Montag, 13. August 2012

13-08-12

Diese hübschen, laut knurrenden Felstauben haben sich im Garten den nichtmehr-Flieder zum Nisten ausgesucht.
Der nichtmehr-Flieder ist eigentlich ein lila blühender, betäubend duftender Fliederbaum, der Ast für Ast den Geist aufgibt.
Altersstarre schätze ich, und lasse ihn ungesägt stehen. Die Krone trägt noch, und die knorrigen Äste haben sich jetzt die umliegenden Rankpflanzen geschnappt, umwickelt, gemütlich eingerichtet und das Tolle ist: Der eigentlich nicht mehr blühende Baum blüht jetzt alle paar Wochen in anderen Farben, je nachdem, welche der Rankpflanzen grad Saison hat.

Das fanden wohl auch die Tauben toll und nachdem beide einen ganzen Tag lang in der Korne hockten, hier und dort gerüttelt haben, ein paar Mal gehüpft sind, und auch sonst die TÜV-Prüfung abgelegt haben, wird nun die ebenfalls halb tote Lärche aus dem Nachbarsgarten geplündert, und als Basis in den nichtmehr-Flieder gepackt. So kommen die beiden Bäume - die seit Jahrzehnten ein paar Meter entfernt leben - auch irgendwie mal zusammen.

Gestern habe ich den Garten ein wenig in seinem Drang, ein Dschungel zu werden, gebremst. Hier den Feigenbaum befreit, dort die hyperaktive Walderdbeere händisch weiterverbreitet. 2013 wird das ganze Viertel unter den Blättern dieser Walderdbeere im Dunkeln liegen. Ich bekam letztes Jahr drei winzige Ableger, heute ist der halbe Garten überwuchert, und ich verschenke panisch Ableger an jeden Besucher, der nicht schnell genug Nein sagen kann, auch die ohne Garten. Ich habe Cocos Teich von innen geschrubbt, im Kampf gegen die Fadenalge. Coco wurde ebenfalls kräftig gebürstet und ist nun wieder eine glatte Teichmuschel, ohne grüne Mähne.
Und, um die Kurve zu bekommen, und genau über Coco wohnen nun die beiden Tauben. Still ist es geworden, nach dem arbeitsreichen Nestbau. Eine hockt, die andere guckt, und ab und an fällt ein Klacks Dünger vom Baum.
Ich werde einen Namen für sie brauchen, immerhin bekommen sie ihren Nachwuchs unter meinem kümmernden Auge.

Dazu habe ich von den wundervollen Nachbarn zum Geburtstag ein selbst gebautes Insektenhotel bekommen, welches riesig ist. Meins liegt in Einzelteilen immer noch ungebaut in der Kammer. Seit über einem Jahr. Sie sind so aufmerksam, ich habe mich wahnsinnig gefreut. Und obendrauf, "für Dein nächstes Projekt", wurde mir noch ein Buch in die Hand gedrückt. Auf der Titelseite eine Frau in Gummistiefeln, mit einem fetten, braunen Huhn auf dem Schoß tronend. Sie guckt sehr glücklich.
Genau das will ich auch.

das eigene ich kapern. | © Lu um 16:35h | keine meldung | meldung machen?