das Wetter am Wochenende? Wird es bei dem Essen nur Fleisch geben und haben Feigen vielleicht Schmerzen wenn man sie aufreißt und mit Balsamico übergießt, und werde ich je einen Zitronenbaum haben? Wie lange leben die drei restlichen Fellchen wohl noch, und welche wird die nächste sein, nach deren Vorlage ich eine Urne töpfere? Habe ich das Fenster im hinteren Zimmer jetzt eigentlich geschlossen, und was passiert, wenn die beiden Tauben dort tatsächlich beginnen zu brüten? Werde ich beim nächsten Sturm mit ansehen müssen, wie die geliebte und umsorgte Brut erst vom Sims fällt und im Anschluss bei lebendigem leib von Elstern gefressen wird? Und wie wird Deutschland heute spielen? Und ist Löw jetzt abkömmlich oder eben nicht?
Und wie geht gleich noch einmal diese eine Suppe, die mit den weißen Bohnen und den Tomaten?

Äußerlich liegt man einfach so da und erweckt einen Anschein von Ruhe und Ausgeglichenheit. Innerlich aber versalzene Hirnsuppe und aus dem Ruder geratene Laune.

Vollmond geschafft, der Rest sorgt für sich selbst.
Wir schalten um zum Mittagsjournal.