Mittwoch, 12. September 2007

die totale geräuscharmada.

Hust.

Nies-Nies-Nies ... NIES!

Röchel.

Hust-Nies-Nörgel.

Maunz.

Klacker-Tipp-Klacker.

Senseo-Röhren.

Hust.

usw.



Hier greift grad alles um sich, welches letzte Woche mühsam mit Hühnersuppe und Metavirulent in Schach gehalten wurde. Glasige Augen, warme Köpfe und des Leaderfellchens Rotztücher, die nun von allen genutzt werden, was den Katerkerl sorgenvoll auf die Menge der verbleibenden Tücher lugen läßt.
Noch ist die Schlacht nicht aufgegeben, noch sitzen wir alle aufrecht in Arbeitshaltung, noch wird hier gebloggt und gewerkt, noch sind Tücher übrig.


Dienstag, 11. September 2007

die totale stille.

Morgens, im Hirn. Der erste Gedanke steht auf, streckt sich, denkt einen Gedanken, so einen wie Kaffee und macht sich auf. Überall noch tiefe Dunkelheit, im Traumraum läuft der Abspann, die Musik hallt bis zu den Nebenhöhlen, ansonsten die Ruhe vor dem Sturm. Der Gedanke kennt sich aus, er hat sein festes Ritual, seinen Job, er muss los.
Doch da, wo gestern noch der Schalter für einen Gedankenblitz war, ist heute nur glatte Fläche. Im Dunkeln tastet er sich voran, ist plötzlich aufgeregt. Gleich, da vorn an der Windung, dort müsste er auf den Klo-Gedanken treffen, seine Meinung wäre ihm wichtig an einem so seltsamen Morgen wie heute.
Und tatsächlich, an gewohnter Windung, nur eben im Dunkeln prallen der Gedanke Kaffee und der Gedanke Klo aufeinander, grüßen kurz höflich wie sie seit Jahrzehnten den Umgang miteinander pflegen und halten verdutzt aneinander fest.
Haben sie die anderen gesehen, oder wenigstens in der Ferne vernommen?, fragt Gedanke Klo. Nein, leider nein, alles sehr still, flüstert Gedanke Kaffee und fühlt sich unbehaglich.
Nun sollte man an dieser Stelle kurz einwerfen, dass um diese Zeit, frisch am Morgen, genau an diesem Knotenpunkt im Hirn eine Menge los ist. Alle reden durcheinander, ein paar spät-dran-Gedanken laufen lachend durch die Windungen, der 2-do-Gedanke mahnt jeden ab, der nicht auf die Liste gehört, die spätestens ab 7:30 abrufbereit und upgedated sein muss, der Kaffee-Gedanke hat Schicht bis zehn, dann Freizeit bis Mittags, und dann auf Abruf, und erst wenn der Mensch Lu an Ort und Stelle seiner Bestimmung ist, atmet das Team Hirn auf und gönnt sich ein paar Fettsäuren zum Frühstück.
Normalerweise.
Doch seit dem Wochenende, welches im Hirn unter 'Marathon' lief, und wo eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem ganzen Körper Lu gefragt war und koordiniert werden musste, seit dem läuft das System ein wenig auf Notstrom und die Gedanken drehen sich offensichtlich beim ersten Hahnenschrei noch einmal um.
Die Gedanken Kaffee und Klo scharren ein wenig mit den Fußspitzen im Dreck, wer macht jetzt den ersten Reiz aus, und was dann?
Da, plötzlich und leise in unmittelbarer Nähe Stimmen.
'Der CANON ists, auf jeden Fall. Wer hat gestern noch das Prospekt gesehen? Kollege Entscheidung, hatten sie Einsicht in die Unterlagen?'
'Ja, und ich muss sagen, dass Model von HP ist dem von CANON in keinster Weise unterlegen, kopiert, druckt, faxt, dass alles in einer Geschwindigkeit, die...'
Gedanke Kaffee reisst die Tür auf und brüllt 'Was ist denn hier los? Wollt ihr mir den Menschen völlig durcheinander bringen? ICH bin der erste am Morgen, im Wechsel mit Gedanke Klo, aber die Fraktion Technik und Einkauf kommt frühestens eine Stunde nach Körperaufstehzeit ins Spiel.'
Gedanke Klo, immer noch irritiert von den technischen Details, wirft ein 'genau' ein, bleibt aber im Schatten von Gedanke Kaffee stehen und linst vorsichtig über dessen Schulter.
Die gesamte Abteilung Technik und Einkauf hält inne, und 16 Gedanken lassen verblüfft die Kinnlade fallen.
'Wie, ihr wart noch nicht dran? Soll das heißen, der Mensch schläft noch? Wir arbeiten hier in ein quasi totes Feld hinein, der Mensch noch nicht koffeiniert und mit voller Blase? Wie soll da das Endergebnis stimmen? Wir KÖNNEN so nicht arbeiten!'

Im gleichen Moment, ein paar Zentimeter weiter außen, wälzt sich der Mensch Lu unruhig im Plümmo, denkt aus ihm unverständlichen Gründen an einen HP-Drucker, denkt, wieso denke ich an einen HP-Drucker und wieso würde ich am liebsten jetzt aus dem Plümmo heraus zum nächsten Technikmarkt, noch bevor ich einen Kaffee hatte?

Im gleichen Moment, ein paar Zentimeter weiter innen, rennt ein Gedanke los.
Der Kollege Klo in seinem Windschatten hinterher.

Ausnahmezustand, post-Prüfungs-Demenz, Leere.


Sonntag, 9. September 2007

Kölner Boot-Camp, Tag 3, das Ende:



Geschafft!


Samstag, 8. September 2007

Kölner Boot-Camp, Tag 2.

Heute hatte ein jeder ein Pfund Müsli und ein Wechsel-Shirt in der Tasche dabei, sicher ist sicher.
Und dort, wo morgens noch mein Ich sass, frisch getuscht und in gemütlichen Hosen, mit Körper-Spannung und Energie, da hockte um 17:15 eine sich die Augen reibende Ur-alte Frau in zu weiten Jeans, die sich die letzten Reste der Wimperntusche aus den 5Meter tiefen Augenfalten feudelte.
Gestern wurde nicht zu wenig versprochen, wir hatten heute allesamt Grenzerfahrungen, die unsere Deodorants gleich kollektiv in die Knie gehen ließen.

Der Coach meinte gestern 'Wenn ich mit euch durch bin, kann euch nichts mehr erschüttern.'
Stimmt.

Bester Satz meines Sitznachbarn: 'Da wääd isch so wild, da platz i aaf wia a Kürriewuaschd!'

logbuch | © Lu um 22:53h | keine meldung | meldung machen?


Um 6:15 vom Wecker aus heilen Welten gerissen werden, dabei das Rocky-Theme im Ohr. Wo ist mein Ganzkörperschweißband?

s.o.s. | © Lu um 08:40h | keine meldung | meldung machen?

Freitag, 7. September 2007

Kölner Boot-Camp, Tag 1.

War ja klar, dass das komplette olympische Feuer noch in Düsseldorf aussteigen wollte, während ich und der gebeutelte Körper (nie wieder Ouzo auf der Basis von 'Ich muss noch fahren, trink Du doch meinen, wenn es eine Menge >2 Personen ist!) in drei Minuten den IC bekommen mussten.
70 Cent einmal Bahnhofsklo, die nehmen es auch von den Lebenden, würde mein Ur-Opa Malte jetzt moppern.

Köln sieht aus wie immer, warum mache ich eigentlich sämtliche Fortbildungen immer dort? Jedenfalls jetzt schon akute Pawlow'sche Auswüchse. Kaum sehe ich die Domspitzen, denke ich an schlechten Kaffee in Thermoskannen und Flip-Charts.

Dann echter Lebensslapstick am Kölner Hauptbahnhof.
Wer je unter Zeitdruck (2 Minuten Zeit bis Anschlussbahn) an einem Ticketautomaten eine Fahrkarte erwerben wollte, kennt die 4stelligen Zahlenkombis für die Zielhaltestelle. Leider war meine Zielrichtung Sürth nicht mit im Spiel, und ich hatte ja keine Ahnung. Alle 12 Personen, die ich rund um den Automaten rekrutierte leider auch nicht, nur einer hatte Herz und Zeit. Und einen mächtigen Sockenschuss, aber das merkte ich erst, als er mir was von Bierwurst und einer Metzgerei damals in Köln Süd erzählte. Ich ließ ihn mit einem 'Äh...' einfach stehen, überließ ihm den blinkenden Automaten und rannte in 'Alle Richtungen' was sich als super rausstellte, und unter dem Dom fand ich zwei sehr praktische Frauen vom Fach, die mir erst eine Fahrkarte verkauften, dann die Richtung verrieten und dann beide gleichzeitig 'RECHTS runter!' aus den Lautsprechern riefen als ich schon links runter rannte. Gut, dass ich in Düsseldorf noch mal auf der Toilette war, in Köln kommt man ja zu nichts.
Und hätte ich gewußt, was mich und meine verschnapste Hülle heute noch erwarten würde, ich hätte die kompletten 11 Minuten in der 16 tief verschlafen.

Der Tag heute war die Hölle.
Acht Stunden kein rumlümmeln auf Plastikstühlen oder gemütliches runterbeten des Gelernten, nein, acht Stunden härtestes Coachen und Rollenspiele, die so in keiner kühnen Phantasie vorkommen sollten. Um 17 Uhr hing im Seminarraum eine sehr strenge Note Puma, und der Referent meinte nur milde Lächelnd, das war das Vorspiel für Morgen, dann nimmt er uns auch noch das Pult weg und sich den Humor.

Stand jetzt: seit 5:15 Uhr wach, Kopf summt aktiv wie ein Bienenstock und Körper hängt verkatert unten dran und baumelt. Mental tot, Seelchen einsam.

Noch zwei Tage, keine Energie mehr für ein 'Hurra'.

Bester Satz meines Sitznachbarn: 'Früher hatt ich Anabolika, heute ein Ventil im Kopf.'



Showtime.


Freitag, 7. September 2007

über die tage

freunde der wörter, ich bleibe der einfachheit halber mal im kleinen tippmodus und melde mich ab- das wochenende wird der voraussichtliche endspurt 2007, also meiner, und ich bin völlig sediert von griechischem wein (domestikos oder so, 3,40 das glas, angeblich trocken, löschte aber prächtig in zusammenarbeit mit ouzo sämtliche olympische feuer) und werde morgen die mit dem esswanst und der knoblauchfahne sein, inklusive der dicken augen. toller einstieg in der sparte, das sag ich euch.

dann heute einen anruf erhalten, der mich promptement in meine härteste jugend zurückführte, und der ging so:
'hey, das line light macht eine revival-party am 15., kommst du auch?'
und ich so keine ahnung, und erst mal gucken, und erst mal dick grinsen und line light nachdenken.
wilde zeit, ganz wilde zeit, jugend halt, sex in hauseingängen und kaufhausschluchten und so viel alkohol, dass ich mit der besten freundin im bett lag und wir überlegten, wer zuerst in die betty ford-klinik reist. jugend halt, und rock'n'roll. das alles ist zwanzig jahre her, und jetzt noch mal revival? ich bin zu sarkastisch, um optimistisch zu denken, das ginge. aber ich gehe fest davon aus, dass das eine echt tolle party wird.

zur feier der nacht die wilde blume.



† Luciano Pavarotti


(Bildquelle Internet)

Heute, am Morgen.

Ich bin untröstlich.

seemannsgrab | © Lu um 10:10h | keine meldung | meldung machen?

Dienstag, 4. September 2007

alles geht ab,

nur diese woche nicht, die klebt fest wie zweikomponentenkleber. was war das gestern für ein tag. montag, nasser herbst, und mir träumte, ich stand beim metzger, war bewohnerin einer riesigen etage, büroraum oder so, nur war der boden nicht ganz vollständig. beim metzger sollte ich für muttern was mitbringen, etwas, was sie schon ewig und immer gekocht hat, und dafür brauchte man dieses bestimmte aas, und mir fiels nicht ein, und keinem anderen auch nicht, nur dieser sehr speckige metzgergesell hatte seinen tag, futterte salami und machte mich hinterrücks an, während ich meine mutter auf einem gigantischen mobiltelefon der fleischereifachverkäuferin sabine anrief, und die auch nicht wußte.
kurz darauf stand ich in einem schwarm wellensittichen.
vielleicht sonntags abends nur noch leichte kost, so geht das nicht weiter. netterweise noch vor dem beischlaf mit metzger oder 2000 wellensittichen aufgewacht und festgestellt, fachmännisch, dass herbst ist. was nicht wirklich schwer war, kam der rhein diesmal von oben statt von seitwärts. ich kann bei so einem guss ja super schlafen. musste aber aufstehen, das klappt da nicht ganz so super.
muss mich jetzt daran gewöhnen, irgendwas schickes überzuwerfen, wenn ich das bett verlasse. in der küche fenster groß wie kinoleinwand, und wenn ich licht anmache um fellchens futtertröge adäquat zu füllen, und kaffee zu kochen, kann man mir prima dabei zusehen, wie ich gähnend in albernen shirts rumstehe und mir im bauchnabel puhle bis die milch kocht.
den halben tag versucht, angemessen zu lernen. sah mich fleissig am schreibtisch sitzen, mit angespitztem bleistift zwischen den zähnen und ein geistesblitz nach dem anderen fährt mir duch die synapsen, der ganze raum wäre erfüllt mit helligkeit und fleiss.
statt dessen völlig gelähmt im bett gelegen, folge 3 und 4 der zweiten staffel six feet under geguckt, mein online dorf aufgerüstet und eine maschine buntwäsche, dabei immer wieder tiefe blicke ins fachwissen und ernst genickt.

nachmittags bei der arbeit bekam ich besuch.
du bist aber mürrisch, meinte der, und ich jaja, und dann er, okay, dann überfalle ich dich jetzt, weil mürrische frauen finde ich besonders passend.
der besuch war ein virus, und promptement fing ich an zu frieren und noch mürrischer zu werden. ich sah aus wie ein kochhuhn (gänsehaut) mit mieser laune, nieste viermal in drei stunden laut und grellig, und machte ein dickes kreuz, als der kirchturm sechs mal die glocken ertönen liess.
kaum zu hause, erst einmal mein killergebräu geschluckt. nicht mit mir herr virus, rief ich laut durch die hallen, nicht mit mir! bröcks, machte es, und noch in der letzten silbe halte ich mein kronenprovisorium inklusive kaugummi in der hand.
nicht mein tag heute, brülle ich m. zu, der gerade ein pfund chili in den wok fallen ließ, und die komplette wohnung mit super natürlichem reizgas flutete.
an montagen kann man von so etwas nicht genug bekommen.
herrlich.
jetzt dienstag.
gleich mit diesem teuren, kleinen überbrückungsdingen zu meinem dentisten, reinkleben bitte, aber diesmal mit dem zweikomponentenkleber, der gestern den montag und generell diese ganze woche zusammenhält.

voraussichtliches highlight heute: dr. house ist mit der dreitten staffel aus der sommerpause zurück.